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Baku

Hauptstadt Aserbaidschans, rayonunabhängig mit Rayonstatus

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Baku ([ˈbaːku], aserbaidschanisch /باکی/Бакы [bɑˈcɯ]; russisch Baku [baˈku]) ist die Hauptstadt Aserbaidschans in Vorderasien. Mit 2,35 Millionen Einwohnern in der Stadtprovinz ist Baku die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt des Landes und des gesamten Kaukasus.

Die Stadt an der Westküste des Kaspischen Meeres ist Verkehrsknotenpunkt sowie Wirtschafts- und Kulturzentrum mit mehreren Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen. Durch die Lage innerhalb eines Erdölfördergebiets ist Baku auch der Knotenpunkt mehrerer Erdöl-Pipelines und besitzt einen bedeutenden Erdöl-Hafen am Westufer des Kaspischen Meeres, dem weltweit größten See.

Aufgrund ihrer günstigen Lage an mehreren historischen Handelswegen kann die Stadt auf eine reiche Geschichte zurückblicken: In der Altstadt, die seit 2000 den Status eines UNESCO-Welterbes hat, sind zahlreiche Paläste, Moscheen und Festungsbauten erhalten geblieben. Mitte November 2024 fand hier die 29. UN-Klimakonferenz (COP 29) statt.

Die Namensherkunft des Stadtnamens ‚Baku‘ bzw. ‚aserbaidschanisch Bakı‘ ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Er wird in mittelalterlichen Quellen als persisch Bādkūba erwähnt, woneben Bākūya / Bākūh / Bākoh steht. Nach einer verbreiteten Etymologie geht er auf die persische Bezeichnung ‚vom Winde (bād) umtost (kūbe)‘ zurück. Eine andere Etymologie leitet den Namen von persisch Bagawān ‚Stadt Gottes, Ort Gottes‘ ab, die mit dem brennenden Brunnen aus Öl und Gas verbunden ist. Ahmed Kesrevi Tabrizi identifizierte den alten Platz Ateschi-Baguan ‚Feuertempel des Gottesortes‘ mit dem alten Baku und erklärte die Bedeutung des Wortes als ‚Stadt Gottes‘ oder ‚Ort Gottes‘. Nach der Eroberung des Landes durch die Araber könnte das Wort Bagu bereits im 8. Jahrhundert, wie S. Ashurbeyli vermutet, in Baku umgewandelt worden sein.

Es gibt weitere, weniger anerkannte Herleitungsvorschläge, wie vom lakischen Wort bak ‚Felsen‘, eine aber weiter entfernt gesprochene Sprache, oder vom, allerdings sehr stark veränderten, alttürkischen Wort Bey-Kyoy ‚Hauptstadt‘.

Baku liegt knapp unter dem Meeresspiegel, südlich auf der Abşeron-Halbinsel am Westufer des Kaspischen Meeres. Die Stadt ist von mehreren Süßwasserseen umgeben, darunter der Böyükşorsee, der mit zehn Quadratkilometern der zweitgrößte See des Landes ist. Im Westen und vereinzelt im Osten erhebt sich eine Hügellandschaft bis auf 200 m Höhe.

Die republikunmittelbare Stadt Baku mit ihren 2,35 Millionen Einwohnern (Stand 2025) umfasst die Kernstadt und 59 Siedlungen (qəsəbələr). Die Kernstadt ist in 21 (Stadt-)Teilbezirke (sahə inzibati ərazi dairələri, kurz siəd) eingeteilt; die Siedlungen sind zu 48 Siedlungsbezirken (kurz qəsəbə iəd) zusammengefasst. Diese Bezirke bilden zusammen 12 Stadt-Rayons (şəhər rayonları) und für Zwecke der kommunalen Selbstverwaltung 45 Gemeinden (bələdiyyələr). Dabei entfallen auf die Kernstadt 7 Gemeinden, 7 Rayons (3 Rayons vollständig, 4 Rayons teilweise) und 1.187.200 Einwohner (50,5 % der Gesamtbevölkerung).

Ein Teil der Siedlungen des östlichsten Bezirkes Pirallahı liegt auf natürlichen und künstlichen Inseln auf Stützen, den sogenannten Ölfelsen (Neft Daşları), teilweise 100 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt im Kaspischen Meer.

In Baku herrscht ein gemäßigtes Steppenklima (nach der effektiven Klimaklassifikation von Köppen und Geiger: BSk).

