Bernhard Brink (geboren am 17. Mai 1952 in Nordhorn) ist ein deutscher Schlagersänger, Fernseh- und Radiomoderator. Der musikalische Durchbruch gelang ihm 1976 mit Liebe auf Zeit. Seine erfolgreichste Veröffentlichung ist die Kompilation Das Beste mit über 100.000 verkauften Einheiten. Als Moderator moderierte er unter anderem von 2018 bis 2023 Die Schlager des Monats.
Bernhard Brink, Sohn eines Architekten, zog nach dem Abitur am Gymnasium Nordhorn im Jahr 1972 nach West-Berlin und schrieb sich dort für ein Jurastudium ein. Er stellte sein Studium zugunsten der Musik zurück. Da er keine Prüfung ablegte, wurde er nach 16 Semestern exmatrikuliert. Stattdessen unterschrieb Brink 1971 bei Hansa Records seinen ersten Plattenvertrag.
Seinen ersten Fernsehauftritt hatte Brink 1972 in der ZDF-Hitparade mit dem Titel Bombenfest. Von 1974 bis 1981 war er mit insgesamt zwölf Singles in den deutschen Verkaufscharts vertreten. Sein bis heute größter Chart-Erfolg war Liebe auf Zeit, die gesungene Version von Ricky Kings Le rêve, und erreichte Platz 13. Er erreichte mit seinen Titeln Beliebtheit und fand eine Fangemeinde. Die meisten seiner Titel waren Adaptionen englischsprachiger Pop-Titel. Ähnlich wie bei Peter Orloff setzte seine Plattenfirma häufig auf Hits aus der Feder von Nicky Chinn und Mike Chapman, so etwa Frei und abgebrannt und Ich wär’ so gern wie du (beide 1979).
In den 1980er-Jahren, als das Interesse an deutschem Schlager nachließ, wechselte Brink mehrfach zu immer kleineren Plattenfirmen. Mitte der 1980er-Jahre ging seine Popularität zurück, jedoch blieb er, kaum beachtet, mit seinen Produktionen durchgängig am Markt. Insgesamt sechsmal (1979, 1984, 1987, 1988, 1992 und 2002) scheiterte er bei der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest – kein anderer Interpret beteiligte sich an diesem Wettbewerb so oft wie er. Zu seinen Song-Autoren gehörte etwa 1982 auch Dieter Bohlen. Bei zwei Versuchen hatte Brink Duettpartnerinnen: Gilda (1988) und Ireen Sheer (2002). Von 1989 bis 1991 komponierte und produzierte der deutsche Popsänger Matthias Reim für ihn.
In den 1990er- und 2000er-Jahren stabilisierte sich Brinks Musikkarriere nach einer kommerziell schwächeren Phase in den 1980er-Jahren. 1991 erreichte er beim Ersten Deutschen Songfestival hinter Nicole mit dem Lied Geh (eh ich den Kopf total verlier’) den zweiten Platz. 1992 nahm er mit Ireen Sheer das von Uwe Busse produzierte Duett Du gehst fort, eine deutschsprachige Version des französischen Chanson Tu t’en vas, auf.
Im Laufe der 1990er-Jahre wurde er zunehmend als Fernseh- und Radiomoderator im Bereich des Schlagers eingesetzt. Er moderierte für den Berliner Radiosender Hundert,6 und Fernsehsendungen wie Das Deutsche Schlager-Magazin oder Schlager des Jahres.
Zur Jahrtausendwende veröffentlichte Brink die Studioalben Direkt (2000) und Direkt mehr (2001). In dieser Phase arbeitete er verstärkt mit verschiedenen namhaften Produzenten der Schlagerbranche zusammen, um seinen Sound an die damaligen Hörgewohnheiten anzupassen. Es folgten in regelmäßigen Abständen die Studioalben Es ist niemals zu spät (2002), Unverwundbar (2004), Verdammt direkt (2005), Stier (2007) sowie Schlager (2009). Im September 2007 übernahm er die Sendung Sonntagsvergnügen beim Hörfunksender Antenne Brandenburg und löste damit den langjährigen Moderator Ekkehard Göpelt ab. In der im November 2008 erstmals ausgestrahlten Episode Die richtige Intuition der ARD-Krankenhausserie In aller Freundschaft gab Brink sein Schauspieldebüt. 2009 hatte er zudem einen Cameo-Auftritt in Angelo Colagrossis Filmkomödie Horst Schlämmer – Isch kandidiere!, wo er sich als C-Prominenter selbst auf die Schippe nimmt.
