An diesem Tag

Benno Artmann

Deutscher Mathematiker

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Benno Artmann (* 18. Januar 1933 in Heiligenstadt; † 14. Oktober 2010 in Göttingen) war ein deutscher Mathematiker.

Artmann lernte zunächst das Maurerhandwerk, bevor er über das Leibniz Kolleg an die Universität Tübingen kam, um Mathematik und Physik auf Lehramt zu studieren (unter anderem bei Günter Pickert, Helmut Wielandt, Hellmuth Kneser, Max Müller). 1965 wurde er an der Universität Gießen bei Günter Pickert promoviert (Automorphismen und Koordinaten bei ebenen Verbänden). Als Post-Doktorand war er an der University of Michigan in den USA und an der McMaster University in Kanada. 1968 habilitierte er sich in Gießen über Projektive Geometrie und wurde dort 1970 Professor. 1974 folgte er einem Ruf an die Technische Universität Darmstadt, wo er die Mathematikdidaktik als Leiter der Arbeitsgruppe Didaktik der Mathematik aufbaute und dreimal Dekan des Fachbereichs Mathematik war. 1998 emeritierte er und wohnte danach in Göttingen, wo er ehrenamtlich an der Universität wirkte mit einem Lehrauftrag für Mathematikdidaktik.

Sein Hauptinteressen galt neben der Mathematikdidaktik und der Geometrie. In der Mathematikdidaktik befasste er sich insbesondere mit der Linearen Algebra und stellte dabei Bezüge zu Anwendungen und zur Geometrie her. Er vertrat er einen stoffdidaktischen und elementarmathematischen Zugang und prägte in Darmstadt und darüber hinaus die Lehrerbildung. Er befasste sich insbesondere mit der Linearen Algebra. In der Geometrie befasste er sich speziell mit der Geometrie der Verbände und Ringe (nach Johannes Hjelmslev, Hjelmslev-Ebenen u. a.).

Er befasste sich auch intensiv mit Mathematikgeschichte, zum Beispiel der Mathematik in der Akademie Platos, der Mathematik auf griechischen Münzen und in Chronogrammen, oder der Geschichte regulärer Polyeder. Weltweite Beachtung erfuhr er für sein Buch über Euklid und dessen Elemente (Euclid: The Creation of Mathematics). Außerdem verfertigte er Skulpturen aus Gips, Holz und Stein, die abstrakte mathematische Objekte darstellten und die er gelegentlich in Ausstellungen zeigte. In Göttingen setzte er sich für die Dokumentation historischer mathematischer Stätten und die Pflege von Mathematikergräbern ein.

Er war mit Arnold Kirsch Herausgeber der Reihe Moderne Mathematik in elementarer Darstellung bei Vandenhoeck & Ruprecht. Zudem gab er einige Jahre das Journal für Mathematik-Didaktik heraus.

Eine Einführung in die Algebra. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1973.

Der Zahlbegriff. Reihe: Moderne Mathematik in elementarer Darstellung. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1983.

The Concept of number: from quaternions to monads and topological fields. Chichester: Ellis Horwood 1988.

Lineare Algebra und Geometrie; Grundkurs. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1986.

Über voreuklidische Elemente der Raumgeometrie aus der Schule des Eudoxos. Archive for History of Exact Sciences, Band 39, 1988, S. 121–135.

Lineare Algebra. Birkhäuser Skripten 1986, 3. Auflage 1991.

Plato and Mathematics. Mathematische Semesterberichte, Band 44, 1997, S. 1–17

Euclid: The Creation of Mathematics. Springer Verlag 1999.

Karl Heinrich Hofmann, Günter Törner: Benno Artmann in den Mitteilungen der DMV. In: Mitteilungen der DMV. Band 18, Nr. 4, 2010, S. 201 (De Gruyter Brill).

Katja Lengnink, Susanne Prediger: Benno Artmann, 1933–2010. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik. Nr. 90, 2011 (ojs.didaktik-der-mathematik.de).

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