An diesem Tag

Big Bear

Häuptling der Plains Cree

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Mistahimaskwa, bekannt als Big Bear (* um 1825; † 17. Januar 1888), war ein Häuptling der Cree, genauer der Plains Cree. Er führte den letzten indianischen Widerstand gegen die Zerstreuung der Cree auf zahlreiche Reservate und forderte ein großes Gesamtreservat. Ein Aufstand der jungen Krieger unter der Führung eines seiner Söhne zerstörte 1885 diese Pläne. Er hatte mindestens vier Söhne von verschiedenen Frauen, einer von ihnen war an seiner Entmachtung beteiligt. Er versuchte stets, den bewaffneten, nach seiner Einschätzung aussichtslosen offenen Konflikt zu vermeiden. Er wurde 1885 zu drei Jahren Gefängnis wegen Verrats verurteilt und nicht als Kriegsgegner behandelt.

Am 27. Mai 1971 ehrte die kanadische Regierung, vertreten durch den für das Historic Sites and Monuments Board of Canada zuständigen Minister, Mistahimaskwa und erklärte ihn zu einer „Person von nationaler historischer Bedeutung“.

Mistahimaskwa wurde um 1825 als Sohn des Ojibwa-Häuptlings Mukitou (Black Powder) in der Nähe des Jackfish Lake geboren. Seine Muttersprache war einer der Cree-Dialekte, doch beherrschte er ebenso gut die Sprache der Ojibwa. Als er zwölf Jahre alt war, überlebte er die Pocken, doch war sein Gesicht von Narben gezeichnet. Wahrscheinlich wuchs er bei Plains Cree auf, die meist am North Saskatchewan River überwinterten und deren Überleben von der sommerlichen Büffeljagd abhing. Seinen Namen erhielt er wohl aufgrund einer Vision des Bear Spirit, des Bärengeistes, der bei den Cree verehrt wurde. Eine Bärentatze schützte sein Leben.

Häuptling, Kampf gegen Blackfoot (1870)

Charles Alston Messiter berichtete im November 1862, Big Bear sei der „head chief“ eines großen Cree-Lagers bei Fort Carlton. John Sinclair, Händler der Hudson’s Bay Company berichtete 1865, Big Bear sei von Carlton nach Pitt gezogen, wo er Häuptling eines kleinen Stammes (band) von Verwandten gewesen sei. Dazu zählten demnach nur 12 Zelte oder 20 Männer. Offenbar genoss er dennoch großes Ansehen. Er nahm anscheinend am Kampf gegen die Blackfoot teil, der in der Schlacht am Belly River (nahe Lethbridge in Alberta) im Oktober 1870 stattfand. Jerry Potts berichtete später, dass 200 bis 300 Cree und 40 Blackfeet dabei getötet worden seien. Es war demnach die größte und letzte Schlacht zwischen Plainsindianern auf dem Boden Kanadas.

Kanadas Versuch, die Landräumung zu erzwingen (ab 1870)

Als die 1867 gegründete Kanadische Konföderation ab 1870 die Gebiete der Hudson’s Bay Company übernahm, versuchte die Regierung durch ihren Vertreter Edgar Dewdney mit den Indianern Verträge abzuschließen, die das Land für die erhofften großen Mengen an Siedlern freimachen sollten. Die Indianer wiederum hatten mit dem Abschlachten der Büffel ihre Nahrungsgrundlage verloren und erhofften sich gegen Verleihung (nicht Aufgabe) ihres Landes Unterstützung bei der Umstellung auf Vieh- und Landwirtschaft. Doch Big Bear zögerte, den Vertrag Nr. 6 von den so genannten Numbered Treaties zu unterzeichnen. Er führte seinen Stamm zu den Cypress Hills, doch musste er feststellen, dass die Regierungsvertreter versuchten, ihn durch Hunger zum Unterzeichnen zu zwingen.

1873 war es im Zusammenhang mit der Büffeljagd bereits zu Streitigkeiten mit Gabriel Dumont gekommen, von dem sich Big Bear nicht vorschreiben lassen wollte, wie die Büffel zu jagen waren. Im Sommer 1874 kam der HBC-Händler William McKay mit Geschenken, wie Tee und Tabak, um die Ankunft der North-West Mounted Police zu erklären. McKay berichtete, dass viele Plains Cree die Geschenke annahmen, doch dass zwei Familien der Gruppe um Big Bear die Geschenke ablehnten. Sie glaubten, sie seien nur dazu da, sie zu einem Vertrag zu überreden. McKay berichtet, Big Bears Lager habe 65 „lodges“ umfasst, also rund 520 Leute. Hingegen führte Sweet Grass (Wikaskokiseyin), der bereits 1871 von der HBC als „The Chief of the Country“ bezeichnet worden, und der von Father Albert Lacombe unter dem Namen Abraham getauft worden war, nur 56 Leute.

Big Bear erschien Reverend George Millward McDougall, der 1875 die gegen die Verträge aufgebrachten Plains-Indianer beruhigen sollte, besonders problematisch. Der Methodist und Missionar meinte, die meisten Indianer seien moderat in ihren Forderungen, während Big Bear versuche, in ihren Versammlungen die Führerschaft zu gewinnen. Er verlangte, dass die Führer Kanadas „wie Männer“ selbst kommen sollten.

