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Biathlon

Kombinationssportart aus Skilanglauf und Schießen

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Biathlon (lateinisch/griechisch für Zwei(fach)-Kampf, von lateinisch bi‑ und athlon, dies von griechisch ἆθλον) ist eine vornehmlich im Winter ausgetragene Sportart, die als Kombinationssportart die Disziplinen Skilanglauf und Schießen kombiniert. Der Langlauf ist eine Ausdauer-, das Schießen eine Präzisionssportart. Geschossen wird im liegenden und stehenden Anschlag, Reihenfolge und Häufigkeit sind dabei von der Disziplin abhängig.

Biathlon entwickelte sich von einer zunächst wenig verbreiteten Randsportart zu einer medial stark präsenten Wintersportdisziplin. Seit den 1990er-Jahren steigt das Zuschauerinteresse kontinuierlich, sodass Biathlon heute insbesondere in Deutschland und Europa zu den populärsten Wintersportarten zählt.

Biathlon ist eine der bei Olympischen Winterspielen ausgetragenen Sportarten, in nichtolympischen Jahren werden Biathlon-Weltmeisterschaften veranstaltet. Weitere internationale Rennen werden im Rahmen des Biathlon-Weltcups ausgetragen.

Frühe Geschichte des Biathlons

In Norwegen entdeckte Höhlenmalereien beweisen, dass der Mensch schon vor über 5000 Jahren die Jagd auf Skiern als geeignetes Mittel zur Verfolgung von Wildtieren im Schnee einzusetzen wusste. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen dazu finden sich bereits in der chinesischen, griechischen und römischen Geschichte; so beschreibt z. B. der römische Dichter Vergil etwa 40 v. Chr. die Jagd auf Skiern. Die Abbildung eines mit Pfeil und Bogen jagenden Mannes auf Skiern fand sich auch auf einem aus dem Jahr 1050 stammenden Runenstein aus Balingista in Norwegen.

Die Ursprünge des Biathlonsports liegen vor allem im militärischen Bereich. Bereits zu Beginn der Wikingerzeit verteidigten sich die Ureinwohner Nordnorwegens erfolgreich auf Skiern gegen Wikingereinfälle. Im Mittelalter waren die schnellen und flexiblen Skiregimenter fester Bestandteil der Armeen in Skandinavien und Russland.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich das Skifahren zum wichtigsten Militärsport in Nordeuropa. Ein guter Skisoldat beherrschte sowohl das Schießen als auch den Langlauf. An der schwedisch-norwegischen Grenze maßen sich bereits im Jahre 1767 Grenzsoldaten beider Länder im Wettkampf, bei dem im vollen Skilauf mit dem Gewehr geschossen werden musste. 1776 sind erstmals Skiwettbewerbe mit Schießeinlagen (Gewehre/Pistolen) in norwegischen Dörfern durchgeführt worden. Bis zur Veranstaltung erster organisierter Wettkämpfe im späten 19. Jahrhundert diente die Kombination aus Langlauf und Schießen jedoch ausschließlich der Jagd und militärischen Zwecken.

Der erste Biathlonverein wurde 1861 in Norwegen mit dem Gewehr- und Skiklub von Trysil gegründet. Im deutschen Sprachraum entwickelten sich sowohl der Militärskilauf als auch die allgemeine Variante ebenfalls erst Ende des 19. Jahrhunderts. Im Deutschen Reich fanden 1895 erstmals militärische Skilaufmeisterschaften statt. 1912 wurde in Norwegen ein Einzellauf ausgetragen, bei dem zweimal 10 Schüsse abgegeben werden mussten und der damit dem heutigen Einzelwettkampf schon sehr nahekam. Die Veranstaltung dieser Wettkämpfe oblag dem Militär, weshalb die Teilnehmer sich ausschließlich aus Armeeangehörigen rekrutierten. Die fabrikmäßige Fertigung von Skiern in österreichischen Werkstätten ab 1906 erleichterte und förderte den Sport wesentlich.

Aus diesen Wettkämpfen entwickelte sich bis 1915 der Militärpatrouillenlauf, der als Vorgänger des heutigen Biathlons angesehen wird. Während im Biathlon von jeher Einzel- und Staffelrennen gelaufen wurden, definierte sich die Militärpatrouille bis 1930 als reiner Mannschaftswettkampf. Eine Militärpatrouille hatte jeweils aus einem Offizier, einem Unteroffizier und zwei Soldaten zu bestehen. Die Streckenlänge betrug zwischen 25 und 30 Kilometer, wobei nach der Hälfte der Distanz eine Schussprüfung im Liegendschießen zu absolvieren war. Für jeden Treffer bekam die Mannschaft, die geschlossen das Ziel erreichen musste, eine Zeitgutschrift von dreißig Sekunden.

