Bitcoin ist die erste und am Weltmarkt stärkste Kryptowährung. Sie nutzt ein dezentrales Buchungssystem auf Basis einer Blockchain. Zahlungen werden kryptographisch legitimiert (digitale Signatur) und über ein Rechnernetz gleichberechtigter Computer (Peer-to-Peer) abgewickelt. Anders als im klassischen Bankensystem üblich entspricht eine Transaktion mit Bitcoin dem Settlement zwischen den Beteiligten. Eigentumsnachweise an Bitcoin werden öffentlich in der Bitcoin-Blockchain durch die Transaktionshistorie dokumentiert. Der Transaktionszugriff auf Bitcoins (das Ausgeben der Bitcoins) wird durch einen privaten Schlüssel ermöglicht, der in einer Wallet, vergleichbar einer digitalen Brieftasche, gespeichert wird. Der Kurs eines Bitcoin zum Fiatgeld folgt dem Grundsatz der Preisbildung an der Börse, der Wert des Bitcoins wird durch sein Wechselverhältnis zu anderen, von Zentralbanken herausgegebenen Währungen bestimmt. Das Konzept für Bitcoin wurde im November 2008 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlicht und der erste Block wurde im Januar 2009 erstellt.
Das Kompositum setzt sich zusammen aus „Bit-“ als Maßeinheit für die Datenmenge digitaler Daten und „coin“ (deutsch „Münze“); also „digitale Münze“.
Das Bitcoin-Zahlungssystem wurde von Satoshi Nakamoto nach eigenen Angaben im Jahr 2007 erfunden. Ob es nur das Pseudonym eines Einzelnen oder das einer Gruppe war, ist nicht bekannt. Fest steht aber, es wurde im November 2008 in einer Veröffentlichung – dem sogenannten Whitepaper – erstmals beschrieben und im Januar 2009 mit einer Open-Source-Referenzsoftware veröffentlicht. Das Bitcoin-Netzwerk basiert auf einer von den Teilnehmern gemeinsam verwalteten dezentralen Datenbank, der Blockchain, in der alle jemals durchgeführten Transaktionen nachprüfbar aufgezeichnet sind. Mit Hilfe kryptographischer Techniken wird sichergestellt, dass gültige Transaktionen mit Bitcoins – ohne Ausnahme – nur vom jeweiligen Eigentümer vorgenommen und dieselben Geldeinheiten nicht mehrfach ausgegeben werden können (eng: no double spending).
Anders als bei der Ausgabe neuer Banknoten durch eine Zentralbank werden neue Bitcoin-Einheiten durch die computerbasierte Lösung kryptographischer Aufgaben geschaffen, genannt Mining (deutsch: Schürfen). Die Maximalmenge ist auf 21 Millionen Bitcoins beschränkt. Seit Beginn wurden 20.013.215 Bitcoins geschürft (Stand April 2026).
Geschichte und Kursentwicklung
Das Konzept von Bitcoin wurde 2008 in einem White Paper von Satoshi Nakamoto auf einer Mailingliste über Kryptographie vorgeschlagen. Bisher wurde nicht bekannt, ob es sich bei Satoshi Nakamoto um den Namen einer real existierenden Person, ein Pseudonym oder ein Sammelpseudonym für eine Gruppe von Personen handelt. Bitcoin ist der erste erfolgreiche Versuch, digitales Geld ohne zentrale Kontrollinstanz zu etablieren. Seit den 90er Jahren wird im Umfeld der Cypherpunk-Bewegung versucht, mithilfe kryptographischer Verfahren ein digitales Äquivalent zu Bargeld zu schaffen. Nachdem verschiedene zentral organisierte Versuche – etwa eCash von David Chaum – gescheitert waren, dachten einige wenige Cypherpunks in den späten 1990er Jahren über Methoden nach, um ein digitales Transaktionssystem zu schaffen, das ohne eine zentrale Autorität funktioniert. Hal Finneys Reusable Proof of Work, Wei Dais b-money und Nick Szabos bit gold waren wichtige Vorläufer von Bitcoin, auch wenn sie niemals über den Zustand einer theoretischen Skizze hinauskamen.
Mit dem Bitcoin-Whitepaper präsentierte Satoshi die erste vollständig ausformulierte Methode, um ein rein dezentrales Transaktionssystem für ein digitales Bargeld zu erzeugen. In einem Forum schreibt er:
Das Bitcoin-Netzwerk entstand am 3. Januar 2009 mit der Schöpfung der ersten 50 Bitcoin und der Generierung von „Block 0“, dem sogenannten Genesisblock. In dessen einziger Transaktion, der Coinbase, wurde folgende Nachricht kodiert:
Dies zitiert die Schlagzeile der Titelseite der britischen Tageszeitung The Times vom 3. Januar 2009 und spielt auf die Banken- und Finanzkrise ab 2007 an. Einige Tage später wurde unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ auch die erste Version der Bitcoin-Referenzsoftware Bitcoin Core veröffentlicht.
