Bernardo Attolico (* 17. Januar 1880 in Canneto, Adelfia; † 9. Februar 1942 in Rom) war ein italienischer Diplomat.
Attolico wurde 1901 als Jurist an der Universität Rom promoviert und wurde danach Lehrer für Wirtschaft und Finanzen an einer Hochschule in Foggia. Von 1915 bis 1918 war er in London Vertreter Italiens bei einer interalliierten Organisation zur Koordination von Kriegswirtschaftsfragen. 1919 war er Berater bei den Friedensvertragsverhandlungen von Paris und wurde zum Gesandten und Minister II. Klasse befördert. Er wurde Hoher Kommissar in der Freien Stadt Danzig (1920–1921), italienischer Botschafter in Brasilien (1928–1930), in der Sowjetunion (1930–1935), in Deutschland (1935–1940) sowie Gesandter am Heiligen Stuhl in Rom (1940–1942).
Das Königreich Italien verpflichtete sich im April 1915 in einem Geheimvertrag (Londoner Vertrag (1915)), auf der Seite der Triple Entente (Großbritannien, Frankreich und Russland) zum Kriegseintritt gegen die Mittelmächte auf der Seite der Triple Entente. Dafür wurde ihm die Anerkennung territorialer Ansprüche zugesichert.
Italien besiegte im November 1918 Österreich-Ungarn (Schlacht von Vittorio Veneto) und erhielt im Friedensvertrag von Versailles Territorien. Deutschland verlor Territorien. Danzig wurde zu einem unabhängigen Staat (Freien Stadt Danzig) unter Aufsicht des Völkerbundes erklärt.
Nach dem Marsch auf Rom 1922 ernannte der König Mussolini zum Ministerpräsdidenten; dieser errichtete eine totalitäre Diktatur mit einem Polizeistaat.
Am 30. Januar 1933 ergriff im Deutschen Reich das NS-Regime unter Adolf Hitler die Macht.
Als Attolico Mitte 1935 italienischer Botschafter in Berlin wurde, waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Italien kühl. Sie verbesserten sich dann erheblich. Am 22. Mai 1939 schlossen sie den Freundschafts- und Bündnispakt zwischen Deutschland und Italien (Stahlpakt). Attolico trug dazu bei, diese Beziehungen zu verbessern.
Zeitungsartikel über Bernardo Attolico in den Historischen Pressearchiven der ZBW