Ab 1910 gab es die Disziplin „Militärischer Patrouillenlauf“ im Wintersport. Bei den Olympischen Winterspielen 1924, 1928, 1936 und 1948 wurde diese Disziplin ausgetragen. 1930 fanden die ersten Weltmeisterschaften im Militärpatrouillenlauf statt, mit Einzel- und Staffelrennen; unter dieser Bezeichnung wurde es bis 1948 geführt, ab 1949 setzte sich der Name Biathlon (griechisch: Zweikampf) durch. Der neue Name wurde vom Vorsitzenden des 1948 in Sandhurst (Großbritannien) gegründeten Internationalen Verbandes für Modernen Fünfkampf und Biathlon (UIPMB), dem schwedischen General Sven Thofelt, vorgeschlagen. Diesem Verband war Biathlon bis zur Saison 1993/94 angeschlossen. Danach wurde eine eigenständige Dachorganisation, die Internationale Biathlon Union (IBU) gegründet. Deshalb zählt Biathlon nun als eigene Sportart; in Deutschland werden die Aktiven vom Deutschen Skiverband (DSV) koordiniert.

Seine Hochblüte hatte der Militärpatrouillenlauf in den 1920er- und 1930er-Jahren. Bei der Internationalen Winterwoche des Sports von 1924, die das IOC nachträglich zu den ersten Olympischen Winterspielen erklärte, war der Militärpatrouillenlauf Teil des offiziellen Programms und stand danach bei den Olympischen Winterspielen von 1928, 1936 und 1948 als Demonstrationswettbewerb auf dem Programm.

Zwischen 1930 und 1941 fanden Weltmeisterschaften im Militärpatrouillenlauf statt, bei denen sowohl Titel im Einzel- als auch im Mannschaftskampf vergeben wurden. Anfangs wurden nur aktive Soldaten für Wettkämpfe zugelassen, die unter dem Befehl eines Offiziers standen. Im Rahmen von Heeresmeisterschaften und Militärweltmeisterschaften wird der Patrouillenlauf bis heute durchgeführt. Eine der bekanntesten Wettkampfveranstaltungen ist die Schweizer Patrouille des Glaciers, an der auch zivile Skibergsteigermannschaften teilnehmen.

Geschichte des modernen Biathlons

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten die Entmilitarisierung der Sportart und die Öffnung für zivile Athleten. Bei den Olympischen Winterspielen 1948 wurde neben dem Militärpatrouillenlauf auch der Winter-Pentathlon (Reiten, Degenfechten, Schießen, Skilanglauf, Abfahrt) als winterliche Entsprechung des Modernen Fünfkampfs als Demonstrationswettbewerb zugelassen. Der am 3. August 1948 gegründete Verband Union Internationale de Pentathlon Moderne (UIPM) zeigte Interesse an der Aufnahme eines Wintersportbewerbs und entschied sich für die Kombination aus Laufen und Schießen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden der UIPM, dem schwedischen General Sven Thofelt, wurde der Name Biathlon eingeführt.

1954 erkannte das IOC Biathlon als eigenständige Sportart an. 1960 wurde er erstmals mit dem Einzelrennen in das olympische Programm aufgenommen. Weitere Disziplinen wie Staffel, Sprint, Verfolgung und Massenstart folgten schrittweise.

1955 führte der Internationalen Verband des Modernen Fünfkampfes (UIPM) das Konzept des modernen Winterbiathlons ein. Die Wettkampfregeln wurden am 17. November 1956 in Australien genehmigt und die UIPM wurde offiziell zum Verband beider Sportarten. 1957 erfolgte schließlich die formelle Aufnahme in den UIPM und 1968 die Umbenennung des Verbandes in UIPMB. Diesem Verband blieb Biathlon bis zur Gründung der Internationalen Biathlon Union (IBU) als unabhängigem Verband innerhalb der UIPMB bis 1993 angeschlossen. Die formale Trennung beider Verbände erfolgte 1998. Die wichtigsten Biathlonwettkämpfe werden seit Beginn des 21. Jahrhunderts von der IBU veranstaltet. Damit ist Biathlon der einzige Skisport, der nicht von der Fédération Internationale de Ski (FIS) reglementiert wird.

Seit den Winter-Paralympics 1988 in Innsbruck wird Biathlon auch bei Paralympischen Spielen ausgetragen. Seit 1992 starten auch Athleten mit Sehbehinderungen.

Geschichte des Frauenbiathlons

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