Basel (baseldeutsch [ˈbɐːsə̆l], standarddeutsch [ˈbɑːzəl], französisch Bâle, italienisch Basilea, rätoromanisch ) ist eine Schweizer Grossstadt sowie Hauptort des Kantons Basel-Stadt, der ausserdem die Gemeinden Riehen und Bettingen umfasst. Nach Zürich und Genf ist Basel mit 180'097 Einwohnern die drittgrösste Stadt der Schweiz.
Basel gilt als die Kulturhauptstadt der Schweiz und wird auch international als «Stadt der Museen» bezeichnet. Denn mit nahezu 40 Museen auf dem gesamten Kantonsgebiet und einem breiten Kulturangebot ist Basel für seine zahlreichen Kunst- und Kulturinstitutionen von Weltrang berühmt, was die Stadt im Verhältnis zu ihrer Grösse und Bevölkerung ebenfalls zu einem der grössten Kulturzentren Europas macht. Das städtische Kunstmuseum stellt hier die gemeinhin als wichtigste erachtete öffentliche Kunstsammlung der Schweiz aus. Die Sammlung gilt mit dem im Jahr 1661 von der Stadt erworbenen «Amerbach-Kabinett» als das älteste öffentlich zugängliche Kunstmuseum der Welt.
Die 1460 gegründete Universität Basel ist die älteste der Schweiz sowie eine der ältesten in Europa. An ihr lehrten und forschten über die Jahrhunderte hinweg unter anderem Erasmus von Rotterdam, Paracelsus, Daniel Bernoulli, Leonhard Euler, Friedrich Nietzsche, Karl Jaspers, die Nobelpreisträger Werner Arber und Tadeus Reichstein und die Philosophin Jeanne Hersch. In Basel fand 1897 ausserdem der erste Zionistenkongress unter Leitung von Theodor Herzl statt. Insgesamt wurde der Kongress bis zur Staatsgründung Israels im Jahr 1948 zehn Mal in der Stadt am Rheinknie durchgeführt, somit öfter als in jeder anderen Stadt der Welt.
Basel ist ein weltweit führendes Zentrum der Chemie- und Pharmaindustrie, ein weltbekanntes Messezentrum sowie ein wichtiger Standort als Bankenplatz; so hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ihren globalen Hauptsitz in Basel. Gleiches gilt unter anderem für die beiden Pharmaunternehmen Novartis und Hoffmann-La Roche und das Versicherungsunternehmen Helvetia Baloise.
Die Unternehmensberatungsfirma Mercer wertete Basel im Jahre 2024 neben Zürich und Genf zu den zehn Städten mit der weltweit höchsten Lebensqualität.
Die im äussersten Nordwesten der Schweiz gelegene Stadt befindet sich zu beiden Seiten des Rheins. Neben dem Kanton Schaffhausen und Teilen des Kantons Zürich gehört Kleinbasel mit dem nördlichen Teil des Kantons Basel-Stadt zu den Gebieten der Schweiz rechts des Hochrheins.
Der Rhein ändert im Stadtbereich von Basel – beim Rheinknie zwischen dem Schweizer Jura und den Vorhöhen des Schwarzwalds – seine Fliessrichtung von Ost–West nach Süd–Nord. Hier endet der Rheinabschnitt Hochrhein und beginnt der Oberrhein. Kurz vor dieser Stelle mündet am höher gelegenen südlichen Rheinufer die Birs in den Hochrhein und bildet dort die Grenze zum Kanton Basel-Landschaft; auch der von der Birs abgeleitete Kanal St. Alban-Teich leitet von Süden kommend Wasser in den Rhein. Unmittelbar unter der Mittleren Brücke befindet sich die Mündung des Birsigs, der damit der erste Nebenfluss des Oberrheins ist. Am flacheren nördlichen Ufer dehnen sich grosse Industriegebiete aus, aus denen die Wiese in den Oberrhein zufliesst.
Der die Stadt prägende Rhein gilt von seiner Mündung in die Nordsee bis zur Basler Altstadt (historische Mittlere Brücke) als internationales Gewässer. Diese Verkehrsrechte erhielt die Schweiz 1868 durch die Mannheimer Akte.
Dank seiner Lage wurde Basel schon früh zum Knotenpunkt wichtiger Verkehrswege und damit ein bedeutender Handelsplatz. Die Stadt zählt deshalb zu den am dichtesten besiedelten Gebieten Europas, verfügt aber mit einer grossen Gemarkung über 320 Hektar Grünfläche und 71 Hektar Wald.
Die Stadt Basel und die beiden Gemeinden Riehen und Bettingen weisen einschliesslich ihrer Wasserflächen 3694 ha auf und bilden damit den flächenmässig kleinsten Schweizer Kanton. Dennoch sind innerhalb dieses verhältnismässig kleinen Landstücks beträchtliche Höhenunterschiede vorhanden. Den tiefsten Punkt im Kanton Basel-Stadt misst man am Rheinhafen in Kleinhüningen mit 245 m ü. M., der Münsterplatz im Zentrum liegt 270 Meter über Meer und die höchste Erhebung liegt oberhalb Bettingen bei St. Chrischona mit 522 m ü. M. – dort befindet sich auch der Fernsehturm St. Chrischona, das höchste freistehende Bauwerk der Schweiz.
Geodätisch gesehen liegt Basel auf dem gleichen Breitengrad wie St. John’s (Neufundland), die Magdalenen-Inseln (Kanada) und Seattle (Vereinigte Staaten) in westlicher Richtung sowie das Schloss Neuschwanstein und der Königssee (Deutschland), die ungarischen Grossstädte Budapest und Debrecen, Nikopol (Ukraine), Wolgodonsk (Russland) und die Kurilen-Insel Uschischir in östlicher Richtung. Denselben Längengrad teilt Basel mit der Ramstein Air Base, Koblenz, Münster, der ostfriesischen Insel Langeoog (alle Deutschland) und der norwegischen Insel Averøya in nördlicher Richtung sowie mit Turin (Italien), Katsina (Nigeria) und der Mündung des Imo River in den Atlantik in südlicher Richtung.
Die Stadt Basel liegt am südlichen Ende der Oberrheinischen Tiefebene und am westlichen Beginn der Hochrheinebene am Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich und hat aus diesem Grund Vororte in allen drei Ländern. Die Bewohner Basels werden Basler genannt (bzw. Stadtbasler zur Differenzierung von denen des Kantons Basel-Landschaft).
Die amtliche Ortschaft Basel ragt teilweise über den Gemeindebann hinaus. So befindet sich das Naherholungsgebiet der Brüglinger Ebene (mit den Sport- und Veranstaltungsstätten St. Jakob) innerhalb der amtlichen Ortsbezeichnung Basel, obwohl auf Boden der Nachbargemeinde Münchenstein liegend.
Die an Basel grenzenden Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn):
im Norden Weil am Rhein (Land Baden-Württemberg, Deutschland)
im Nordosten Riehen (Kanton Basel-Stadt)
von Ost bis Süd Birsfelden, Muttenz, Münchenstein und Reinach (im Kanton Basel-Landschaft),
von Süd bis West Bottmingen, Binningen und Allschwil (ebenso im Kanton Basel-Landschaft)