Barbara Wotjak (* 13. November 1940 in Reblin; † 7. April 2017) war eine deutsche Sprachwissenschaftlerin. Als Professorin für Deutsch als Fremdsprache lehrte sie vorrangig am Herder-Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig und an der Philologischen Fakultät der Universität Leipzig. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählten u. a. die Lexikologie, die Lexikographie und die Phraseologie.
Barbara Wotjak wurde am 13. November 1940 in Reblin geboren. 1945 erfolgte die Aussiedlung aus Pommern über Mecklenburg nach Thüringen. Nach dem Besuch der Grundschule in Hainrode und Eisenach legte sie 1959 an der Luther-Oberschule Eisenach ihr Abitur ab. Von 1959 bis 1961 absolvierte sie ein Lehrerstudium für Französisch-Deutsch an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Anschließend studierte sie bis 1964 Romanistik (Französisch, Portugiesisch) und Germanistik. Nach Abschluss des Diplomstudiums war sie ein Jahr lang redaktionelle Mitarbeiterin und Sprecherin in der Sektion Lateinamerika (Brasilien) bei Radio Berlin International. Von 1965 bis 1976 arbeitete Barbara Wotjak als Lehrerin im Hochschuldienst am Herder-Institut der Universität Leipzig im Bereich der Aspirantenausbildung und legte während dieser Zeit ein pädagogisches Hochschulzusatzexamen ab. Von 1976 bis 1980 erfolgte die planmäßige Aspirantur bei Gerhard Helbig. Ferner begleitete sie ihren Mann, Gerd Wotjak, nach Kuba, wo sie an der Universität Havanna und an der Pädagogischen Hochschule für Fremdsprachen Havanna Spanisch- und Deutschunterricht erteilte.
1981 promovierte sie zur Dr. phil. in Sprachwissenschaft an der Karl-Marx-Universität Leipzig zum Thema „Untersuchungen zu deutschen Verben des Beförderns unter Berücksichtigung ausgewählter spanischer Äquivalente“ mit dem Prädikat magna cum laude. Die Habilitation folgte 1989 mit der Arbeit „Zu Inhalts- und Ausdrucksstrukturen verbaler Phraseolexeme in System und Text“. Für diese Schrift wurde sie mit dem Wilhelm-Gottfried-Leibniz-Preis der Karl-Marx-Universität Leipzig in Anerkennung hervorragender Leistungen in Ausbildung und Forschung ausgezeichnet. 1990 erlangte sie die Venia legendi für das Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache/Linguistik, woraufhin sie bis 1992 als Dozentin am Herder-Institut lehrte und auch an der Universität Saarbrücken Seminare durchführte. In den Jahren von 1991 bis 1998 und 2001 bis 2003 wurde Barbara Wotjak, nachdem sie zuvor als wissenschaftliche Assistentin und Oberassistentin tätig war, zur stellvertretenden Direktorin des Herder-Instituts der Universität Leipzig berufen. Dort leitete sie die Abteilung Fort- und Weiterbildung/Kurse auf dem Gebiet Deutsch als Fremdsprache. Von 1992 bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 2006 hatte sie eine Professur für Deutsch als Fremdsprache mit dem Spezialgebiet Lexikologie an der Philologischen Fakultät der Universität Leipzig inne. Ferner war sie im Rahmen der Hochschulerneuerung Mitglied in Personal-, Auswahl- und Berufungskommissionen der Universität Leipzig. Neben den Verpflichtungen in Lehre und Forschung leitete sie zudem über viele Jahre vom Auswärtigen Amt geförderte Projekte. In den Jahren von 1998 bis 2001 und 2003 bis 2005 war Barbara Wotjak Geschäftsführende Direktorin des Herder-Instituts. Ab 2008 war sie stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Deutsch als Fremdsprache“.
Funktionen und Mitgliedschaften (Auswahl)
Vorstandsmitglied im Verein interDaF e.V. am Herder-Institut der Universität Leipzig (1992–2006)
Sektionsleiterin im Rahmen der 10. Internationalen Deutschlehrertagung (August 1993 in Leipzig)
Projektleiterin „Fenster: Fernstudienzyklus DaF für Studierende aus Polen und Tschechien“ (1993–1997)
Projektleiterin „Impulse: Fernstudienkurs DaF für polnische Fachleute aus der Wirtschaft“ (1997–2001)
Gutachtertätigkeit im Rahmen einer Lektoren-Auswahlkommission des DAAD für Lateinamerika und Afrika (1999–2006)
Hochschulberaterin in der Entwicklungszusammenarbeit für den DAAD mit der Universidade Federal do Pará in Belém, Brasilien (2008–2010)
Beiratsmitglied der Europäischen Gesellschaft für Phraseologie (mit Sitz in Zürich)
Beiratsmitglied und stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Deutsch als Fremdsprache“ (seit 2008)
Untersuchungen zu Inhalts- und Ausdrucksstruktur ausgewählter deutscher Verben des Beförderns (= Linguistische Studien, ZISW, Reihe A, H. 103). Berlin 1982 (Diss.)
Zusammen mit Manfred Richter: Deutsche Phraseologismen. Ein Übungsbuch für Ausländer. Leipzig/Berlin/München 1993.
Neu aufgelegt in leicht überarbeiteter Version als: Sage und schreibe. Deutsche Phraseologismen in Theorie und Praxis. Leipzig 1993, ISBN 3-324-00304-0.
Verbale Phraseolexeme in System und Text (= Reihe Germanistische Linguistik, 125). Niemeyer, Tübingen 1992, ISBN 3-484-31125-8 (Habil.)
Herausgeberschaft und Projektleitung
Projektleitung: Fernstudienzyklus „Fenster“ (DaF für Lerner mit polnischer/tschechischer Muttersprache). H. 1–12, Verlag H.Schubert, Leipzig 1995/96/97/98