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Berti Vogts

Deutscher Fußballspieler und -trainer

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Hans-Hubert „Berti“ Vogts (* 30. Dezember 1946 in Büttgen, heute zu Kaarst, Region Niederrhein), Spitzname Terrier, ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und Fußballtrainer.

Berti Vogts spielte innerhalb von 14 Jahren 419-mal in der Fußball-Bundesliga für Borussia Mönchengladbach. Kein anderer Spieler war in der Bundesliga häufiger für diesen Verein aktiv. Als Mannschaftskapitän führte er die Borussia 1975 und 1979 jeweils zum UEFA-Pokal-Sieg und war beim Gewinn aller fünf Meisterschaften des Vereins Teil der Mannschaft; in der Nationalmannschaft kam er 96-mal zum Einsatz und wurde Europameister 1972 und Weltmeister 1974. Bei der Weltmeisterschaft 1978 war Vogts Mannschaftskapitän der deutschen Mannschaft.

Er trainierte die Nationalmannschaften von Deutschland, Kuwait, Schottland (er ist der einzige Nichtschotte, der jemals Trainer dieser Nationalmannschaft war), Nigeria und Aserbaidschan. Sein größter Erfolg als Trainer war der Gewinn der Europameisterschaft 1996.

Berti Vogts wurde am 30. Dezember 1946 im niederrheinischen Büttgen geboren und wuchs während der Nachkriegszeit in einfachen, kleinbürgerlichen Verhältnissen im Ort Kleinenbroich (heute zu Korschenbroich) auf. Sein Vater war als selbständiger Schuhmacher tätig. Im Alter von zwölf Jahren verlor Vogts seine Mutter, die an Leukämie verstarb; im Folgejahr auch den Vater, der an Herzproblemen litt. In der Doku-Serie Elf Helden – Ein Albtraum wird erwähnt, dass ihm nach dem Tod seiner Eltern sogar von einem Pfarrer eingeredet worden sei, er trage Mitschuld an der Erkrankung und dem Tod seines Vaters – eine Erfahrung, die ihn zusätzlich stark belastete. Durch diese Schicksalsschläge wurde Vogts zum Vollwaisen und lebte fortan im Haushalt seiner Tante in bescheidenen finanziellen Verhältnissen. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Vogts beim Unternehmen Bauer & Schauerte eine Lehre zum Werkzeugmacher. Von 1954 bis 1965 spielte er in den Jugendmannschaften des VfR Büttgen. Er galt als zweikampfstarker Manndecker, der 1964/65 neun Länderspiele für die Jugend-Nationalmannschaft bei UEFA-Juniorenturnieren bestritt.

1965 wechselte der 18-jährige Vogts auf Anraten von Dettmar Cramer zum Bundesliga-Aufsteiger Borussia Mönchengladbach. Die Ablösesumme betrug 28.000 D-Mark. Sein Bundesligadebüt gab er am 14. August 1965 beim 1:1 gegen Borussia Neunkirchen. Als jüngster Akteur auf dem Spielfeld überzeugte der Rechtsverteidiger auf Anhieb und rettete nach zeitgenössischen Berichten gleich mehrfach auf der eigenen Torlinie, wodurch er maßgeblich zum Punktgewinn beitrug. Mönchengladbachs Trainer Hennes Weisweiler wurde früh zu einer prägenden Figur in Vogts’ Karriere und übernahm nicht nur die Rolle des sportlichen Förderers, sondern auch die seines „Ziehvaters.“ Unter seiner Anleitung entwickelte sich der technisch limitierte Vogts zu einem Musterbeispiel an Disziplin, Professionalität und Einsatzbereitschaft. Obwohl er mit einer Körpergröße von lediglich 1,68 Metern nicht den klassischen Anforderungen an einen Verteidiger entsprach, kompensierte er dies durch außergewöhnlichen Ehrgeiz, enorme Laufbereitschaft und kompromisslosen Kampfgeist. Aufgrund seiner bissigen und hartnäckigen Spielweise erhielt Vogts den Spitznamen Terrier.

Die 1970er Jahre standen im Zeichen der sportlichen Rivalität zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München. Gemeinsam mit Spielern wie Günter Netzer, Jupp Heynckes, Herbert Wimmer, Rainer Bonhof und Allan Simonsen prägte Vogts die erfolgreichste Epoche der Vereinsgeschichte. Der unermüdliche und mannschaftsdienliche Kämpfer gehörte zu den Schlüsselspielern der berühmten „Fohlenelf“, die durch ihren offensiven und attraktiven Spielstil europaweit Anerkennung fand. Im Jahr 1971 wurde Vogts als erster Abwehrspieler überhaupt zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt – eine Auszeichnung, die seine herausragende sportliche Bedeutung unterstrich. Das Fachmagazin Kicker stufte ihn während seiner aktiven Karriere in der Rangliste des deutschen Fußballs insgesamt elfmal in die Kategorie Weltklasse ein. Innerhalb der Mannschaft galt Vogts als verlässliche Führungspersönlichkeit und wichtiger Vermittler. Insbesondere in der oftmals angespannten Beziehung zwischen dem autoritären Weisweiler und dem eigenwilligen Netzer nahm er wiederholt eine ausgleichende Rolle ein. Nach Netzers Wechsel zu Real Madrid übernahm Vogts 1974 das Amt des Mannschaftskapitäns und behielt es auch unter Weisweilers Nachfolger Udo Lattek. Mit der Borussia gewann Vogts fünf Deutsche Meisterschaften (1970, 1971, 1975, 1976, 1977), einmal den DFB-Pokal (1973) sowie zweimal den UEFA-Pokal (1975, 1979). Zudem stand er zwei weitere Male in einem Europapokal-Endspiel gegen den FC Liverpool, die jedoch verloren wurden (1973, 1977).

