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Benin

Staat in Westafrika

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Benin [beˈniːn] (französisch Bénin [beˈnɛ̃]) ist ein Staat in Westafrika. Er grenzt im Westen an Togo, im Norden an Burkina Faso und Niger, im Osten an Nigeria und im Süden an den Golf von Guinea, genauer die Bucht von Benin. Diese ist benannt nach dem ehemaligen, überwiegend im heutigen Nigeria gelegenen Königreich Benin.

Bis 1975 hieß das Land Dahomey. Die Bezeichnung steht in Tradition zum historischen Königreich Dahomey, das bis zur Eroberung durch die Franzosen Ende des 19. Jahrhunderts den südlichen Teil des modernen Staates und des Nachbarstaates Togo umfasste. Von 1975 bis 1990 hieß es Volksrepublik Benin.

Benin liegt zwischen 6° 25' und 12° 30' nördlicher Breite sowie 0° 45' und 4° östlicher Länge. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 650 km, die größte West-Ost-Ausdehnung beträgt 320 km. Die Landesgrenzen belaufen sich auf gesamt 1989 km, zu Burkina Faso 306 km, zu Niger 266 km, zu Nigeria 773 km und zu Togo 644 km. Die Länge der Küste beträgt 121 km.

Die Landschaft Benins gliedert sich in fünf verschiedene Naturräume.

Die Küstenregion ist flach und sandig und wird von Gezeitensümpfen und Lagunen geschützt. Genauer betrachtet besteht sie aus einer langen, mit Kokospalmen bewachsenen Sandbank. Die Lagunen sind im westlichen Teil des Landes schmaler, wo viele durch Verschlammung in Sümpfe verwandelt wurden, und im Osten breiter, einige sind auch miteinander verbunden. Im Westen erstreckt sich die Grand-Popo-Lagune bis ins benachbarte Togo, während die Porto-Novo-Lagune im Osten einen natürlichen Wasserweg zum Hafen von Lagos in Nigeria bildet, obwohl die Nutzung durch die politische Grenze erschwert wird. Nur bei Grand-Popo und Cotonou haben die Lagunen direkte Verbindungen zum offenen Meer.

Hinter der Küstenregion beginnt das barre-Land – das Wort ist eine französische Adaption des portugiesischen Wortes barro („Ton“). Die Barre-Region ist eine fruchtbare, intensiv landwirtschaftlich genutzte Ebene und umfasst die Lama Marsh, ein riesiges Sumpfgebiet, das von Abomey bis Allada reicht. Die Landschaft ist im Allgemeinen flach, obwohl gelegentlich Hügel auftreten, die bis zu 400 Meter hoch sein können.

Die vier Hochebenen von Benin befinden sich in der Gegend von Abomey, Kétou, Aplahoué (oder Parahoué) und Zagnanado. Die Plateaus bestehen aus Tonen auf kristalliner Basis und sind zwischen 90 und 230 Meter hoch.

Die Atakora-Gebirgskette im Nordwesten des Landes bildet eine Fortsetzung des südlichen Togogebirges. Sie verläuft von Südwesten nach Nordosten und erreicht an ihrem höchsten Punkt, dem Mont Sokbaro, eine Höhe von 658 Metern. In ihrem Inneren besteht sie aus stark metamorphem Quarzit-Gestein.

Die Niger-Ebene im Nordosten Benins senkt sich bis zum Tal des Niger-Flusses ab und besteht aus lehmigen Sandsteinen.

Die Landesfläche beträgt 112.622 km² (Weltrang 100), davon 30 % Wald, 12 % Ackerland, 4 % Wiesen und Weiden.

Es werden zwei Klimazonen unterschieden.

Die südliche Zone hat ein äquatoriales Klima mit zwei feuchten und zwei trockenen Jahreszeiten. Die Hauptregenzeit liegt zwischen Mitte März und Mitte Juli. Auf diese folgt eine kürzere Trockenzeit bis Mitte September, eine kürzere Regenzeit bis Mitte November und eine größere Trockenzeit bis zum Wiedereinsetzen der Regenfälle im März. Die Regenmenge nimmt von Westen nach Osten zu. Grand-Popo erhält nur etwa 800 Millimeter, während in Cotonou und Porto-Novo jeweils etwa 1250 Millimeter Niederschlag pro Jahr fallen. Die Temperaturen sind relativ konstant und schwanken zwischen etwa 22 °C und 34 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit ist häufig unangenehm hoch.

