Bissendorf ist eine Gemeinde im Zentrum des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.
Bissendorf liegt im Osnabrücker Land zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald mitten im Natur- und Geopark TERRA.vita. Die Hase durchfließt das Gemeindegebiet von Osten nach Westen. Der private Linner See dient Angelzwecken.
Die Gemeinde grenzt im Norden an Belm und Ostercappeln, im Osten an Bad Essen und Melle, im Süden an Hilter am Teutoburger Wald und Georgsmarienhütte sowie im Westen an die kreisfreie Stadt Osnabrück.
Die Gemeinde Bissendorf ist eine Einheitsgemeinde und gliedert sich in die 13 Ortschaften Bissendorf, Ellerbeck, Holte/Himbergen, Jeggen, Linne, Natbergen, Nemden, Schledehausen/Schelenburg, Uphausen-Eistrup, Waldmark, Wersche, Wissingen und Wulften.
Jede Ortschaft verfügt über einen ehrenamtlichen Ortsvorsteher. Die drei größten Ortschaften sind Bissendorf, Schledehausen und Wissingen. Die anderen Ortschaften haben weitgehend ihren Charakter als alte Bauerschaften behalten. Zu den Ortschaften gehören weitere Siedlungen und Weiler, die zum Teil ehemalige Gemeinden sind.
Wichtigstes Fließgewässer ist die 170 Kilometer lange Hase, die das Gemeindegebiet von Südosten nach Westen durchfließt und in die Ems mündet.
Ein bedeutender Nebenfluss ist die Wierau, ein rund 14 Kilometer langer rechter Zufluss der Hase. Sie entspringt im Wiehengebirge bei Bad Essen und mündet nahe dem Ortsteil Wersche in die Hase.
Zu den Stillgewässern zählt der Linner See, ein etwa 15 Hektar großer See zwischen den Ortsteilen Wissingen und Linne. Er wird als Angelgewässer genutzt und von der Wierau umflossen. Der Sonnensee ist ein künstlich angelegtes Gewässer mit Freizeit- und Erholungsfunktion. Darüber hinaus bestehen kleinere Teiche und Weiher, etwa der Schelenburg-Weiher.
Es besteht eine Gefährdung durch Hochwasser, insbesondere entlang der Wierau. Starkniederschläge können zu Überflutungen führen, weshalb Überschwemmungsgebiete ausgewiesen wurden. Als Reaktion auf frühere Hochwasserereignisse setzte die Gemeinde ein Hochwasserschutzkonzept um, das unter anderem Retentionsräume und bauliche Sicherungsmaßnahmen umfasst.
Die Geschichte Bissendorfs ist geprägt von den unterschiedlichen Ortsteilen, die im Laufe der Zeit der Gemeinde angeschlossen wurden.
1160 ist das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortsteils Bissendorf als Bissendorp im Besitz der Herren von Bissendorf (1182 deren erstmalige urkundliche Erwähnung), die bereits im 11. Jahrhundert eine Kapelle zu Bissendorf errichtet haben sollen. Deren Stammsitz, das Haus Bissendorf, geht bis in das 10./11. Jahrhundert zurück. Das Rittergut war der einzige Rittersitz im Landkreis, um den sich nach Errichtung der heutigen katholischen St.-Dionysius-Kirche das Dorf ansiedelte. Das Gut besaß das Kirchenpatronatsrecht, dazu die Landtagsfähigkeit mit allen damit verbundenen Jagd-, Fischerei-, Wege- und Markenrechten. Die Adelsfamilie erlosch um 1570. Der heutige Einzelort hat derzeit ca. 2.500 (Bissendorf gesamt ca. 14500) Einwohner. Die Kirche beherbergt zahlreiche Kunstschätze (frühromanischer Taufstein, Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert, spätgotischer Schnitzaltar um 1500).
Bissendorf gehörte bis zu den Napoleonischen Kriegen zum Amt Iburg des Hochstifts Osnabrück und war Sitz einer Vogtei. Von 1807 bis 1810 war Bissendorf Sitz des Kantons Bissendorf im napoleonischen Satellitenstaat Königreich Westphalen. Von 1811 bis 1813 gehörte der Ort unmittelbar zu Frankreich und war dort Sitz einer Mairie (Bürgermeisterei) im Arrondissement Osnabrück des Departements der Oberen Ems. 1814 kam Bissendorf zum Königreich Hannover und gehörte dort zum Amt Osnabrück.
Am 6. September 1862 besuchte Georg V. (Hannover), König von Hannover auf Einladung der Amtsverwaltung Bissendorf. Da man Konfrontationen zwischen dem konservativen König und freiheitlich gesinnten Bürgern, vor allem aus dem nahen Osnabrück vermeiden wollte, wurde das Treffen auf der Rudolfshöhe am Sehl-Berg abgehalten.
1867 fiel Bissendorf mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen und seit 1885 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Osnabrück. Dort war sie Hauptort der Samtgemeinde Bissendorf, zu der neben der Gemeinde Bissendorf die Gemeinden Himbergen, Holsten-Mündrup, Holte-Sünsbeck, Natbergen, Nemden, Wersche und Uphausen-Eistrup gehörten. Im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen wurde 1972 aus dem Gebiet der Samtgemeinden Bissendorf (ohne Holsten-Mündrup, das zu Georgsmarienhütte kam) und Schledehausen die heutige Gemeinde gebildet.
Das Adelsgeschlecht von Holte prägte die Entwicklung des gleichnamigen Ortsteiles. Die von den Adelsherren gebaute Burg wurde 1147 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Reste der Burgruine sind freigelegt und können besichtigt werden. Westlich der Kirche ist der Burgplatz der Alten Burg Holte zu erkennen, die in einem ungeklärten Verhältnis zur Holter Burg steht.
Die im Jahr 1153 erwähnte Kirche zu Holte ist eine Gründung des Holter Adels, war also eine Patronatskirche. Das Patronat hatte später die Familie von Leden inne, die auch der Ledenburg ihren Namen gab. Die Familie hatte den Besitz der Herren von Holte samt 34 Erbhöfen übernommen. Die Siedlung um die Kirche ist erhalten geblieben und gilt heute als eines der schönsten Beispiele einer Kirchensiedlung. Um die Kirche gruppieren sich Meierhof, Pastorat, altes Schulhaus und Gastwirtschaft. Die Kirchensiedlung steht unter Denkmalschutz.
Die Edelherren von Sledesen (Schledehausen) waren bischöfliche Osnabrücker Ministerialen. Im Jahr 1396 ging deren Stammburg im Erbgang nach Erlöschen des Adelsgeschlechtes durch die Heirat des Rabodo III. von Schele mit der Erbtochter Elisabeth von Sledesen in den Besitz der Herren von Schele über, die zum Andenken an die ersten Besitzer deren Wappen, die drei Wolfsangeln, durch Wappenmehrung in ihr eigenes aufnahmen. Burg Sledesen wurde bald in Schelenburg umbenannt.
Zu den ersten Eingemeindungen auf dem heutigen Gemeindegebiet kam es am 1. April 1937, als die Gemeinden Bauerschaft Stockum und Kronsundern nach Bissendorf und die Gemeinde Gut Stockum nach Natbergen eingemeindet wurde.