Zu Beginn seiner letzten Profi-Saison (1978/79) erlitt Vogts in der ersten Runde des DFB-Pokals einen Bein- und Knöchelbruch, der ihn monatelang außer Gefecht setzte. Er kehrte erst Ende April 1979 wieder in den Spielbetrieb zurück und half dabei mit, die kriselnde Borussia vor dem Abstieg zu bewahren. Allerdings stand bereits fest, dass er nach Saisonende seine aktive Laufbahn beenden und als Jugendtrainer zum DFB wechseln würde. Seine drittletzte Partie als Profifußballer bestritt Vogts am 23. Mai 1979 im Rückspiel des UEFA-Pokal-Finales gegen FK Roter Stern Belgrad (1:0). Der Titelgewinn bildete den krönenden Abschluss seiner 14-jährigen Karriere für Borussia Mönchengladbach und der scheidende Kapitän prophezeite, dies werde der letzte Triumph für lange Zeit sein. 1979 erhielt Vogts zum zweiten Mal die Auszeichnung als Fußballer des Jahres.

Zwischen 1965 und 1979 absolvierte Berti Vogts 419 Bundesliga-Einsätze (33 Tore) für Borussia Mönchengladbach und ist damit Rekordspieler des Vereins. Dabei erhielt er keinen Platzverweis. Insgesamt kam er in 538 Pflichtspielen zum Einsatz und erzielte dabei 45 Tore. Vogts wirkte an bemerkenswerten Partien wie dem „Pfostenbruch vom Bökelberg“, dem „Büchsenwurfspiel“, dem Pokalfinale 1973 sowie dem 12:0-Sieg über Borussia Dortmund mit.

Vogts gab am 3. Mai 1967 in Belgrad gegen Jugoslawien (0:1) sein Länderspieldebüt für die deutsche A-Nationalmannschaft. Dank seiner kompromisslosen und aggressiven Spielweise erkämpfte er sich einen Stammplatz und wurde von Bundestrainer Helmut Schön in das Aufgebot für die Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko berufen. Während des Turniers kam er in allen sechs Begegnungen als Rechtsverteidiger zum Einsatz und im Halbfinale gegen Italien übernahm er die Manndeckung des italienischen Torjägers Luigi Riva. In der später als „Jahrhundertspiel“ bekannt gewordenen Partie unterlag die DFB-Elf nach einer dramatischen Verlängerung mit 3:4. Nach dem anschließenden Sieg über Uruguay (1:0) im Spiel um Platz drei, wurden sie WM-Dritter.

1972 wurde Vogts mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister. Allerdings verpasste er aufgrund einer Meniskusverletzung sowohl den legendären 3:1-Sieg über England im Wembley-Stadion als auch das Halbfinale und das Endspiel (3:0 gegen die Sowjetunion). Vogts wurde durch Horst-Dieter Höttges ersetzt.

Während der WM 1974 in Deutschland gehörte Vogts zu den wichtigsten Abwehrspielern der deutschen Mannschaft und verkörperte defensive Konsequenz. Der Rechtsverteidiger war kein Spieler für spektakuläre Aktionen, sondern ein Spezialist für klar umrissene Aufgaben – und genau diese machten ihn unverzichtbar. Vogts’ Spiel war geprägt von enormer Laufarbeit, Zweikampfhärte und taktischer Disziplin. Seine Stärke lag dabei in erster Linie nicht im Spielaufbau oder in offensiven Vorstößen, sondern vielmehr im kompromisslosen Unterbinden gegnerischer Angriffe und er bildete gemeinsam mit den Führungsspielern Franz Beckenbauer, Sepp Maier, Paul Breitner und Gerd Müller das Gerüst des Gastgebers. Deutschland startete jedoch nicht überzeugend in das Heimturnier und erlitt im letzten Gruppenspiel gegen die DDR eine überraschende 0:1-Niederlage, die als eine der größten Sensationen der WM-Geschichte gilt (siehe hier). In der anschließenden Zwischenrunde steigerte sich die Mannschaft deutlich und setzte sich gegen starke Gegner durch. Nach einem 1:0-Erfolg über Polen („Wasserschlacht von Frankfurt“) erreichte die Bundesrepublik das Finale im Münchner Olympiastadion und traf auf die favorisierten Niederländer um Superstar Johan Cruyff. Vogts erhielt die taktisch anspruchsvolle Aufgabe, Cruyff über weite Strecken des Spiels zu bewachen und dessen Einfluss auf das Offensivspiel einzuschränken. Trotz eines frühen Rückstands durch einen Elfmeter gelang der deutschen Mannschaft eine Wende zum 2:1-Sieg. Vogts erfüllte seine Defensivaufgabe mit beeindruckender Konsequenz. Er blieb eng an seinem Gegenspieler, attackierte früh, ließ Cruyff kaum Zeit am Ball und zwang ihn immer wieder zu Ausweichbewegungen fernab der gefährlichen Zonen. Dabei verzichtete Vogts bewusst auf eigene Offensivaktionen und ordnete sich dem Kollektiv vollständig unter, weshalb Cruyff seine spielerische Dominanz nicht wie in den vorherigen Turnierspielen entfalten konnte. Mit dem Finalsieg gewann Deutschland seinen zweiten Weltmeistertitel.

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