Ablehnung des Vertrages (1876, 1878)

Lieutenant governor Alexander Morris erschien tatsächlich im August 1876, um Vertrag Nr. 6 der Numbered Treaties auszuhandeln. Dabei ging es um 120.000 Quadratmeilen Land. Big Bear erschien nicht in Fort Carlton und kam erst am 13. September nach Fort Pitt, einen Tag nach dem Vertragsabschluss und den zugehörigen Zeremonien. Sweet Grass und andere Cree- und Ojibwa-Häuptlinge drängten ihn zur Unterzeichnung, doch Big Bear, der beanspruchte für alle Cree und Assiniboine zu sprechen, meinte mehrdeutig: „Halt, meine Freunde … ich werde bitten, mich vor dem zu bewahren, was ich am meisten fürchte – zu hängen. Es wurde uns nicht aufgetragen, den Strick um unseren Nacken zu tragen.“ Der Vizegouverneur schloss daraus, Big Bear sei ein Feigling, doch könnte es sich auch um eine prophetische Metapher für die Zukunft der Plains-Indianer handeln. Jedenfalls unterzeichnete Big Bear nicht den Vertrag, womit er der erste der bedeutenden Häuptlinge war, die sich weigerten.

Er weigerte sich sechs Jahre lang und zog damit immer mehr unabhängige Krieger an. Mit Morris’ Nachfolger David Laird traf er im August 1878 am Sounding Lake zusammen. Erneut wies er alle Geschenke zurück. Im Oktober stellte die von Little Pine [Minahikosis] geführte Gruppe fest, dass Landvermesser nahe dem heutigen Medicine Hat in Alberta tätig waren. Little Pine nahm Kontakt mit Big Bear auf, der an den Red Deer Forks (Saskatchewan) war. Die Landvermesser ihrerseits riefen um Hilfe in Fort Walsh (Saskatchewan). Colonel Acheson Gosford Irvine stimmte mit Big Bear überein, dass die Landvermessungen bis zur Unterzeichnung eines Vertrages ruhen sollten.

Im Winter 1878 auf 1879 stand Big Bear auf dem Höhepunkt seines Einflusses. Da kaum noch Büffel kamen, wurde den Indianern klar, dass die zugesagten winzigen Reservate und die 5 Dollar Jahreszahlungen nichts wert waren, wenn die Jagd nicht mehr möglich war. Dennoch hielt sich Big Bear zurück. Im März 1879 stellte Pater Jean-Marie-Joseph Lestanc, der sich bei den Métis an den Red Deer Forks aufhielt, dass sich alle Stämme, namentlich Sioux, Blackfoot, Blood, Sarcee, Assiniboine, Stoney, Cree und Saulteaux zusammengefunden hatten. Superintendent Leif Newry Fitzroy Crozier von der North West Mounted Police erzielte keinerlei Verhandlungserfolge. Möglicherweise verhandelten Sitting Bull, Crowfoot [Isapo-muxika] und vielleicht sogar Gabriel Dumont mit Big Bear, womit sie alte Feindschaften überbrückt hätten.

Edgar Dewdney, Sir John A. Macdonalds neuer Indian commissioner, kam im Juni 1879 nach Fort Walsh. Big Bear beklagte die schlechten Vertragsvorschläge. Little Pine gab angesichts der katastrophalen Ernährungssituation auf und unterzeichnete am 2. Juli für 472 Leute. Trotz Nahrungsmitteln und Reservat weigerte sich Big Bear weiterhin.

Ausweichen nach Montana (1879), Vertrag (1882), Kampf um größere Reservate

Daher zog er mit seinen Anhängern südwärts in die USA, nach Montana und traf sich mit Sitting Bull und Louis Riel, dem Führer der Métis. Doch musste er erkennen, dass nur sein Handzeichen seinen Stamm vor dem Verhungern retten könnte, denn die letzten Büffel waren verschwunden. Big Bear fischte nun am Cypress Lake in Saskatchewan und man jagte auch Kleintiere, doch am 8. Dezember 1882 unterzeichnete er für seine 247 verbliebenen Leute den Vertrag Nr. 6. Dennoch erhielt der Stamm, mit der Begründung, Big Bear habe sich kein Reservat ausgesucht, immer noch keine Lebensmittel.

Er hatte zunächst ein Reservat bei Fort Pitt verlangt, und im Juli 1883 zog seine Band dorthin. Nun besuchte er seine Freunde in ihren kleinen Reservaten am North Saskatchewan. Er kannte ihre katastrophale Situation und forderte nun ein Reservat an anderer Stelle. Mehrere Besuche durch Angestellte des Indian Department durch Hayter Reed und Edgar Dewdney sowie den deputy superintendent general of Indian affairs Lawrence Vankoughnet aus Ottawa führten zu nichts. Stattdessen forderte Big Bear die Stämme auf, um ein gemeinsames, großes Reservat zu kämpfen.

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