Lichtenberg ist der elfte Bezirk von Berlin. Er entstand 2001 durch die Fusion der bis dahin eigenständigen Bezirke Lichtenberg und Hohenschönhausen.
Alle Ortsteile des heutigen Bezirks gehören seit der Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920 zum Berliner Stadtgebiet, darunter der namensgebende Ortsteil Lichtenberg.
Die bedeutendste und flächenmäßig größte Naturanlage im Bezirk ist der Tierpark Berlin, der 1955 eröffnet wurde. Er entstand aus dem früheren Friedrichsfelder Schlosspark.
Der Landschaftspark Herzberge ist ein Landschaftsschutzgebiet im Ortsteil Lichtenberg. Es wird durch die Beweidung der Flächen mit Rauhwolligen Pommerschen Landschafen landwirtschaftlich genutzt.
Der Stadtpark Lichtenberg, Anfang des 19. Jahrhunderts von General Wichard von Möllendorff als Gutspark angelegt, gehörte seit 1907 der Stadt Lichtenberg. Hier gibt es einen Rodelhang, Sportplätze, ein Planschbecken und Liegewiesen.
Der Fennpfuhlpark, etwa 12,5 Hektar groß, wurde Anfang der 1970er Jahre zusammen mit dem Bau der umliegenden Großwohnsiedlung geplant und angelegt. Die beiden etwa 20.000 Jahre alten Pfühle sind Relikte aus der letzten Eiszeit und wurden bei einer Sanierung zwischen 1978 und 1981 durch einen Kanal verbunden.
Der Rummelsburger See ist eine Spreebucht mit einer Länge von 1,6 km. Am Ufer waren bis zur deutschen Wiedervereinigung zahlreiche Industrieunternehmen angesiedelt, wodurch der See noch immer (Stand: 2023) stark kontaminiert ist.
An der Grenze zwischen den Ortsteilen Weißensee und Alt-Hohenschönhausen befinden sich der Faule See, der Orankesee und der Obersee mit sie umgebenden Parks. 1933 wurde der Faule See als Naturschutzgebiet gesichert. Durch die Bildung einer großen Faulschlammschicht verlandet der Faule See allmählich. Er ist Brut- und Raststätte für seltene Wasservogelarten, hier finden sich Röhrichte und typische Erlen- und Weidenbestände.
Der Bezirk besteht aus zehn Ortsteilen. Die Ortsteile Fennpfuhl, Friedrichsfelde, Karlshorst, Lichtenberg und Rummelsburg gehörten schon vor der Bezirksfusion 2001 zum alten Bezirk Lichtenberg. Die Ortsteile Alt-Hohenschönhausen, Falkenberg, Malchow, Neu-Hohenschönhausen und Wartenberg bildeten von 1985 bis 2001 den Bezirk Hohenschönhausen.
Innerhalb der amtlichen Ortsteile werden durch Tradition auch einzelne Gebiete unterschieden. Sie sind unter dem Ortsteilnamen gesondert angegeben.
Lebensweltlich orientierte Räume
Lebensweltlich orientierte Räume (LOR) bilden in Berlin die kleinräumige Gliederung der Stadt mit einer Abgrenzung nach fachlichen Kriterien. Sie werden für sozialräumliche Planungszwecke genutzt und haben das Raumbezugssystem der Statistischen Gebiete / Verkehrzellen ersetzt. Angaben zu den Bevölkerungsstrukturen in diesen Planungsgebieten sind im Kiezatlas der Sozialraumdaten online zugänglich. Die Schlüsselnummern der LOR setzen sich jeweils aus den zwei Ziffern des Bezirks (Lichtenberg=11), dem Prognoseraum, der Bezirksregion (ungefähr an den Ortsteilen ausgerichtet) und den eigentlichen Planungsräumen zusammen.
Die frühesten archäologischen Funde auf dem Gebiet des Bezirks datieren aus der mittleren Steinzeit, aber auch Funde aus der Bronzezeit, Eisenzeit und dem Frühmittelalter zeugen von einer wiederkehrenden Besiedelung vor der mittelalterlichen deutschen Landnahme.
Der Verwaltungsbezirk Lichtenberg entstand im Jahr 1920 durch Zusammenlegung mehrerer Städte, Gemeinden und Gutsbezirke. Das eigentliche Lichtenberg, heute auch als Alt-Lichtenberg bezeichnet, ist eine dieser Siedlungen. Viele Ortsteile des Bezirks Lichtenberg tragen die Namen dieser ehemaligen Gemeinden.
Falkenberg: Falkenberg wird in der Schreibung Valkenberg 1370 erstmals in einer Urkunde des Markgrafen Otto V. genannt. Marie-Elisabeth von Humboldt, Mutter von Alexander und Wilhelm von Humboldt, erwarb 1791 das Rittergut Falkenberg. Nach ihrem Tod wurde sie in der Falkenberger Kirche beigesetzt.
Fennpfuhl: dieser Ortsteil entstand in den 1970er Jahren im Zusammenhang mit der Errichtung eines ganzen Wohnkomplexes, Namensgeber ist der eiszeitlich entstandene Fennpfuhl.
Friedrichsfelde: Der erste historische Nachweis für das Dorf Rosenfelde (1699 in Friedrichsfelde umbenannt) stammt aus dem Jahr 1265.
Alt-Hohenschönhausen: Die Nennung von Henricus bilrebeke (Heinrich Billerbeck) als Pfarrer der Kirche im Jahr 1352 ist der erste direkte Nachweis des Ortes Hohenschönhausen.