An diesem Tag

Benjamin Harrison

US-amerikanischer Politiker, 23. Präsident der Vereinigten Staaten (1889–1893)

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Benjamin Harrison (* 20. August 1833 in North Bend, Ohio; † 13. März 1901 in Indianapolis, Indiana) war ein US-amerikanischer Politiker der Republikaner und von 1889 bis 1893 der 23. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Er wurde in die einflussreiche Harrison-Familie geboren; sein Großvater war Präsident William Henry Harrison und sein Vater John Scott Harrison Abgeordneter im Kongress. Dennoch war seine Kindheit und Jugend auf der väterlichen Farm eher von bescheidenen Verhältnissen, seine Erziehung durch die presbyterianische Mutter religiös geprägt. Harrison studierte Recht an der Miami University und praktizierte nach der Zulassung vor Gericht in Indianapolis, wo er bald erste politische Anfänge bei den neu gegründeten, abolitionistischen Republikanern unternahm. Während des Sezessionskriegs diente Harrison als Brigade- und Divisionschef in der Unionsarmee und nahm am Atlanta-Feldzug teil. Er verließ den Militärdienst 1865 im Brevet-Rang Brigadegeneral.

Danach verstärkte er sein politisches Engagement und gehörte zum Lager der Radikalen Republikaner. In den 1870er Jahren bewarb er sich mehrfach erfolglos als Gouverneur von Indiana. Ab 1881 war er Senator für Indiana. Bei der Präsidentschaftswahl 1888 besiegte er den demokratischen Amtsinhaber Grover Cleveland und machte viele von dessen Gesetzesmaßnahmen wieder rückgängig, insbesondere mit dem McKinley-Tarif die Senkung der Schutzzölle. Auch Clevelands Versuche, das „Beutesystem“ (spoils system) aus Parteipatronage und die Macht der „politischen Maschinen“ bei der Postenvergabe einzuhegen, revertierte er. Eine wichtige Gesetzesmaßnahme seiner Amtszeit ist mit dem Sherman Antitrust Act eine erste staatliche Begrenzung von Kartellen. Die Wiederwahl 1892 erschwerte, dass er in der Parte nicht mehr so viel Rückhalt hatte und seine Frau zwei Wochen vor dem Wahltag starb, so dass er in der Neuauflage des Rennens von 1888 Cleveland unterlag.

Erziehung und Ausbildung (1833–1854)

Benjamin Harrison entstammte der von jeher politisch einflussreichen Harrison-Familie, die seit 1632 in der Kolonie Virginia lebte. Er war der Sohn des relativ wohlhabenden Farmers und späteren Abgeordneten im Repräsentantenhaus John Scott Harrison und Enkel des neunten Präsident und Kriegsheld der Schlachten bei Tippecanoe und am Thames River General William Henry Harrison, in dessen Herrenhaus auf dem Landgut The point er 1833 geboren wurde. Sein Urgroßvater, Benjamin Harrison V, war Mitunterzeichner der Unabhängigkeitserklärung.

Harrisons Mutter Elizabeth Irwin Harrison, stammte aus Pennsylvania und war eine strenggläubige Presbyterianerin. Ihr Großvater Major James Ramsey war aus Glasgow nach Mercersburg in die damalige Province of Pennsylvania ausgewandert, wo sein Sohn später die Stadt Ligonier gründete.

Sein Vater hatte sich erst als Anwalt in Cincinnati versucht, bevor er nach North Bend zurückgekehrt war. Neben seiner Tätigkeit als Farmer engagierte sich Scott Harrison als Friedensrichter. Harrisons Eltern heirateten am 12. August 1831 auf The point. Für Scott Harrison war dies die zweite Heirat; seit 1830 war er Witwer. Aus der ersten, 1824 geschlossenen Ehe mit Lucretia K. Johnson gingen drei und aus der zweiten Ehe mit Benjamin Harrisons Mutter zehn Kinder hervor, von denen vier in den beiden ersten Lebensjahren starben und Harrison der Zweitgeborene war.

Anfänglich erhielt er Unterricht von Hauslehrern. Ab 1847 besuchte er an der Seite seines zwei Jahre älteren Bruders Irwin das Farmers College in Cincinnati. Dort geriet er unter Einfluss des Lehrers Robert H. Bishop, der zuvor Dekan an der Miami University in Oxford, Ohio, gewesen war. Aus dem folgenden Jahr ist Harrisons erste politische Äußerung bekannt; in einer Notiz kritisierte er die Nominierung des demokratischen Ex-Präsidenten Martin Van Buren zum Präsidentschaftskandidat für die abolitionistisch geprägte Free Soil Party. Er sah darin einen Verrat an der Faktion früherer Whigs innerhalb der Partei.

