Der Bergbau ist ein zur Urproduktion gehörender Wirtschaftssektor und Teil der Montanindustrie, der sich mit dem Abbau, der Aufsuchung, Exploration und der Gewinnung von Bodenschätzen und Rohstoffen aus der oberen Erdkruste befasst.
Zum Bergbau gehören die Arbeitsbereiche Vermessungswesen (Markscheidewesen), Grubenbewirtschaftung (Bewetterung und Wasserhaltung), soziale Sicherungssysteme (Knappschaftskassen), spezielle Ausbildungsstätten (beispielsweise Bergakademien) sowie Bergaufsichtsbehörden (§ 3 Bundesberggesetz: Bergfreie und grundeigene Bodenschätze). Als montanistisch bezeichnet man alle auf den Bergbau bezogenen Sachverhalte. Im deutschsprachigen Raum waren und sind auch die Bezeichnungen Montanwesen, Gewinnung von Rohstoffen mineralischen und fossilen Ursprungs sowie Berg- und Hüttenwesen üblich. Die Gewinnung von Erdwärme (Geothermie) gehört ebenfalls in den Bereich Bergbau. Die im Bergbau tätigen Unternehmen heißen Gewinnungsunternehmen und gehören zu den Sachleistungsunternehmen.
Je nachdem, ob die Lagerstätten der Bodenschätze in Bergwerken („unter Tage“; → Bergmannssprache) oder im Tagebau zu erreichen sind, gibt es unterschiedliche Abbauverfahren.
Bergbauliche Aktivitäten werden weltweit durch das jeweilige Bergrecht innerhalb der nationalen Gesetzgebung geregelt.
Die Produkte des Bergbaus werden folgenden Produktgruppen zugeordnet:
Die im Bergbau geförderten Rohstoffe können mineralogisch in drei große Gruppen unterteilt werden: Element-, Energie- und Eigenschaftsrohstoffe.
Die Produkte bilden oft eine eigenständige Produktgruppe wie beispielsweise die Edelmetalle (Produkte: Gold, Silber, Palladium und Platin). Metalle und Mineralien sind die umfangreichsten Produktgruppen. Die Weiterverarbeitung der Bergbau-Produkte erfolgt in Verarbeitungsstufen, die nicht mehr zum Bergbau gehören (Metallverarbeitung, Schmuckindustrie, chemische Industrie, Petrochemie).
Je nachdem, wie tief die Bergbau-Produkte in der Erdkruste verborgen sind, unterscheidet man:
Tagebau ist der oberflächennahe Abbau mit einer Teufe (Tiefe) von weniger als 30 Metern wie beispielsweise der Tagebau Hambach für Braunkohle.
Steinbruch (etwa die Marmorbrüche von Carrara), in Tongruben, Kiesgruben, Sandgruben, Torfstichen oder Kreidebrüchen,
Der Untertagebau erfordert Schächte und/oder Stollen, um das anstehende Gestein abbauen zu können. Je nach der Teufe gibt es den
oberflächennahen Bergbau mit einer Teufe von bis zu 100 Metern und den
tiefen Bergbau mit einer Teufe von mehr als 100 Metern. Die größte Teufe befindet sich mit 4000 Metern in den Goldminen der Western Deep Levels in Südafrika.
Bohrlochbergbau: Rohstoffe werden durch Tiefbohrungen von über Tage gewonnen. Hierzu gehören die Erdöl- und Erdgasförderung sowie das Solen von Salzen im Salzbergbau.
Sonderformen sind der Asteroidenbergbau und Meeresbodenbergbau.
Ausmaß und Lage der Lagerstätten werden heute meist durch geophysikalische Exploration untersucht. Diese vorbereitende Tätigkeit wird häufig außerhalb des Bergbausektors, durch wissenschaftliche Einrichtungen und Behörden geleistet. Von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit sind viele Lagerstätten – zum Beispiel Erzgänge – durch ihre Sichtbarkeit an der Erdoberfläche (Ausbisse) entdeckt worden. Eine künftig zunehmende Bedeutung wird der Abbau von Lagerstätten in der Tiefsee erhalten.
In Deutschland ist der Bergbau durch das Bundesberggesetz geregelt, in anderen Ländern durch vergleichbare Rechtsvorschriften. Die öffentliche Stelle, der die gesetzliche Kontrolle übertragen ist, heißt Bergamt, in Österreich Montanbehörde. In der Schweiz ist die bergrechtliche Zuständigkeit bei den Kantonen angesiedelt.
Vor- und frühgeschichtlicher Bergbau