Im Allgemeinen ist das Klima sonnig und trocken mit gelegentlich aufkommenden orkanartigen Winden und niedrigen, unregelmäßigen Niederschlägen. Im Winter gibt es zwar häufig Nachtfrost, aber Eistage mit einer Tageshöchsttemperatur unter 0 °C und auch Schnee sind relativ selten. Die Schneedecke hält sich nur für einige Tage pro Jahr. Im Sommer – besonders in den Monaten Juli und August – sind Temperaturen über 35 °C häufig. Die trockene Luft und die Winde vom Kaspischen Meer mildern die Temperaturen. Regen ist im Sommer kaum zu erwarten.

Die Temperatur beträgt im Jahresdurchschnitt 15,1 °C, die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge 210 mm.

Die Einwohnerzahl der Stadt Baku beträgt 2.300.500 (Stand: 2021). 2009 hatte sie 2.064.900 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte lag bei 969 Einwohnern pro Quadratkilometer (Stand 2009). Für 2035 wird mit einer Bevölkerung von 2,8 Millionen Menschen gerechnet.

Vorchristliche Gründung und weitere Entwicklung

Archäologen datierten erste Funde einer Siedlung auf das Jahr 8000 v. Chr. Seit Jahrtausenden sprudelten in der Region von Baku natürliche Ölquellen, mit denen bereits die Zoroastrier ihre Tempel beleuchteten. Im ersten Jahrhundert erreichten die Römer mit ihren Militärexpeditionen Baku. In der Nähe der Stadt sind römische Inschriften aus der Zeit von 84 bis 96 n. Chr. erhalten.

Im 12. Jahrhundert machte ein Lokalherrscher, der Schirwanschah Ahistan I., Baku zu seiner Hauptstadt, nachdem die alte Hauptstadt Shamakha von einem Erdbeben zerstört worden war. Die Befestigungen gehen auf diese Zeit zurück. Von 1501 bis zur Eroberung durch die Osmanen 1578 wurde die Stadt von den Safawiden beherrscht. 1747 fiel die Macht an die lokalen Khane von Baku, die relativ unabhängig vom Persischen Reich waren. Durch dauernde Kriege sank die Bevölkerungszahl Bakus auf etwa 5000. 1797 fiel die Stadt nach einer erfolglosen russischen Militärexpedition zurück an das Persische Reich, wurde 1804 bis 1813 erneut russisch besetzt und fiel 1828 endgültig an Russland.

Die erste mechanische Ölbohrung fand um das Jahr 1846 statt. 1873 wurden die Ölquellen in größerem Maßstab angebohrt; in diesem Jahr kam Robert Nobel nach Baku. Der ältere Bruder von Ludvig und Alfred Nobel gründete in Baku die Ölgesellschaft Nobel Brothers Petroleum Producing Company. Die Firma wurde in wenigen Jahren das führende Unternehmen auf dem Weltmarkt. Bis 1901 lieferte Baku die Hälfte des weltweit benötigten Erdöls. Die Ölkönige von Baku ließen sich neugotische und Jugendstilpaläste von westeuropäischen Architekten im Süden der Altstadt erbauen.

Durch die massenhafte Zuwanderung wuchs Bakus Bevölkerung von 1856 bis 1910 schneller als die von London, Paris oder New York. Die Boomtown war eine „Stätte der Gesetzlosigkeit, der organisierten Kriminalität, Gewalt und Xenophobie“, ein „Synonym für den gefährlichsten Ort Russlands“ (so der russische Gouverneur 1914). Die muslimischen Aserbaidschaner, die meist als Hilfsarbeiter beschäftigt waren, sahen sich als Minderheit gegenüber Russen und Armeniern, die in den Industriebezirken die Leitungspositionen innehatten, sowie Georgiern, Juden, Ukrainern und anderen Zuwanderern, die jedoch kaum Wurzeln schlugen. 1910 waren 49 Prozent der Arbeiter im Industrierayon Junggesellen; 60 Prozent der verheirateten Arbeiter lebten ohne ihre Familien. Muslimische Zuwanderer blieben ihrem Landbesitz im Heimatdorf verbunden.

Von 1898 bis 1902 war der in Aserbaidschan geborene deutsche Ingenieur Nikolaus von der Nonne Oberbürgermeister von Baku. Zur Bekräftigung der russischen Herrschaft wurde von 1888 bis 1898 die monumentale Alexander-Newski-Kathedrale erbaut, die während der Phase des militanten Atheismus unter Stalin 1935 abgerissen wurde. Aufgrund des zunehmenden armenischen Nationalismus und des beherrschenden Einflusses und Wohlstands der Armenier in der Stadtduma machte sich eine Aversion breit, die zur staatlichen Repression gegen armenische Kirchen- und Bildungseinrichtungen und zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Muslimen führte.

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