Benjamin „Benno“ Fürmann (* 17. Januar 1972 in West-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler, Hörspiel-, Hörbuch- und Synchronsprecher.
Bekannt wurde er 1995 durch seine Hauptrolle des Verkäufers Günther „Günni“ Dobrinski in der RTL-Serie Und tschüss! und durch seine durchgehende Serienhauptrolle als Kriminalhauptkommissar Karsten Rohde an der Seite von Dieter Pfaff in der ZDF-Krimiserie Sperling, die er von 1996 bis 1999 spielte. Mit Brian Helgelands Mystery-Thriller Sin Eater – Die Seele des Bösen gab er 2003 neben Heath Ledger sein Hollywood-Debüt. Seit 1992 stand Fürmann in über 110 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.
Benno Fürmann verbrachte seine Kindheit in Berlin-Kreuzberg. Er verlor im Alter von sieben Jahren seine Mutter, mit fünfzehn seinen Vater. Als Vollwaise wuchs er bei Pflegeeltern auf. Beim S-Bahn-Surfen hatte er mit siebzehn einen schweren Unfall, weswegen er sechs Wochen im Krankenhaus verbringen musste. Er beendete seine Schullaufbahn mit der Mittleren Reife auf dem Internat des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums in Bonn. Er absolvierte eine Ausbildung zum Gerüstbauer und jobbte als Kellner, Türsteher und Kulissenschieber.
1992 gab Fürmann in der Rolle des Siggi sein Filmdebüt in Edgar Reitz’ Hunsrücksaga Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend. Seinen Durchbruch hatte er 1995 als Verkäufer Günther „Günni“ Dobrinski in der RTL-Serie aus dem Ruhrpott Und tschüss!, wo er auch in den zwei Serien-Spielfilmen Und tschüss auf Mallorca und Und tschüss in Amerika mitwirkte. Weitere Bekanntheit erlangte er durch die ZDF-Krimireihe Sperling, wo er von 1996 bis 1999 an der Seite von Dieter Pfaff als Kriminalhauptkommissar Karsten Rohde ermittelte. 1998 war Fürmann in dem von Roland Suso Richter inszenierten Zweiteiler Die Bubi-Scholz-Story in der Rolle des jungen Boxers Bubi Scholz zu sehen, während diese Rolle in höherem Alter von Götz George verkörpert wurde. Im gleichen Jahr war er in Til Schweigers Regiedebüt Der Eisbär als Gauner Fabian zu sehen.
Stefan Ruzowitzky besetzte ihn 2000 im Medizin-Thriller Anatomie neben Franka Potente als psychopathischen Medizinstudent Hein in der Hauptrolle. 2003 gab er in Brian Helgelands Mystery-Thriller Sin Eater – Die Seele des Bösen neben Heath Ledger als Antagonist „Sin Eater“ William Eden sein Hollywood-Debüt. 2005 folgte mit Christian Carions Merry Christmas, einem Antikriegsfilm über Verbrüderungen im Ersten Weltkrieg zu Weihnachten 1914, eine weitere Hauptrolle in einer internationalen Filmproduktion, an der Seite von Diane Kruger und Guillaume Canet. Auf der Kinoleinwand war er zwischen 2006 und 2009 unter der Regie von Vivian Naefe in den „Die Wilden Hühner“-Filmen Die Wilden Hühner, Die Wilden Hühner und die Liebe und Die Wilden Hühner und das Leben in der Rolle des Biologielehrers Herrn Johannes Grünbaum zu sehen. 2008 spielte Fürmann in Philipp Stölzls Bergsteigerdrama Nordwand neben Florian Lukas und Johanna Wokalek den Bergsteiger Toni Kurz.
Seit 2017 verkörpert Fürmann in der Sky-Fernsehserie Babylon Berlin, die auf den historischen Kriminalromanen von Volker Kutscher basiert und die bislang teuerste deutsche Fernsehproduktion ist, den kaltblütigen und rechtsextremen Oberst Günter Wendt. Für die im August 2022 in den deutschen Kinos gestartete Filmkomödie Die Känguru-Verschwörung stand er unter Regie von Marc-Uwe Kling und Alexander Berner in der Rolle des Antagonisten und Verschwörungsgurus Adam Krieger vor der Kamera.
Erik Schmitt besetzte Fürmann als narzisstischen Vorgesetzten Gideon des von Matthias Schweighöfer dargestellten Protagonisten Felix Niemann in dem Kinofilm Das Leben der Wünsche, der auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Glavinic basiert. Premiere war am 26. September 2025 beim Zurich Film Festival. Beim Filmfest Hamburg war der Film am 28. September 2025 in der Sektion Große Freiheit präsentiert worden.
