An diesem Tag

Bill Bruford

Britischer Schlagzeuger

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William Scott „Bill“ Bruford (* 17. Mai 1949 in Sevenoaks, Kent, England) ist ein britischer Schlagzeuger, der durch seinen kraftvollen, virtuos-komplexen polyrhythmischen und polymetrischen Spielstil und als prominente Person der Progressive-Rock-Bewegung der späten 1960er- und 1970er-Jahre sowie der Jazzszene bekannt ist. Der Rolling Stone listete Bruford 2016 auf Rang 16 der 100 größten Schlagzeuger aller Zeiten.

Bruford wurde vor allem durch seine Mitgliedschaft in einigen der bedeutendsten Progressive-Rock-Bands bekannt; so wirkte er als Musiker bei Yes, King Crimson, Pavlov’s Dog (1976 live) und Genesis (1976 live auf der A-Trick-of-the-Tail-Tour) mit. In den 1980er Jahren hat er das Schlagzeugspiel durch den Einsatz von elektronischen Schlagzeugen und den Melodic-Drumming-Stil beeinflusst.

Mit zwölf Jahren bekam Bruford sein erstes Schlagzeug von seinen Eltern. Zu diesem Zeitpunkt hörte er bereits britischen Jazz, darunter Chris Barber und Acker Bilk. Kurze Zeit später verfolgte er die BBC-Reihe Jazz 625 im Fernsehen, über die er die aktuellen amerikanischen Stars kennenlernte. 1962 schenkte ihm seine Schwester sein erstes Paar Besen.

In den Jahren 1963 bis 1967 spielte Bruford mit jazzinteressierten Mitschülern zusammen. Er erhält zeitweise Musikunterricht, unter seinen Lehrern ist Lou Pocock, Schlagzeuger beim Royal Philharmonic Orchestra.

Bruford begann seine professionelle Karriere als Mitglied der englischen Progressive-Rock-Band Yes, der er von 1968 bis 1972 angehörte. Im Juni 1968 gründeten Sänger Jon Anderson und Bassist Chris Squire in London die Band. Auf Bill Bruford kamen die beiden durch eine Kleinanzeige Brufords im Melody Maker, der nach zwei erfolglosen Versuchen eine neue Band suchte. Der Sänger Anderson war begeistert von Brufords Spieltechnik, und so wurde er der dritte im Bunde. Kurze Zeit später hatte man sich darauf verständigt, den Keyboarder Tony Kaye und den Gitarristen Peter Banks, mit dem Squire schon bei The Syn zusammenspielte, in die Band zu holen.

Im September verließ Bruford die Band bereits wieder, um ein Studium der Wirtschaftslehre und der Soziologie an der Universität von Leeds aufzunehmen. Allerdings stellte sich mit dieser, auch von den Eltern gewünschten, Entscheidung ein andauerndes Gefühl der Unzufriedenheit ein. Als Bruford erfuhr, dass Yes keinen adäquaten Ersatz am Drumset fanden, ließ er sich dann nach einem Auftritt der Band an seiner Uni überreden, wieder einzusteigen. Nachdem ihm die Universitätsleitung ein Jahr Freigang, um zu touren, nicht gestattete, brach Bruford das Studium endgültig ab und wurde langjähriges Mitglied bei Yes.

Die ersten beiden Yes-Platten, noch stark von den Beatles und der Popmusik der späten 1960er-Jahre beeinflusst, sind durch Brufords für diesen Kontext ungewöhnlich jazziges Schlagzeugspiel geprägt. Auf drei weiteren Alben, The Yes Album, Fragile und Close to the Edge, die heute als Klassiker des Progressive Rock gelten, entwickelte er einen eigenen, charakteristischen Rock-Schlagzeugstil, der Jazzelemente beibehielt, aber klar im Rockbereich anzusiedeln ist. Ein frühes Beispiel für sein charakteristisch orchestrales Spiel ist das Stück Heart of the Sunrise vom Album Fragile (1971).

Angestrengt vom zeitraubenden Perfektionismus Yes' und überzeugt davon, dass er mit Close to the Edge den Gipfel der kreativen Möglichkeiten der Band erreicht habe, verließ Bruford im Jahre 1972 Yes, um sich Robert Fripps' King Crimson anzuschließen. Yes, die kurz vor dem Beginn einer großen Tournee standen, ersetzten Bruford durch den ehemaligen Schlagzeuger der John-Lennon-Band, Alan White.

Die düstere, avantgardistischere, wie der Jazz auf Improvisation bauende Musik King Crimsons hatte Bruford schon seit einigen Jahren fasziniert.

Bandleader Robert Fripp, der sich 1972 vor die Aufgabe gestellt sah, eine vollkommen neue Band zusammenzustellen (da die vorige Besetzung nach der letzten Tournee auseinandergefallen war), konnte neben Bruford den Ex-Family-Sänger und -Bassisten John Wetton, Jamie Muir (Perkussion) und den Geiger David Cross engagieren. Die Texte schrieb Wettons langjähriger Freund Richard Palmer-James.

Die Musik der neuen Besetzung vereinigte Einflüsse von Hard Rock und Heavy Metal mit Jazz und experimentellen Elementen. Besonders die Rhythmussektion Bruford und Wetton stach durch ihre Präzision und Improvisationskunst hervor.

Mit King Crimson spielte Bruford drei Alben ein, bis Fripp die Band nach Red im September 1974 auflöste.

1973 hatte Bruford geheiratet.

Danach schloss er sich verschiedenen Bands an, er spielte und tourte zunächst mit Gong. 1975 arbeitete er als Sessionmusiker für seine ehemaligen Yes-Kollegen Steve Howe und Chris Squire, für Roy Harper und die Bands Pavlov’s Dog, Absolute Elsewhere und National Health.

1976 spielte er mit Phil Collins’ Brand X und schloss sich für kurze Zeit Genesis an, wo er Collins am Schlagzeug ersetzte, da dieser die Aufgaben von Peter Gabriel als Sänger übernahm. Mit Genesis spielte Bruford sein 1.000. Konzert und ist auf dem Live-Album Seconds Out zu hören.

1977 war es zu Gesprächen zwischen Bruford, Wetton und dem ehemaligen Yes-Keyboarder Rick Wakeman gekommen. Eine geplante musikalische Zusammenarbeit kam jedoch nicht zustande, da Wakemans Plattenfirma aus vertraglichen Gründen die Gründung einer neuen Band verhinderte. Die drei Musiker schrieben jedoch einige Songs zusammen, darunter Back to the Beginning, Beelzebub und Paper Talk, von denen einige später für Soloalben von Wetton und Bruford neu aufgenommen wurden.

Bruford und Wetton wollten ihre Zusammenarbeit jedoch fortsetzen. Jeder von beiden versuchte daher, einen weiteren Musiker für eine nun neu zu gründende Band zu gewinnen. Bruford konnte den gefragten Fusion-Gitarristen Allan Holdsworth engagieren, Wetton engagierte den Keyboarder und Geiger Eddie Jobson, der zuvor mit Curved Air und Roxy Music bekannt geworden war. Gemeinsam gründeten sie die letzte Progressive-Rock-Supergroup der 1970er-Jahre, UK.

In dieser Besetzung spielte die Band allerdings nur das 1978 veröffentlichte Debüt-Album U.K. ein. Nach einer erfolgreichen Welttournee verließen Holdsworth und Bruford die Band. Bruford wurde durch Terry Bozzio (ex-Frank Zappa) ersetzt und die Band arbeitete als Trio weiter.

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