Bernard Humphrey Hopkins junior (* 15. Januar 1965 in Philadelphia, Pennsylvania) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Profiboxer und ehemaliger IBF-, WBC-, WBA- und WBO-Weltmeister im Mittelgewicht. Er war der erste Boxer, der alle vier anerkannten WM-Titel einer Gewichtsklasse vereinigen konnte und gilt zudem als der Mittelgewichtsweltmeister mit der bisher längsten Titelregentschaft und den meisten Titelverteidigungen.
Am 21. Mai 2011 wurde er zudem Weltmeister der WBC im Halbschwergewicht. Mit 46 Jahren und 126 Tagen wurde er damit der älteste Boxweltmeister der Geschichte. Am 9. März 2013 konnte er mit dem Gewinn der IBF-Weltmeisterschaft seinen eigenen Rekord überbieten und wurde mit 48 Jahren und 53 Tagen erneut der älteste Boxweltmeister der Geschichte.
Bernard Hopkins wuchs mit seiner Familie in einer kleinen Wohnung im Raymond Rosen Housing Project, einem sozialen Wohnungsbau im Norden von Philadelphia auf. In seiner Kindheit und Jugend brachte er es auf rund 30 Verurteilungen unter anderem wegen Drogenbesitzes, Körperverletzung und Raub, wofür er im Alter von 17 Jahren zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren verurteilt und ins Gefängnis von Graterford (State Correctional Institution at Graterford), dem größten Hochsicherheitsgefängnis des Bundesstaates überstellt wurde.
In späteren Interviews ging er mehrmals auf seine Zeit im Gefängnis ein und berichtete von seinen dortigen Erlebnissen. Laut eigener Aussage wurde er Zeuge von Bandenkämpfen, Vergewaltigungen und der Ermordung eines Mitgefangenen. Während seiner Zeit in Haft wurde zudem sein jüngerer Bruder Michael auf offener Straße erschossen und der Täter ebenfalls in Graterford untergebracht. Nach fünf Jahren Haft wurde Hopkins schließlich 1988 vorzeitig entlassen und die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem konvertierte er zum Islam.
Hopkins gab sein Debüt als Amateurboxer im Alter von 10 Jahren. Noch im Gefängnis hatte er unter der Anleitung boxkundiger Mitgefangener weiterhin den Sport ausüben können und galt als großes Talent. Seine Amateurbilanz soll 95 Siege bei nur 4 Niederlagen betragen haben. Noch im Jahr seiner Haftentlassung wechselte er ins Profilager und bestritt am 11. Oktober 1988 in Atlantic City seinen ersten Profikampf im Halbschwergewicht gegen Clinton Mitchell, der ebenfalls seinen ersten Profikampf bestritt. Hopkins verlor den Kampf jedoch nach vier Runden, da zwei Punktrichter für Mitchell gewertet hatten und der dritte Richter den Kampf Unentschieden sah.
Nach rund eineinhalb Jahren Vorbereitung versuchte er einen erneuten Karrierestart im zwei Gewichtsklassen niedrigeren Mittelgewicht. Dort konnte er von Februar 1990 bis September 1992 jeden seiner 20 Kämpfe gewinnen, davon 15 durch K. o., wovon 11 bereits in der ersten Runde zustande kamen. Neben einer Reihe von Aufbaugegnern schlug er dabei auch Boxer mit positiven Kampfbilanzen, wie den WM-Herausforderer Dennis Milton (16-3), James Stokes (13-4) oder den ungeschlagenen Percy Harris (8-0).
Am 4. Dezember 1992 boxte er in seinem 22. Profikampf in Atlantic City um den US-amerikanischen Meistertitel gegen den zweifachen Nordamerika-Meister Wayne Powell (30-3), den er nach nur 21 Sekunden der ersten Runde durch K. o. besiegte. Nach einer erfolgreichen Titelverteidigung durch einstimmigen Punktesieg gegen die Nummer 6 der IBF-Weltrangliste Gilbert Baptist, erhielt er die Chance auf den vakanten Weltmeistertitel der IBF gegen den ungeschlagenen Roy Jones junior (21-0, 20 K. o.). Hopkins unterlag dabei jedoch in Washington, D.C. über 12 Runden nach Punkten. Alle drei Punktrichter werteten den Kampf 116:112 für Roy Jones.
Gleich in seinem nächsten Kampf am 3. August 1993 in Las Vegas wurde er mit einem K.-o.-Sieg gegen den ungeschlagenen Roy Ritchie (14-0) erneut US-amerikanischer Meister und verteidigte den Titel durch K.-o.-Sieg gegen Wendall Hall (15-1). Hall versuchte nach dem Kampf Hopkins zu attackieren, wurde jedoch von seinen Betreuern zurückgehalten. Nach einem Sieg in einem Nichttitelkampf gegen Melvin Wynn verteidigte er den US-Titel im Mai 1994 einstimmig nach Punkten gegen Ex-Weltmeister Lupe Aquino (46-6).