Neben seiner Arbeit vor der Kamera ist Benno Fürmann kontinuierlich als Synchronsprecher, Hörbuchinterpret und Hörspielsprecher tätig. Seine markante, raue Stimme wird in der Medienbranche regelmäßig für Charakterrollen sowie als Erzählerstimme in Dokumentationen und literarischen Produktionen eingesetzt. Fürmanns bekannteste Sprechrolle im internationalen Kino ist die des „Gestiefelten Katers“. Er übernahm die deutsche Synchronisation der von Antonio Banderas im Original gesprochenen Animationsfigur erstmals 2004 in Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück. Seitdem lieh er der Figur in allen Fortsetzungen der Shrek-Filmreihe, den eigenständigen Spin-offs (wie Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch, 2022) sowie in den dazugehörigen Kurzfilmen und Videospielen beständig seine Stimme. Darüber hinaus vertonte er sich in mehreren internationalen Kinoproduktionen, in denen er selbst als Schauspieler mitwirkte, für die deutschen Sprachfassungen nachträglich selbst, darunter in den Thrillern Survivor (2015) und Intrigo: Tod eines Autors (2018).
Fürmann las unter anderem die deutschen Hörbuchfassungen von Shūsaku Endōs historischem Roman Silence sowie das vieldiskutierte Werk Cat Person von Kristen Roupenian ein. Zudem wirkt er regelmäßig bei Ensemble-Hörbüchern und literarischen Anthologien mit. Ein Beispiel hierfür ist die Vertonung des Romans Niemals ohne sie von Jocelyne Saucier, die er gemeinsam mit Kollegen wie Devid Striesow und Claudia Michelsen einsprach.
Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist Fürmann regelmäßig als Erzähler und Off-Sprecher für Dokumentarfilme und Reportagen im Einsatz. Seine markante, tiefe und raue Stimme wird dabei gezielt eingesetzt, um komplexe wissenschaftliche, historische oder ökologische Inhalte atmosphärisch dicht zu vermitteln. Durch sein ausgeprägtes persönliches Engagement im Natur- und Klimaschutz bildet die Vertonung von Natur- und Umweltdokumentationen einen inhaltlichen Schwerpunkt in diesem Segment seiner Sprechertätigkeit. 2012 lieh er als Erzähler dem preisgekrönten Kinodokumentarfilm Das grüne Wunder – Unser Wald von Jan Haft seine Stimme, welcher das FBW-Prädikat „besonders wertvoll“ erhielt. Seine Narration verbindet dabei wissenschaftliche Inhalte mit emotionaler Nahbarkeit, um die Naturaufnahmen atmosphärisch zu untermalen. Ein bedeutendes Beispiel für seine Arbeit ist die im September 2025 erstmals ausgestrahlte sechsteilige ARD-Dokureihe Faszination Europa, in der er als Hauptsprecher durch die verschiedenen Naturlandschaften des Kontinents führt. Darüber hinaus beschränkt sich Fürmann bei Naturformaten nicht immer auf die Rolle des klassischen, unsichtbaren Sprechers aus dem Hintergrund. In Produktionen wie der Umwelt-Reportage Ostsee am Limit (MDR/NDR) fungiert er gleichzeitig als präsenter On-Camera-Host und Off-Erzähler. In dieser Doppelfunktion reist er an Schauplätze, führt Interviews mit Wissenschaftlern sowie lokalen Akteuren und verknüpft seine eigenen Eindrücke als Reportage-Erzähler mit den journalistischen Fakten des Sprechertextes.
Fürmann war Botschafter der Welt-AIDS-Tags-Kampagne 2006, unterstützt den Verein Junge Helden zur Aufklärung über Organspenden, ist Amnesty-International-Aktivist und unterstützt die entwicklungspolitische Organisation ONE.
Von 2001 bis 2007 war Fürmann mit der Projektmanagerin Stephanie Igunbor liiert. Aus der Beziehung entstammt eine 2002 geborene Tochter, die Schauspielerin Zoe Fürmann. Er lebt in Berlin-Prenzlauer Berg.
2000: Josef – der König der Träume ... Für Ben Affleck als Josef
2003: Sinbad – Der Herr der sieben Meere (Sinbad: Legend of the Seven Seas) … für Brad Pitt als Sinbad
2004: Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück … für Antonio Banderas als Gestiefelter Kater
2007: Shrek der Dritte … für Antonio Banderas als Gestiefelter Kater
2010: Für immer Shrek … für Antonio Banderas als Gestiefelter Kater
2011: Der gestiefelte Kater … für Antonio Banderas als Gestiefelter Kater