An diesem Tag

Bill Clinton

42. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

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William Jefferson „Bill“ Clinton (* 19. August 1946 in Hope, Arkansas als William Jefferson Blythe III) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei und Autor. Von 1993 bis 2001 war er der 42. Präsident der Vereinigten Staaten. Zuvor war er Gouverneur von Arkansas.

Seit 1975 ist er mit Hillary Clinton verheiratet, der demokratischen Kandidatin für die US-Präsidentschaftswahl 2016. Gemeinsam haben sie eine Tochter, Chelsea Clinton.

Clintons leiblicher Vater William Jefferson Blythe Jr. (1918–1946) war Geschäftsreisender und starb drei Monate vor Bills Geburt bei einem Verkehrsunfall. Seine Mutter Virginia Dell Cassidy (1923–1994) erlernte in New Orleans einen Pflegeberuf und ließ ihren Sohn bei den Großeltern Eldridge und Edith Cassidy zurück, die in Hope eine Gemischtwarenhandlung betrieben. Das damalige Wohnhaus der Großeltern und heutige President William Jefferson Clinton Birthplace Home National Historic Site, ist seit 1997 ein Museum und seit 2010 eine National Historic Site (Nationale historische Stätte). Die Mutter kehrte 1950 aus New Orleans zurück und heiratete kurz darauf Roger Clinton, der gemeinsam mit seinem Bruder in Hot Springs ein Autohaus führte, die Familie zog im selben Jahr nach Hot Springs um. Mit 14 Jahren nahm Clinton, der bis dahin offiziell noch Bill Blythe geheißen hatte, den Namen seines Stiefvaters an, obwohl sich seine Mutter kurz zuvor von diesem hatte scheiden lassen. In seiner Autobiografie schrieb Clinton 2004, sein Stiefvater sei Spieler und Alkoholiker gewesen und habe seine Mutter regelmäßig geschlagen und seinen Halbbruder Roger Clinton (* 1956) gelegentlich misshandelt. Im gleichen Buch äußert Clinton aber auch Dankbarkeit: Sein Stiefvater und dessen vermögender Bruder gaben Geld für sein Studium an einer guten Universität und seine ersten Wahlkämpfe in der Politik aus.

Auf der Junior High war Clinton unter den Mitschülern populär. Er wurde von ihnen in einige Ämter gewählt, unter anderem als Repräsentant für die Schule in das Sommerprogramm der Amerikanischen Legion (American Legion Boys State). Dort nahm er an politischen Planspielen teil, die eine modellhafte Regierungsführung zum Inhalt hatten. Im Debattieren und politischen Manövrieren stellte er sich geschickt an, so dass er als einer von zwei „Senatoren“ für Arkansas an der Nationalversammlung (Boys Nation) an der University of Maryland teilnehmen durfte. Auf Besuch in Washington, D.C. wurde er dem Senator von Arkansas J. William Fulbright vorgestellt. Höhepunkt war die Einladung in das Weiße Haus, wo er im Rosengarten Präsident John F. Kennedy die Hand schütteln durfte. Das Foto vom Handschlag zwischen den beiden erlangte später Berühmtheit.

Clinton erwarb 1968 nach drei Studienjahren einen College-Abschluss an der Georgetown University in international affairs als Wirtschaftswissenschaftler. Während der letzten beiden Studienjahre arbeitete er halbtags für einen demokratischen Abgeordneten und Kongress-Ausschussvorsitzenden aus Fayetteville in seinem Heimatstaat Arkansas. Er bewarb sich anschließend um ein Rhodes-Stipendium, gewann gemeinsam mit anderen den Wettbewerb und ging damit für zwei Jahre an die University of Oxford nach England, wo er mehrfach die Studienrichtung wechselte. Von dort aus bereiste er Frankreich, die Bundesrepublik Deutschland, die Sowjetunion und einige andere Staaten.

Nach seiner Rückkehr in die USA begann er eine Tätigkeit in einer Bürgerrechtsbewegung, die sich für ein Ende des Vietnamkriegs einsetzte. Im Jahr 1973 erwarb er nach drei Studienjahren seinen Abschluss in Rechtswissenschaften an der Ivy-League-Universität Yale, wo er auch seine spätere Frau Hillary kennenlernte. Auch während seiner Studien in Yale war er politisch aktiv und arbeitete an Wahlkämpfen zugunsten verschiedener demokratischer Politiker mit. Nach dem Abschluss als Juris Doctor (J.D.) trat er eine Stelle als Jura-Assistenzprofessor an der University of Arkansas an. Nach drei Monaten an seiner ersten Arbeitsstelle begann er mit den Vorbereitungen für seinen Wahlkampf für das Amt des Generalstaatsanwaltes von Arkansas. Clinton begann damit seine Karriere in der Politik, für die er sich schon als Jugendlicher im Sommerprogramm der American Legion begeistert hatte.