In der nördlichen Klimazone gibt es nur eine Trocken- und eine Regenzeit. Die Regenzeit dauert von Mai bis September, wobei die meisten Regenfälle im August auftreten. In den Atakora-Bergen und in Zentralbenin fallen jährlich etwa 1350 Millimeter, weiter nördlich sinkt die Niederschlagsmenge auf etwa 965 Millimeter. In der Trockenzeit von Dezember bis März weht aus nordöstlicher Richtung der Harmattan, ein heißer und trockener Wind. Die Temperaturen liegen durchschnittlich bei 27 °C, aber der Temperaturbereich schwankt zwischen Tag und Nacht stark. Im März, dem heißesten Monat, können die Tagestemperaturen auf bis zu 43 °C klettern.

Neben dem Niger, der mit seinen Nebenflüssen Mékrou, Alibori und Sota die nordöstlichen über 40 Prozent des Landes entwässert, ist der wichtigste Fluss des Landes der Ouémé. Er entwässert mit dem Mono und dem Couffo die gesamte südliche Hälfte Benins. Der Mono, der in Togo entspringt, bildet die Grenze zwischen Togo und Benin nahe der Küste. Der Couffo, in dessen Nähe sich Abomey befindet, fließt von den höheren Ebenen nach Süden, um in die Küstenlagunen von Ahémé zu münden. Der Ouémé entspringt im Atakora-Gebirge und fließt 450 Kilometer nach Süden; nahe seiner Mündung teilt er sich in zwei Arme, von denen einer nach Osten in die Porto-Novo-Lagune und der andere nach Westen in den Nokoué-See abfließt.

Die Atakora-Berge bilden eine Wasserscheide zwischen dem Volta- und dem Nigerbecken. Die Gebiete westlich davon entwässert über den Oti und seine Nebenflüsse in das Volta System. Das Oti-Einzugsgebiet umfasst 13,7 % der Landesfläche.

Der vorherrschende Vegetationstyp Benins ist die Savanne. Benin hat Anteil an zwei Landschaftszonen, der Sudanzone und der Guineazone, und liegt in einem nahezu waldfreien Korridor zwischen den oberguineischen und kongolesischen Regenwäldern, dem Dahomey Gap. Der ursprüngliche tropische Regenwald, der den südlichen Landesteil bedeckte, ist heute weitgehend abgeholzt und existiert nur noch in der Nähe von Flüssen. An seiner Stelle wurden viele Öl- und Rônierpalmen gepflanzt und Nutzpflanzen angebaut, daneben wachsen Kokospalmen, Kapok-, Mahagoni- und Ebenholzgewächse. Außerdem gibt es Trockenwälder wie den Forêt de la Lama im Zentrum Benins und den sehr eindrucksvollen Sumpfwald von Lokoli.

Die Flora Benins umfasst ungefähr 3000 Arten. Die Savannen im Norden des Landes werden durch den Nationalpark W und den benachbarten Nationalpark Pendjari, beide Teil des trinationalen und grenzüberschreitenden WAP-Nationalparkkomplex, geschützt. Hier kommen noch Elefanten, Leoparden, Löwen, Antilopen, Affen, Wildschweine, Krokodile und Büffel vor. Es gibt auch viele Schlangenarten, darunter Pythons und Puffotter. Zu den Vögeln gehören Perlhühner, Wildenten und Rebhühner sowie viele tropische Arten.

Die südlichen Provinzen machen ein Viertel der Gesamtfläche aus, werden aber von mehr als zwei Dritteln der Bevölkerung bewohnt. Sehr dicht besiedelt sind die Gegend um den Hafen von Cotonou, wo sich das politische und wirtschaftliche Leben des Landes konzentriert, und die offizielle Hauptstadt Porto-Novo. An den Stadträndern ist der Anbau von Subsistenzfrüchten wie Mais, Maniok und Süßkartoffeln sehr intensiv. Zum Norden hin nimmt die Siedlungsdichte ab. Die Dörfer, welche im Süden noch häufig anzutreffen sind, sind nun weiter zerstreut. Die aus Kolonialzeiten stammende Marktstadt Parakou bildet ein wichtiges Zentrum im Norden.

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