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Berthold Bartosch

Animator und Filmemacher (1893-1968)

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Berthold Bartosch (* 29. Dezember 1893 in Polaun, Königreich Böhmen, Österreich-Ungarn; † 13. November 1968 in Paris) war ein deutschböhmischer Animationsfilmer in Wien, Berlin und Paris. Sein Zeichentrickfilm L’idée (Die Idee, 1931) gehört zu den bedeutendsten Animationsfilmen aus dieser Zeit.

Berthold Bartosch wuchs als das jüngstes von zehn Kindern des deutschsprachigen Schuhmachers Josef Bartosch und von Bertha Antoniam, geborene Bartel, in der nordböhmischen Kleinstadt Polaun am Fuße des Riesengebirges auf. Er war wegen einer Kinderlähmung gehbehindert und besuchte die dortige Schule. 1911 machte er in Wien ein zweijähriges Praktikum als Zeichner bei dem Architekten M. Hofmann.

Studium und erste Animationsfilme in Wien

Ab 1913 studierte Berthold Bartosch Architektur und Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Dort kam er in Kontakt mit dem Trickfilmstudio am Institut für Kulturforschung an der Universität Wien von Erwin Hanslik, das geographische Lehrfilme zur Völkerverständigung anfertigte. 1917 gab er sein Studium auf und gründete ein Trickfilmstudio mit Absolventen der Kunstakademie und Künstlern um Gustav Klimt. Dort gestaltete er mehrere Animationsfilme, darunter einen über die Ideen des tschechoslowakischen Staatsgründers Tomáš Masaryk (Das Werden des tschechoslowakischen Staates, 1918/1919).

1919 gründete Berthold Bartosch mit Erwin Hanslik und weiteren Personen eine Zweigstelle des Instituts für Kulturforschung in Berlin, dessen Vorsitzender Hans Cürlis wurde.

Dort wirkte er weiter an geographischen Lehr- und Informationsfilmen mit, von denen sich einige auch auf aktuelle Fragen, wie die staatliche Zugehörigkeit von Oberschlesien und dem Rheinland bezogen. Diese wurden unter anderem im Berliner Abgeordnetenhaus und vor der Nationalversammlung in Weimar gezeigt.

Insgesamt wirkte Berthold Bartosch an etwa 30 solcher geographischer Lehrfilme in den folgenden Jahren mit. Hans Cürlis bezeichnete ihn 1924 als einen

"der eigentlichen Schöpfer des künstlerischen Stils im kartographisch-statistischen Film (...) Seine besten Arbeiten sind wirkliche Kunstwerke (...) ."

Er war auch an mehreren Silhouetten-Animationsfilmen von Lotte Reiniger beteiligt (wie Das Ornament des verliebten Herzens, 1919; Die Abenteuer des Prinzen Achmed 1923/1926). Außerdem fertigte er Tonmodelle für Entwürfe des befreundeten Architekten Heinrich de Fries an. Später machte er auch einige Werbefilme , sowie Lehrfilme über astronomische, meteorologische, physikalische und weitere Themen.

1928 reiste Berthold Bortosch mit Lotte Reiniger, Carl Koch und Bertolt Brecht nach Frankreich, sie besuchten den bekannten Filmschauspieler Jean Renoir in Paris und waren mehrere Wochen in Südfrankreich, wo sie auch über die Endfassung der Dreigroschenoper diskutierten.

1929 vermittelte Thea Sternheim nach dem Ansehen des Films Die Jagd nach dem Glück einen Kontakt zu dem flämischen Grafiker Frans Masereel für einen gemeinsamen Film. 1930 heiratete Berthold Bartosch Maria Ebel in Berlin und zog dann nach Paris, wo bis 1931 L’idée, ein 30-minütiger Animationsfilm entstand.

Dieser wurde ein großer Erfolg und gilt heute als einer der bedeutenden Animationsfilme der Filmgeschichte.

1935 bis 1939 arbeitete Berthold Bartosch an dem Antikriegsfilm St. Franziskus (bzw. Träume und Albträume), der jedoch während der deutschen Besetzung von Paris in der Cinémathèque Française verlorenging. 1948 arbeitete er für die UNESCO in Paris und unterrichtete unter anderem George Dunning (Yellow Submarine).

Berthold Bartosch gestaltete einige Animationsfilme hauptverantwortlich selbst

1918/1919 Der tschechoslowakische Staat

1919 Communism (nicht erhalten)

um 1928 Kurzfilme über Sonnensysteme, Gezeiten, Wolken, Elemente

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