An diesem Tag

Birgit Jürgenssen

Österreichische Fotografin und Zeichnerin

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Birgit Jürgenssen (* 10. April 1949 in Wien; † 25. September 2003 ebenda) war eine österreichische Fotografin und Zeichnerin.

Jürgenssen wurde in Wien als zweites Kind in eine Arztfamilie geboren. Sie begann als Achtjährige in einem Schulheft Bilder nach Pablo Picasso zu zeichnen. Ihre Signatur „BICASSO Jürgenssen“ vereint den Namen des spanischen Meisters mit ihrem eigenen Namen. Mit 14 erhielt sie die erste halbautomatische Kamera und fotografierte fast ausschließlich kleine Gegenstände, die sie vorher selbst anfertigte. Während mehrmonatiger Frankreichaufenthalte lernte sie die französische Literatur kennen sowie das Theater von Antonin Artaud und die „inspirative Poesie“ des Surrealismus. In der Folge setzte sie sich mit der Psychoanalyse, der Philosophie des Strukturalismus, der Ethnologie von Claude Lévi-Strauss und den gesellschaftskritischen Diskursen ihrer Generation auseinander. Dieser geistige Horizont blieb für ihre Kunst bestimmend.

1967 wurde Birgit Jürgenssen ungewöhnlicherweise ohne Grundstudium in die Meisterklasse für Grafik von Franz Herberth an der Hochschule für angewandte Kunst aufgenommen. Am 30. Juni 1971 beendete Jürgenssen mit der Diplomarbeit „zipfeln“ (eine Mappe mit 42 Zeichnungen) ihr Studium an der Hochschule für angewandte Kunst. Sie erhielt für ihre Diplomarbeit den Förderungspreis des Unterrichtsministeriums für Wissenschaft und Forschung und den Wolfgang-Hutter-Preis. Birgit Jürgenssen begann am 1. Oktober 1980 als einzige Lehrbeauftragte in der Meisterklasse Maria Lassnig an der Hochschule für angewandte Kunst. Diese endete am 30. September 1981. Am 1. März 1982 begann Jürgenssen ihre Lehrtätigkeit in der Meisterklasse von Arnulf Rainer an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie initiierte und etablierte den Unterricht für das Fach Fotografie und unterrichtete 20 Jahre an der Akademie.

Jürgenssen war Mitbegründerin der österreichischen Künstlerinnengruppe Die Damen und gehörte dem Quartett bis zu ihrem Tod 2003 in Wien an. Der Galerist Hubert Winter verwaltet den Nachlass der Künstlerin.

Seit 2004 verleiht die Akademie der bildenden Künste Wien im Gedenken an die Künstlerin den Birgit-Jürgenssen-Preis. Er ist mit 5000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Ausgezeichnet werden Studierende der Akademie.

1994: Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst

2014 wurde in Wien-Floridsdorf (21. Bezirk) der Jürgenssenweg nach ihr benannt

1974: Ohne Titel, Selbstfotografien

1974/1977: Selbst mit Fellchen, Farbfoto, 14,1 × 13,1 cm, Belvedere, Wien

1975: Hausfrauen-Küchenschürze, Fotografie

1975/2006: Jeder hat seine eigene Ansicht, Selbstporträt, Schwarzweißfoto, 40 × 30 cm, Belvedere, Wien

1976/2006: Ich möchte hier raus!, Selbstporträt, Schwarzweißfoto, 40 × 30 cm, Belvedere, Wien

1976: Stiefelknecht, Blei- und Farbstiftzeichnung

Birgit Jürgenssen, 10 Tage - 100 Fotos, Galerie Hubert Winter, 1981.

Jack Tilton Gallery, New York, 1984.

Birgit Jürgenssen, Graeme Murray Gallery, Edinburgh, 1988.

Birgit Jürgenssen, Mario Flecha Gallery, London, 1991.

Birgit Jürgenssen, I met a stranger, Secession, Ver Sacrum Raum, Wien, 1996.

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