Militärdienst und Vietnamkrieg

Politische Gegner warfen ihm später oft vor, mit seinen Studien in England und Yale seine Einberufung zum Kriegsdienst in Vietnam vermieden zu haben. In seiner Autobiografie beschreibt er, dass auch er als Student ein Aufgebot zum Wehrdienst zugestellt bekam. Zunächst durften die Studenten das Semester zu Ende führen, später wurde die Regel dahingehend geändert, dass sie das Studienjahr abschließen durften. Clinton schreibt in seiner Autobiografie an mehreren Stellen, er habe Gewissensbisse gehabt: Einerseits war er aktiver Gegner des Vietnamkriegs, andererseits habe er – wie einige seiner Studienkollegen – auch seinen Dienst leisten wollen. Clinton schloss sich nach seiner Rückkehr aus England für kurze Zeit dem Reserve Officer Training Corps (ROTC) an. Diese Ausbildung dauerte damals mehrere Jahre und die Absolventen mussten erst nach Abschluss ihrer Offiziersausbildung den militärischen Dienst antreten. Später wurde ihm vorgeworfen, er habe damit den Antritt seines Wehrdienstes hinauszuzögern versucht. In der Zwischenzeit nahm der Bedarf an Soldaten für Vietnam ab und mehrere demokratische Politiker setzten sich für einen Aufschub der möglichen Einberufung Clintons nach Vietnam ein. Clinton lässt in seiner Autobiografie offen, was mit seinem Aufgebot geschah und ob es annulliert wurde.

Politische Karriere in Arkansas

Bei der Wahl am 5. November 1974 kandidierte Clinton für einen Sitz im Repräsentantenhaus. Die Art seines Wahlkampfes und die knappe Niederlage (Clinton erhielt 48 %, der Amtsinhaber John Paul Hammerschmidt 52 % der Stimmen) in dem traditionell republikanischen Wahlbezirk brachten ihm in der Presse die Bezeichnung „Boy Wonder“ (Wunderknabe) ein. Im Jahr 1976 gewann Clinton für die Demokraten die Wahl zum Generalstaatsanwalt (Attorney General) von Arkansas; dabei traten erstmals keine republikanischen Gegner an. Ebenfalls 1976 wirkte er maßgeblich am Präsidentschaftswahlkampf von Jimmy Carter mit. Am 7. November 1978 wurde er zum neuen Gouverneur von Arkansas gewählt. Nach dem Ende seiner ersten Amtszeit wurde er nicht wiedergewählt; er unterlag bei der Wahl am 4. November 1980 dem Republikaner Frank D. White. In seiner ersten Amtszeit förderte er die Finanzierung des Ausbaus der Straßen in Arkansas durch signifikante Anhebung der Kraftfahrzeugsteuer für (die meist älteren) Autos aus den höheren Gewichtsklassen. Die Bildung an Schulen wurde vorangetrieben, die Gehälter der Lehrer wurden erhöht und die mittelständischen Betriebe gefördert. Der Bundesstaat litt in seiner Amtszeit unter einer wirtschaftlichen Depression und einigen Naturkatastrophen. Ein Hauptgrund für seine Abwahl im Jahr 1980 war aber die Erhöhung der Kraftfahrzeugsteuer, die ihm viele Kfz-Besitzer verübelten.

1981 wurde er Mitglied einer renommierten Anwaltsfirma in Little Rock. Kurze Zeit darauf fanden sich wieder einige seiner Anhänger zusammen und garantierten ihm stattliche Wahlkampfspenden, sodass er mit den Vorbereitungen auf die kommende Wahl beginnen konnte. Am 2. November 1982 trat er erneut als Kandidat bei der Gouverneurswahl an, die er auch gewann. Nach seinen erfolgreichen Wiederwahlen blieb er bis zum 12. Dezember 1992 im Amt. In den Jahren zwischen 1983 und 1992 setzte er, gegen teils enorme Widerstände der Lehrerschaft, eine Schulreform in Arkansas durch, die als Vorbild für viele andere US-amerikanische Bundesstaaten Beachtung fand. Das Wirtschaftswachstum wurde gefördert und neue ethische Standards, insbesondere auch im Hinblick auf die Gleichstellung von schwarzer und weißer Bevölkerung, wurden festgelegt. Eine Verfassungsänderung in Arkansas verlängerte 1986 die Amtszeiten der Gouverneure von zwei auf vier Jahre. Bill Clinton war Mitglied zahlreicher Gouverneursvereinigungen und anderer länderübergreifender Kommissionen. Im Dezember 1992 trat er von seinem Amt zurück, um sich auf sein Amt als US-Präsident vorzubereiten. Am 3. November 1992 hatte er die Präsidentschaftswahl gewonnen.

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