Bis 1849 hatte sich die wirtschaftliche Situation der Harrisons derart verschlechtert, dass der Besuch des Farmers College von Benjamin und Irwin zur Disposition stand als im Oktober ein weiterer Sohn geboren wurde. Im September 1850 beendete Harrison das Farmers College und begann ein Studium an der Miami University. Möglicherweise aus finanziellen Gründen, die der Tod seiner Mutter im Monat zuvor erheblich verschärft hatte, konnte er seinen ursprünglichen Wunsch eines Studiums an der Yale University nicht verwirklichen. Zudem war Harrisons Jugendliebe Caroline Lavinia Scott eine Schülerin in Oxford. An der Universität entwickelte sich Harrison gut und wurde 1851 Präsident einer studentischen Literaturgesellschaft und Mitglied einer Fraternity namens Phi Delta Cappa. Sein christlicher Glaube erwachte und er war sich nicht sicher, ob er sein Studium Richtung Theologie, Jura oder in ein anderes Fach vertiefen sollte. Gleichfalls 1851 verlobte er sich im Geheimen mit Caroline.

Er schloss 1852 die Miami University als einer der besten seines Semesters ab. Der Arbeitsstil, den er sich bis dahin angeeignet hatte, zeichnete sich durch enormes Tempo aus. Bei der Abschlussfeier der Graduierten im Juli 1852 war er einer der Redner; er wählte als Thema Die Armen in England und prangerte die Sozialpolitik des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland an. Sein Vater, der im November als Repräsentant in den 33. Kongress der Vereinigten Staaten gewählt wurde, schickte ihn an die Rechtsschule der Miami University, zu dieser Zeit die einzige in Ohio. Die praktische Ausbildung fand in der Anwaltskanzlei von Bellamy Storer in Cincinnati statt.

Am 20. Oktober 1853 heirateten Caroline Scott und Benjamin Harrison im Haus des Brautvaters in Oxford. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor; im August 1854 Russell Benjamin und im April 1858 Mary Scott.

Im März 1854 zog mit seiner schwangeren Frau nach Indianapolis, wo er die Anwaltsprüfung ablegen und danach praktizieren wollte. Harrison kam mit der Zulassung vor Gericht langsamer als gedacht voran, weshalb Caroline aus Kostengründen zurück zu ihren Eltern nach Oxford zog. Nach der Geburt von Russell kehrte sie zu Harrison zurück. Gegen Ende des Jahres eröffnete er seine Anwaltskanzlei; den Schwerpunkt anfangs bildeten notarielle Fälle wie Urkunden und Nachlass-Angelegenheiten.

Anwalt und politische Anfänge (1855–1861)

Anfang 1855 kontaktierte ihn William Wallace, Bruder des Autors Lew Wallace und Sohn des früheren Indiana-Gouverneurs David Wallace, weil er mit ihm eine Kanzlei eröffnen wollte. Durch die Gemeinschaftspraxis erhoffte sich Wallace eine Entlastung in seinem Wahlkampf für die Stelle als Leiter der Stadtverwaltung (city clerk). Im Rahmen von Wallaces Wahlkampagne für die People’s Party hielt Harrison seine erste politische Rede. Die People’s Party war vor allem eine Oppositionsbewegung gegen den Kansas-Nebraska Act von 1854, der die Ausbreitung der Sklaverei in neue Bundesstaaten erlaubt hatte, weshalb Harrison in seiner Ansprache den immer stärker werdenden Partikularismus von Nord- und Südstaaten kritisierte. Als Wallace die Wahl verloren hatte, kehrte er in die Kanzlei mit Harrison zurück. Dieser erreichte Ende des Jahres die Ernennung zum regionalen Beauftragten zur Beweisaufnahme für den gerade erst geschaffenen United States Court of Claims („Bundesgericht für Entschädigungsansprüche“).

Bis 1856 war Harrison zum überzeugten Sklavereigegner geworden und fand Anschluss an die unlängst gegründete Republikanische Partei, in der sich die Gegner einer weiteren Ausbreitung der Sklaverei in den Staaten sammelten. Entsprechend engagierte er sich bei der Präsidentschaftswahl 1856 für John Charles Frémont und hielt weitere öffentliche Reden. Harrisons Vater hingegen machte Wahlkampf für Millard Fillmore, den Präsidentschaftskandidaten der nativistischen Know-Nothing Party („Nichtswisser-Partei“). Im Jahr 1857 wurde Harrison zum Verdruss von Vater und Bruder, der auch ein Know-Nothing war, für die Republikaner zum Staatsanwalt (city attorney) von Indianapolis gewählt. Nach Ablauf seiner Amtszeit 1858 entschied er sich gegen eine erneute Kandidatur, setzte seinen Aufstieg in den Rängen der Republikaner aber fort, als er zum Sekretär des Zentralausschusses der Republikaner Indianas gewählt wurde. In dieser Funktion wurde er zum Hauptverantwortlichen für das Einwerben von Parteispenden und machte seinen Namen rasch in der Parteiorganisation des Bundesstaats bekannt.

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