Am 17. Dezember 1994 boxte er in Ecuador erneut um den vakanten IBF-Titel gegen Segundo Mercado (18-2). Dabei musste Hopkins in den Runden 5 und 7 erstmals in seiner Karriere zu Boden, der Kampf endete nach 12 Runden mit einem Unentschieden. Den Rückkampf am 29. April 1995 in Maryland gewann Hopkins jedoch durch K. o. in der siebten Runde und war somit endlich Weltmeister.
Am 27. Januar 1996 verteidigte er den Titel nach nur 24 Sekunden der ersten Runde durch K. o. gegen Steve Frank (15-2) und erzielte damit den schnellsten Sieg in einem IBF-Titelkampf aller Zeiten. Im März 1996 schlug er den unbesiegten Joe Lipsey (25-0, 20 K. o.), der als Nummer 1 der IBF-Liste der Herausforderer geführt wurde, in der vierten Runde schwer K. o. Im Juli 1996 gewann er noch durch K. o. in der elften Runde gegen William Bo James.
Im April 1997 schlug er Ex-Weltmeister John David Jackson (35-2) in der siebten Runde K. o. und stellte sich im Juli desselben Jahres dem ungeschlagenen Glen Johnson (32-0, 22 K. o.), den er durch K. o. in der elften Runde bezwang. Im November 1997 besiegte er WM-Herausforderer Andrew Council (27-5) in dessen Heimatstadt einstimmig nach Punkten.
Im Januar 1998 schlug er Ex-Weltmeister Simon Brown (47-6) durch einen rechten Aufwärtshaken in der sechsten Runde K. o. und bestritt im August desselben Jahres noch eine weitere Titelverteidigung gegen Robert Allen (22-2). Der Kampf endete in der vierten Runde wertungslos, da Hopkins bei einem Trennungsversuch beim Klammern unglücklich aus dem Ring stürzte und über Schmerzen klagte. Trotz dieses nur kurzen Auftrittes erhielt er eine Gage von 560.000 US-Dollarn.
Den Rückkampf gegen Allen im Februar 1999 gewann Hopkins durch K. o. in der siebten Runde und hatte seinen Kontrahenten bereits in den Runden 2 und 6 am Boden. Im Dezember 1999 bezwang er Antwun Echols (22-2) einstimmig nach Punkten und konnte ihn im Rückkampf sogar durch K. o. besiegen. Auch gegen Syd Vanderpool (28-1) erreichte er einen einstimmigen Punktesieg.
Am 14. April 2001 gewann er im Madison Square Garden zusätzlich den WBC-Titel durch einstimmigen Punktesieg gegen Keith Holmes (36-2). Hopkins war deutlich überlegen und siegte trotz Punktabzugs wegen eines Tiefschlags, nicht zuletzt aufgrund seines weit überlegenen Trefferverhältnisses von 261:86. Am 29. September 2001 gewann er noch vorzeitig gegen den als Favoriten eingestuften, ungeschlagenen Félix Trinidad (40-0, 33 K. o.) und gewann somit auch noch den Superweltmeistertitel des WBA-Verbandes. Nach einem schweren Niederschlag Trinidads in der zwölften Runde warf dessen Ringecke das Handtuch. Hopkins wurde nun auch vom Ring Magazine als unangefochtene Nummer 1 im Mittelgewicht anerkannt.
Im Februar 2002 siegte er gegen den Ex-Weltmeister Carl Daniels (47-3, 30 K. o.) durch dessen Aufgabe am Ende der zehnten Runde. Im März 2003 boxte er gegen den Nummer-1-Herausforderer der WBC, den französischen Europameister Morrade Hakkar (31-3). Hopkins hatte seinen Gegner bereits in der sechsten Runde am Boden und gewann erneut durch Aufgabe seines Gegners nach der achten Runde.
Am 13. Dezember 2003 boxte er in Atlantic City gegen William Joppy und besiegte diesen einstimmig nach Punkten. Hopkins landete dabei 419 gezählte Treffer, darunter 375 Wirkungstreffer und stellte damit einen neuen Rekord seit Beginn der Computeraufzeichnungen bei Boxkämpfen auf. Im Juni 2004 stellte er sich erneut Robert Allen, hatte diesen in der siebenten Runde am Boden und gewann schließlich einstimmig nach Punkten.
Am 18. September 2004 stellte er sich in Las Vegas Óscar de la Hoya (37-3) und gewann nach ausgeglichenem Duell in der neunten Runde aufgrund eines Körpertreffers durch K. o. und sicherte sich somit auch den WBO-Titel. Er vereinigte damit als erster Boxer überhaupt die Titel der vier einflussreichsten und bedeutendsten Boxverbände.
Im Februar 2005 konnte er alle vier Titel einstimmig nach Punkten gegen Howard Eastman (40-1, 35 K. o.) verteidigen. Mit inzwischen 20 Titelverteidigungen des IBF-Titels stellte er den Rekord von Larry Holmes ein.