In den 2010er-Jahren folgten nach den Alben-Veröffentlichungen So oder so (2010), Wie weit willst du geh’n (2012) und Aus dem Leben gegriffen (2014) strukturelle Veränderungen durch einen Wechsel zum Musiklabel Telamo. 2014 nahm er zusammen mit der Profitänzerin Sarah Latton an der siebten Staffel der RTL-Tanzshow Let’s Dance teil, wo er mit ihr den siebten Platz von zehn Tanzpaaren belegte. Das 2017 veröffentlichte 24. Studioalbum Mit dem Herz durch die Wand, das in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Henning Verlage entstand, erreichte Platz 14 der deutschen Musikcharts. Das darauf enthaltene Lied 100 Millionen Volt, das er im Juli und August 2017 live im Fernsehen, unter anderem bei großen Open-Air-Formaten wie Wenn die Musi spielt in Österreich präsentierte, wurde zu einem Erfolg. Am 20. Februar 2016 kündigte Brink beim Glückwunschfest mit Florian Silbereisen seinen Ausstieg bei Die Schlager des Sommers und Die Schlager des Jahres an. Im April 2016 nahm Brink an der Großen ProSieben Völkerball Meisterschaft teil. Von April 2018 bis Januar 2023 präsentierte Brink monatlich die Schlager des Monats im MDR. 2019 folgte die Veröffentlichung seines 25. Albums Diamanten.
Anfang der 2020er Jahre erreichte Brink die höchsten Chartplatzierungen seiner Karriere. Das 2021 erschienene Album Lieben und Leben erreichte ebenso die Top 10 der offiziellen deutschen Albumcharts wie das im Jahr 2022 veröffentlichte Jubiläumsalbum 50, das anlässlich seines 50-jährigen Bühnenjubiläums und seines 70. Geburtstags erschien. 2022 wirkte er als Zeitzeuge in dem Dokudrama Rex Gildo – Der letzte Tanz von Rosa von Praunheim mit. Im Sommer 2024 folgte Stärker als die Ewigkeit, eine Produktion von Felix Gauder, die neue Titel mit zeitgemäßen Neuinterpretationen älterer Stücke kombinierte. In den Jahren 2025 und 2026 folgten diverse Single-Remixe seiner älteren Werke, darunter Neuauflagen von Ich wär so gern wie du.
Die gewalttätigen Ereignisse in Chemnitz 2018 kommentierte Brink mit den Worten: „Fremdenhass und Gewalt dürfen in unserer Gesellschaft einfach keinen Platz haben.“ Er würde sich freuen, „wenn auch mal wir Schlagersänger von den Organisatoren von Konzerten wie #wirsindmehr gefragt würden“.
Bei Dreharbeiten Ende Juni 2022 zur Schlagernacht des Jahres hielt Brink eine Wutrede in Berlin. Sein Ärger richtete sich gegen die deutsche Pandemie-Politik in Person des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach und Wladimir Putin wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Später nahm er seine Äußerung über Karl Lauterbach zurück.
Bernhard Brink lernte im Jahr 1981 die Verwaltungswirtin Ute kennen. Das Paar heiratete 1987. Beide leben in Berlin. Er ist offiziell ernannter Botschafter für die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung.
grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar
2008: In aller Freundschaft (Fernsehserie, Folge 414 Die richtige Intuition)
2009: Horst Schlämmer – Isch kandidiere! (Kinofilm)
2013: Pastewka (Fernsehserie, Weihnachtsspecial)
2018: Verpiss dich, Schneewittchen (Kinofilm)
2017: für „Radio-Hit des Jahres“ (Von hier bis zur Unendlichkeit)