Benjamin Wilson (* 21. Junijul. / 2. Juli 1721greg. in Leeds; † 6. Juni 1788 in London) war ein englischer Bildnismaler, Schabkünstler, Radierer, Naturforscher und Wissenschaftler.
Wilson war das vierzehnte und jüngste Kind des wohlhabenden des Tuchhändlers Major Wilson und dessen Frau Elizabeth (geborene Yates) und wurde am 20. Juli 1721 im Leeds Minster getauft. Er besuchte zunächst die Grammar School in Leeds, wechselte jedoch nach einem Streit zwischen seinem Vater und dem Rektor an eine kleinere Schule in der Nähe. Er kam im Haus seines Vaters auf dem Mill Hill durch die Dekorationen des französischen Künstlers Jacques Parmentier (1658–1730) früh mit der Malerei in Berührung. Anschließend erhielt er fast zwölf Monate künstlerischen Unterricht durch einen anderen französischen Maler namens Longueville, der in Craven Historienbilder für Thomas Lister of Gisburn Park anfertigte. Als die Geschäfte von Wilsons Vater immer schlechter liefen, beschloss er zu Fuß nach London zu gehen, um sich dort seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Bei seiner Ankunft erhielt er von einem Verwandten einen neuen Anzug und zwei Guineen als Starthilfe, wodurch er ein Jahr lang abgesichert war. Er fand eine Anstellung als Schreiber und versuchte jeweils zwei Drittel seines wöchentlichen Gehalts zu sparen. Bald erhielt er seine noch besser bezahlte Stelle und nahm seine künstlerischen Studien wieder auf. Er erhielt Unterricht von dem Maler Thomas Hudson (1701–1779) und freundete sich mit George Lambert und William Hogarth an. Im August 1746 besuchte er Dublin und weilte vom Frühjahr 1748 bis 1750 nochmals in Irland, wo er erfolgreich als Porträtmaler tätig war. Als er nach London zurückkehrte, erwarb er Godfrey Knellers ehemaliges Haus und eröffnete ein Atelier in der Great Queen Street und erwarb später auch das angrenzende Haus, das früher einmal dem Arzt John Radcliffe (1650–1714) gehörte. Zu den ersten, die porträtierte gehörten der Mathematiker Martin Folkes, die Schauspieler Samuel Foote und David Garricksowie 1759 der Arzt John Hadley (1731–1764). Er erfreute sich eines stetig wachsenden Rufes als Porträtmaler. Johann Zoffany versah einige seiner Werke mit den notwendigen Draperien. Für das Thronjubiläum im Jahr 1769 malte Wilson ein Porträt Shakespeares für das Rathaus von Stratford. 1779 schuf er ein Gemälde auf dem Königin Elisabeth I. auf einem Pferd reitend. Für John Boydell fertigte er Zeichnungen nach Gemälden alter Meister an und stach auch in Mezzotinto-Technik. Von seinen Radierungen existieren ein Porträt der Lady Harriet nach Francis Cotes und ein Porträt der Maria Gunning nach dem Leben aus dem Jahr 1751.
In den Jahren 1760 und 1761 stellte Wilson Porträts in den Spring Gardens Rooms aus und lernte durch Sir John Savile, Earl of Mexborough Herzog Edward von York († 1767) kennen und gewann dessen Unterstützung bei der Leitung seines Privattheaters in der James Street in Westminster. Der Herzog von York ernannte ihn im Jahr 1767 gemeinsam mit James Worsdales († 1767) unehelichem Sohn († 1779) zum Maler des Board of Ordnance. Als dieser starb, übernahm er das Amt vollständig.
Wilson, der Chemie studiert hatte, interessierte sich auch für die Probleme der Elektrizität. Er unterstützte Isaac Newtons Idee des gravitativen optischen Äthers und veröffentlichte 1746 An Essay towards an Explication of the Phænomena of Electricity deduced from the Æther of Sir Isaac Newton. Als Naturforscher war er Gegner von Benjamin Franklins Idee der positiven und negativen elektrischen Ladungen. Er erfand und präsentierte ein großes elektrisches Gerät und wurde 1751 zum Mitglied der Royal Society gewählt. Gemeinsam mit dem Arzt Benjamin Hoadly (1706–1757) führte er elektrische Forschungen durch, deren Ergebnisse 1756 veröffentlicht wurden. Auf seiner Reise nach Frankreich um 1757 wiederholte Wilson viele seiner Experimente in Saint-Germain-en-Laye. Im vom Board of Ordnance einberufenen Komitee zur Klärung der Blitzableiterfrage saß er Franklin gegenüber, dessen Blitzableiter spitz waren und über das Gebäude hinausragten. Wilsons Blitzableiter liefen dagegen kugelförmig aus und endeten einige Fuß unter dem höchsten Punkt im Haus. Die Royal Society berief ihn in ein Komitee zur Regelung der Blitzableiterinstallationen an der St. Paul’s Cathedral, und später beauftragte ihn das Board of Ordnance mit der Inspektion der Pulvermagazine in Purfleet. Wilson fand unter anderem heraus, dass die Aufnahmefähigkeit der Leidener Flasche proportional zur bedeckten Fläche und umgekehrt proportional zur Wandstärke des Glases ist (Gesetz der Anhäufung).
Ab 1776 wurde er durch König Georg III. bei seinen elektrischen Forschungen gefördert und ermutigt nach Windsor zu kommen. Nach seinem Tod wurde er auf dem Friedhof St. George the Martyr beigesetzt.
Am 5. Dezember 1751 wurde Wilson als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society gewählt, die ihm 1760 die Copley-Medaille verlieh.
1760 erhielt er eine Goldmedaille der Royal Society für seine elektrischen Experimente.
1764 wurde er der Nachfolger von Hogarth als „Serjeant Painter of the King“.
Ab 1765 war er Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg.
1773 wurde er „Painter to the Board of Ordnance“
Wilson war Mitglied mehrerer ausländischer Gelehrtengesellschaften, darunter des Instituto delle Scienze ed Arti Liberali in Bologna, dessen erstes englisches Mitglied er war.
Um 1771 heiratete er Miss Jane Hetherington († um 1790). Mit ihr hatte er sieben Kinder.
Robert Thomas Wilson (17. August 1777 – 9. Mai 1849) wurde General, Militärhistoriker und Gouverneur von Gibraltar.
Garrick as Romeo and Miss Bellamy as Juliet in the tomb scene (von dem Bild der Darsteller David Garrick als Romeo und Miss Bellamy als Julia in der Grabszene fertigte Robert Laurie einen Stich an; Victoria and Albert Museum).
James Parsons (National Gallery)
The Poet Thomas Gray (Pembroke College in Cambridge)
Sir William Henry Lyttelton (1724–1808), 7th Bt, 1st Baron Lyttelton
John Thomas, bishop of Winchester