Der erste Wechselkurs für 1 Bitcoin lag bei 0,07 US-Dollar und wurde von New Liberty Standard auf Basis der Produktionskosten für das Mining kalkuliert. Man hätte nach dieser Kalkulation mit einem Dollar ungefähr 14,29 Bitcoin kaufen können.
Am 24. Februar 2010 wurde von Satoshi Nakamoto das Bitcoinlogo in der heutigen Form ₿ eingeführt (davor war „BC“ gebräuchlich).
Bitcoins hatten anfangs keinen in anderen Währungen bezifferbaren Wert. 2010 wurden erste Wechselkurse durch Personen in Bitcointalk-Foren ausgehandelt. Der erste Warenaustausch gegen Bitcoin fand am 22. Mai 2010 statt; es wurden zwei Pizzen gegen 10.000 Bitcoin gehandelt. Der Wechselkurs von US-Dollar nach Bitcoins bewegte sich bis Ende 2011 meistens nur im einstelligen Bereich, d. h. man erhielt – abgesehen von einem starken Kursanstieg im Juni 2011 – für unter 10 US-Dollar einen Bitcoin. Der Wechselkurs unterlag von Anfang an starken Schwankungen.
Im Laufe des Jahres 2012 setzte ein Aufwärtstrend ein, der sich Anfang 2013 verstärkte. Dies trieb den Kurs im April auf über 200 US-Dollar. Nach einigen Rückschlägen überschritt der Bitcoin am 30. November 2013 erstmals die 1000-US-Dollar-Marke, sank aber nach dem Konkurs der Bitcoin-Handelsplattform Mt.Gox bis Anfang 2015 auf unter 250 US-Dollar, bevor er im Oktober 2015 wieder anstieg.
2015 war das MAK – Museum für angewandte Kunst das erste Museum, das ein Kunstwerk (van den Dorpels Bildschirmschoner „Event listeners“) mit Bitcoins kaufte.
Anfang 2016 notierte der Bitcoin bei knapp 450 US-Dollar und stieg weiter, bis er das Jahr 2016 bei knapp 1000 US-Dollar abschloss. Die rasante Kursentwicklung beschleunigte sich vor dem Start der Bitcoin-Futures Mitte Dezember 2017. Am 17. Dezember wurden fast 20.000 US-Dollar erreicht. Das Jahr 2017 wurde mit einem Stand von ca. 14.000 US-Dollar beendet.
2018 ging es unter Schwankungen abwärts. Ende November sank der Kurs auf unter 4000 US-Dollar. Mitte Dezember 2018 wurde mit ca. 3200 US-Dollar ein Tief markiert. Anfang April 2019 setzte eine Erholung ein, die Marke von 5000 US-Dollar wurde wieder überschritten. Nach Meinung von Experten trug Facebooks Plan einer eigenen Internetwährung dazu bei, den Bitcoin im Juni 2019 wieder über die Marke von 10.000 US-Dollar zu hieven. Nachdem in der Spitze knapp 13.000 US-Dollar erreicht wurden, ging der Kurs erneut zurück. Das Jahr 2019 wurde mit einem Stand von ca. 7.200 Dollar abgeschlossen.
2020 stieg der Kurs zunächst an, bereits im Februar wurde die 10.000-Dollar-Marke wieder überschritten. Dem Absturz der Weltbörsen im März infolge der COVID-19-Pandemie folgte der Bitcoin bis auf ca. 4.000 Dollar hinab. Ebenso wie die Aktien erholte er sich wieder und stieg, von den üblichen Schwankungen begleitet, im Juli wieder auf 10.000 US-Dollar an, die nur in einer kurzen Phase Anfang September noch einmal unterschritten wurden. Ab Anfang Oktober ging es steil aufwärts. Ende November wurde das Allzeithoch aus dem Jahr 2017 knapp überschritten und Mitte Dezember stieg der Kurs erstmals über 20.000 US-Dollar. Am 26. Dezember 2020 übertraf der Bitcoin die Marke von 25.000 US-Dollar. Im Juni 2020 startete die Deutsche Börse als weltweit erste Börse den Handel mit Bitcoin-ETNs.
Am 2. Januar 2021 übertraf Bitcoin die Marke von 30.000 US-Dollar. Nur wenige Tage später wurden kurz die 40.000 US-Dollar überschritten. Nachdem im Februar 2021 ein Investment von Tesla über 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin bekannt wurde, schoss der Kurs auf neue Höchststände. Nachdem Mitte April nahezu 65.000 US-Dollar erreicht wurden, verlor der Bitcoin aber wieder etwa die Hälfte seines Wertes und notierte zur Jahresmitte 2021 ungefähr auf dem gleichen Niveau wie zu Jahresbeginn. Anschließend startete eine erneute Rallye, die den Kurs am 10. November 2021 auf ein neues Allzeithoch von 68.744,03 US-Dollar führte. Bis zum Jahresende sackte der Kurs aber wieder auf unter 50.000 US-Dollar ab.