Black Sabbath war eine britische Rockband aus Birmingham. Sie bestand seit 1969 unter diesem Namen, galt als prägende Größe des Hard Rock der frühen 1970er-Jahre und war Mitbegründer des Heavy Metal. Der Band wird auch ein maßgeblicher Einfluss auf die Entwicklung der beiden Genres in den folgenden Jahrzehnten zugesprochen, ebenso auf die Entstehung des Subgenres Doom Metal und über ihre manchmal diabolischen Inhalte indirekt auch auf den Black Metal.
Ihr bekanntester Song ist Paranoid aus dem Jahr 1970. Ihr letztes Konzert in der Originalbesetzung gab die Band am 5. Juli 2025 in ihrer Heimatstadt Birmingham; der Sänger Ozzy Osbourne starb 17 Tage danach.
Im August 1968 spielten die Schulfreunde Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler, Bill Ward sowie zwei weitere Musiker aus Birmingham in der Polka Tulk Blues Band, abgekürzt auch Polka Tulk. Nachdem die zwei anderen Bandmitglieder die Gruppe verlassen hatten, benannte sich die Gruppe in Earth um. Die Musik wurde in dieser Zeit besonders von Blues und Jazz dominiert. 1968 und 1969 trat die Band im Vorprogramm von Ten Years After, John Mayall & the Bluesbreakers und Van der Graaf Generator auf und ging auf Tour durch Dänemark und Deutschland. Sie spielte im Schwäbisch Haller Club Alpha 60 und mehrfach im Hamburger Star-Club.
Im Dezember 1968 trat Iommi kurzzeitig mit Jethro Tull auf, kehrte aber zu Earth zurück. Da bereits eine andere Band namens Earth existierte, entschied man sich für eine weitere Umbenennung, um Verwechslungen zu vermeiden. Das Lied und der Bandname Black Sabbath wurden von dem Horrorfilm Die drei Gesichter der Furcht (I tre volti della paura, 1963) von Mario Bava mit Boris Karloff inspiriert, dessen englischer Titel Black Sabbath war.
Mit dem Namenswechsel ging auch ein Stilwechsel einher. Die Band probte damals gegenüber einem Kino, und den jungen Musikern fiel auf, dass, wenn z. B. die damals sehr populären Gruselfilme aus den britischen Hammer Studios (Christopher Lee) liefen, das Kino besonders gut besucht war. Iommi, Osbourne, Butler und Ward wunderten sich, und es wurde darüber diskutiert. So sei Iommi die Idee gekommen, dass man auch Musik machen könne, bei der sich die Zuhörer fürchten.
Das im November 1969 in nur zwölf Stunden aufgenommene Debütalbum Black Sabbath bietet harten Gitarrenrock, aggressive, düstere und auch melancholische Elemente, Songs mit Sessioncharakter und Bluesrockreferenzen, wie etwa lange Gitarrensoli und ineinander übergehende Songs. Dazu kommen Stücke mit mehreren Parts, was als typisch für die britische Herangehensweise zu komponieren gelten kann. Die Platte erschien 1970 in zwei Versionen: Das auf der europäischen Version enthaltene Evil Woman wurde auf der amerikanischen und japanischen Version durch Wicked World ersetzt. Das von Vertigo Records veröffentlichte Album erreichte in Großbritannien die Top 10 und hielt sich in den USA länger als ein Jahr in den Charts. Dort wurden eine Million Exemplare verkauft. Direkt nach der Aufnahme im November 1969 spielten Black Sabbath für sechs Wochen im Zürcher Hotel Hirschen; im damaligen 'Beat-Club' (auch Hirschen-Club genannt) im Erdgeschoss des Hotels im Zürcher Niederdorf. Als Hausband hatten sie „knüppelharte“ Bedingungen: Täglich sieben Blöcke à 45 Minuten, beginnend um 15 Uhr nachmittags. Als Club der Musikfans waren Auftritte im Hirschen begehrt, weshalb ihr Honorar einzig Kost und Logis war. Um ihr noch schmales Repertoire zu strecken und um der laut der Biografie von Tony Iommi „langweiligen“ Wiederholung des Immerselben zu entgehen, begannen sie zu jammen und neue Ideen zu entwickeln. In Zürich entstand dabei auch der Song War Pigs, der aus einem reinen Hexen-Song namens Walpurgis entstanden sein soll. Die meisten Songs des späteren Albums Paranoid entstanden während dieser Zeit in diesem Musik-Lokal in Zürich.
