Die Basketball-Bundesliga (BBL), offizielle Sponsorenbezeichnung seit 2016 easyCredit Basketball Bundesliga (easyCredit BBL), ist die höchste Spielklasse im deutschen Basketball der Männer. Sie wurde im November 1964 auf Beschluss des Deutschen Basketball Bundes (DBB) gegründet und zur Saison 1966/67 eingeführt. Bereits 1939 und zwischen 1947 und 1966 wurde eine Deutsche Basketballmeisterschaft der Herren ausgespielt.
In der Bundesliga wird zunächst eine Hauptrunde im Ligasystem, bei dem jeder der 18 Vereine in Hin- und Rückspielen gegen jeden anderen Verein antritt, ausgespielt. Anschließend spielen die acht besten Vereine in Play-offs den deutschen Basketballmeister aus. Die beiden letzten Mannschaften steigen in die ProA ab, die seit 2007 die zweithöchste Spielklasse unterhalb der Bundesliga bildet.
Der Rekordmeister mit 14 Titeln sind die Bayer Giants Leverkusen, die vor allem die 1970er- und 1990er-Jahre dominierten.
Vorgeschichte und Gründung (1939–1966)
Eine Deutsche Basketballmeisterschaft wurde erstmals 1939 in einem zweitägigen Turnier zwischen den vier besten der 19 Gaumeistern in Hamburg ausgespielt. Erster Deutscher Basketballmeister wurde der Luftwaffen-Sportverein Spandau. Während des Zweiten Weltkriegs ruhte der Basketballbetrieb jedoch weitestgehend und wurde erst 1947 wieder aufgenommen, als Wolfgang Kraft die Arbeitsgemeinschaft „Deutscher Zentralausschuss für Basketball“ gründete. Noch im selben Jahr wurde im besetzte Nachkriegsdeutschland mit Unterstützung der amerikanischen Streitkräfte der erste Nachkriegsmeister, der MTSV Schwabing, gekürt. Gleichzeitig wurde der Vorläufer des Deutschen Basketball Bundes (DBB), die „Gesellschaft zur Förderung des Basketballsports“ gegründet, die an Stelle der Arbeitsgemeinschaft trat. Die höchste Spielklasse war die viergeteilte Oberliga (aufgeteilt in die Staffeln Nord, West, Südwest, und Süd), deren Meister in einer Finalrunde um die Deutsche Meisterschaft spielten. Der Spielbetrieb war durch die eingeschränkte Reisefreiheit und Personalsorgen schwer gestört: Offiziell durfte man die Grenzen der Besatzungszonen nicht ohne Passierschein überqueren und viele Mannschaften waren auf ausländische, bspw. lettische und litauische, Spieler angewiesen, die sukzessive in ihre Heimat zurückkehrten. Die ersten Meisterschaften waren geprägt von der Dominanz süddeutscher Teams: Nahezu alle Meister zwischen 1947 und 1962 stammten aus Heidelberg, München oder Stuttgart. So wurde der USC Heidelberg mit sechs in Folge gewonnenen Meisterschaften der erste Serienmeister des deutschen Basketballs. Nur dem ATV Düsseldorf gelang es 1956 mit einem Finalsieg gegen den USC Heidelberg, diese frühe süddeutsche Dominanz zu brechen.
Den Anstoß für einen professionalisierten Wettbewerb gab der Vorsitzende der Spruchkammer des DBB, Günter Hüffmann, mit einem Dringlichkeitsantrag auf dem DBB-Bundestag am 23. Mai 1964. Auch der damalige DBB-Präsident Hans-Joachim Höfig plädierte für eine Ligenreform in Form einer Bundesliga. Beim folgenden außerordentlichen Bundestag im November 1964 wurde ein Beginn der Bundesliga bereits zur Saison 1965/66 jedoch abgelehnt (34 Ja-Stimmen zu 75-Nein-Stimmen bei 19 Enthaltungen), da die finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für viele Vereine als zu unsicher galten. Grundsätzlich einigte man sich auf die Gründung einer zweigeteilten Bundesliga (113 Ja-Stimmen bei 15 Enthaltungen): In der Staffel Nord sollten zehn Vereine aus den Oberligen Nord und West, in der Staffel Süd zehn Vereine aus den Oberligen Südwest und Süd spielen. Jedem Oberligabereich wurden dabei fünf Startplätze in der Bundesliga zugesprochen. Auf dem Bundestag im Juni 1965 wurde schließlich festgelegt, dass die Reihenfolge der Platzierung in den abgelaufenen Oberligaspielzeiten für die Qualifikation der Bundesliga maßgeblich seien.
Die Premierensaison 1966/67 begann am 1. Oktober 1966, drei Jahre nach Gründung der deutschen Fußball-Bundesliga. In der Saison 1966/67 wurde darüber hinaus ein Pokalwettbewerb des DBB etabliert. Im ersten Endspiel der Basketball-Bundesliga konnte sich der MTV 1846 Gießen, unter Leitung des Ungarn Laszlo Lakfalvi, gegen den VfL Osnabrück mit 85:73 durchsetzen und wurde somit zum ersten BBL-Meister. Die neugegründete Liga wurde in der Folge von Vereinen, Spielern und Zuschauern gut aufgenommen: Im Finale der Saison 1967/68 zwischen dem MTV Gießen und dem VfL Osnabrück, eine Neuauflage des Vorjahresfinales, sahen 2.000 Zuschauer, wie Gießen seinen Meistertitel verteidigen konnte (79:69). Die dominierenden Spieler des Gießener Teams waren Holger Geschwindner, Klaus Jungnickel und Bernd Röder. Die Einführung einer eingleisigen Bundesliga wurde auf dem DBB-Bundestag 1968 mit großer Mehrheit abgelehnt.
In der Folgesaison kam es insbesondere in der Südstaffel zu zahlreichen Personalausfällen, weswegen der Heidelberger Trainer Hannes Neumann sogar zeitweise als Spielertrainer agieren musste. Zum dritten Mal in Folge standen sich im Finale Gießen und Osnabrück gegenüber. Osnabrück verwehrte den Hessen jedoch die dritte Meisterschaft in Folge (76:69) und gewann als zweiter Verein der BBL-Geschichte die deutsche Meisterschaft. Gleichzeitig stellte diese Saison auch eine Wende dar, da mit dem TuS 04 Leverkusen ein Verein in die Bundesliga aufstieg, der zum erfolgreichsten Verein der deutschen Basketballgeschichte werden sollte. Bereits in der Premierensaison gelang den Rheinländern Platz zwei der Nord-Tabelle. Erst die Gießener konnten sie im Halbfinale stoppen. Doch bereits in der Saison 1969/70 gelang es dem Team unter Leitung von Günter Hagedorn sowie mit den neuverpflichteten Nationalspielern Jochen Pollex und Norbert Thimm, die Gießener im Finale zu schlagen (76:73) und die erste Meisterschaft zu feiern. Dies gelang innerhalb einer perfekten Saison, also ohne eine einzige Niederlage. Mit dem Gewinn des Pokals im gleichen Jahr wurde auch das erste Double der deutschen Basketballgeschichte gewonnen. Auch in den beiden folgenden Saison konnten die „Riesen vom Rhein“ die Meisterschaft für sich gewinnen, 1971 erneut zusammen mit dem Pokal; 1972 hat der DBB den Leverkusenern auf Grund ihrer Dominanz verboten, im Pokal mitzuspielen. Im Gegensatz zu dieser Erfolgsgeschichte stehen Vereine, die sich wegen finanzieller und organisatorischer Schwierigkeiten in der Frühphase der Liga vom Spielbetrieb zurückziehen mussten (ATV Düsseldorf 1970; PSV Grünweiß Frankfurt 1971). Die Saison 1972/73 sollte wieder ausgeglichener sein: Die Leverkusener, geschwächt durch die Weggänge ihrer Leistungsträger Pollex (SSV Hagen) und Thimm (Real Madrid), schieden bereits im Halbfinale gegen den späteren Meister USC Heidelberg aus. Dieser gewann die Finalserie gegen den MTV Gießen nur äußerst knapp. Das Hinspiel ging noch Unentschieden 70:70 aus, und auch das Rückspiel musste in die Verlängerung gehen, bis Heidelberg schließlich mit 71:70 triumphierte.
1974 beschloss der Bundestag in Köln mit nur drei Gegenstimmen die Einführung der eingleisigen Bundesliga. Gleichzeitig sollte die zweigeteilte 2. Bundesliga mit je zehn Mannschaften ab der Saison 1975/76 als professioneller Unterbau dienen. Tatsächlich wurde die eingleisige Bundesliga bereits auf einem ordentlichen Bundestag 1969 mit großer Mehrheit angenommen, eine neu eingeführte Regionalliga sollte als Zwischenliga eingeführt werden. Der Hessische Basketball-Verband stellte jedoch auf dem Bundestag 1970 einen Dringlichkeitsantrag, wodurch die zweigeteilte Bundesliga erhalten blieb und die Oberliga weiter die zweithöchste Spielklasse darstellte. Im Mai 1971 wurde daraufhin die Regionalliga eingeführt, die Oberliga war von nun an nur noch dritte Liga.
Ein Antrag auf Zulassung von Trikotwerbung, wie sie seit 1973 in der Fußball-Bundesliga erlaubt und seit 1968 in der BBL explizit verboten war, wurde 1974 stattgegeben, aber bereits 1975 wurde Werbung erneut verboten. In der Saison 1973/74 gab es gleich zwei Premieren: Zum einen feierte der SSV Hagen seine erste Meisterschaft, zum anderen gab es in Heidelberg mit dem Rausschmiss des Meistertrainers Dick Stewart die erste Trainerentlassung der BBL. Die letzte Saison der zweigeteilten Bundesliga gewann erneut der MTV Gießen.