Die zweite LP Paranoid aus demselben Jahr repräsentiert den typischen Sabbath-Stil, der bis heute großen Einfluss auf Rockbands ausübt. In den meisten Stücken dieser Zeit kombinieren Black Sabbath einfache Riffstrukturen mit virtuosen Variationen von Bass, Gitarre und Schlagzeug sowie eingängigen Gesangslinien. Sänger Osbourne verzichtet ganz auf die zu dieser Zeit bei Rockbands beliebten Bluesrockelemente. Sein hoher, falsettähnlicher, melodiöser und ekstatischer Gesang besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Mit Paranoid, dem Titelstück der gleichnamigen LP, gelangte Black Sabbath weltweit in die Singlecharts. Das Album sollte ursprünglich War Pigs heißen, der Plattenfirma war das aber zu provokant. So entschied sie sich im letzten Moment eigenmächtig, das Album Paranoid zu nennen, nach einem Song, der von der Band erst gegen Ende der Albumsessions in zehn Minuten arrangiert und eilig aufgenommen wurde, um die Platte zu füllen. Paranoid wurde schließlich zum größten Hit der Band und erreichte Platz eins in Großbritannien. In den USA wurde das Album vier Millionen Mal verkauft.
Höhepunkt und Niedergang (1972–1978)
Das meiste Material der ersten beiden Alben war den vier Musikern wohlvertraut. Durch jahrelange Liveerfahrung waren diese Stücke gereift, sie waren schon zu Earth-Zeiten Bestandteil des Repertoires gewesen. Mit den Alben Master of Reality, Vol. 4 und Sabbath Bloody Sabbath wurde es schwieriger, denn es sollte neues und unvertrautes Material produziert werden. Doch die Alben waren sehr erfolgreich, sie erreichten alle die Top 10 in Großbritannien. Sabbath Bloody Sabbath, Sabotage und Technical Ecstasy führten den klassischen Stil weiter, es flossen aber zusätzliche Stilmittel ein, der Bandsound wurde angereichert mit Klassikversatzstücken (Supertzar), erweiterten Arrangements (Wheels Of Confusion, Megalomania) oder auch Popanleihen (Who Are You). Zum bekannten Instrumentarium kamen Keyboard, Synthesizer, Streicher und klassischer Chor dazu. Gast bei verschiedenen Studiosessions – und auf den Alben Vol. 4 und Sabbath Bloody Sabbath zu hören – ist der Keyboarder Rick Wakeman, damals Keyboarder der Progressive-Rock-Band Yes. Die Bluesrockwurzeln von Black Sabbath verschwanden nun immer mehr. Als die Plattenfirma trotz aufwendiger Produktionen weniger Geld für eine Promotion bereitstellte, fühlten sich Black Sabbath sabotiert, worauf sie, als kleinen Seitenhieb, ihr sechstes Studioalbum Sabotage nannten. Obwohl mit diesem Album die erwarteten Verkaufszahlen nicht erreicht werden konnten, zählt auch dieses Album heute als Klassiker.
Im Oktober 1977 verließ Osbourne die Band. Als Ersatz trat der Sänger Dave Walker, der schon bei Savoy Brown und Fleetwood Mac am Mikro gestanden hatte, der Band bei und wirkte bei einigen Konzerten, nicht jedoch bei Albumaufnahmen, mit. Nach drei Monaten kehrte Osbourne zurück und nahm mit der Band das vorerst letzte Album Never Say Die! auf. In Klang und Habitus deutlich rauer, geprägt von schweren Alkoholeskapaden, war Osbourne jedoch nicht in der Lage, das Album zu beenden. Der letzte Track, Swinging The Chain, wurde vom Drummer Bill Ward eingesungen, der schon auf dem Vorgängeralbum Technical Ecstasy als Sänger eingesprungen war. Im Januar 1979, als Black Sabbath in Los Angeles vergeblich versuchten, ein neues Album aufzunehmen, wurde Osbourne von der Band entlassen. Dazu sagte Drummer Bill Ward 2015:
Dennoch spielte Osbourne später auf seinen Konzerten stets auch Klassiker seiner Stammformation, wie Paranoid, War Pigs, Iron Man oder auch Sweet Leaf u. a. m.
Osbournes Ausstieg und erste Besetzung mit Dio (1979–1982)
In der Folgezeit trat Black Sabbath unter der Führung des Gitarristen Tony Iommi mit verschiedenen Sängern, Bassisten und Schlagzeugern weiter auf. Der Keyboarder Geoff Nicholls hatte vorher bei der Band Quartz Gitarre gespielt und wechselte zunächst nur als Studiomusiker und Gast zu Black Sabbath. Obwohl er nicht auf allen folgenden Alben der Band genannt wird, war er an diesen als Musiker und Komponist beteiligt. In einigen Phasen wurde er sogar dazu gebracht, seinen Part bei Konzerten hinter der Bühne zu spielen, da er nicht als vollwertiges Bandmitglied gelten sollte.