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Baja Mali Knindža

Serbischer Turbo-Folk-Sänger

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Baja Mali Knindža (serbisch-kyrillisch Баја Мали Книнџа ‚'Baja, der kleine Kniner Ninja‘), bürgerlich Mirko Pajčin (Мирко Пајчин; * 13. Oktober 1966 in Gubin bei Livno), ist ein serbischer Folk-/Turbo-Folk-Sänger.

Während des Kroatien- und Bosnienkriegs (1991–1995) war Pajčin der bekannteste Sänger von neu komponierten Kriegsliedern in der damaligen Republik Serbische Krajina und der Republika Srpska. Seine Lieder drücken offen seine Sympathien für die Kommandeure serbischer paramilitärischer Einheiten und seine nationalistische und fremdenfeindliche Einstellung gegenüber Kroaten und Bosniaken aus. Diese Kriegslieder machten Pajčin bekannt und sind ein typisches Beispiel für die spontane Welle der militanten Popmusik zu dieser Zeit. Er schuf während der Kriegszeit eine neue musikalische Hauptströmung und eine neue Musikkultur, die er repräsentierte und die ihn über Nacht zum Star machte.

Pajčins Lieder leisteten einen wesentlichen Beitrag dazu, den Hass zwischen den Volksgruppen zu vertiefen und die serbischen Truppen zu motivieren. Der ultra-nationalistische Sänger hat aufgrund seiner nationalistischen, fremdenfeindlichen und rassistischen Liedtexte und dem Bekenntnis zur ultra-nationalistischen Serbischen Radikalen Partei (SRS) Auftrittsverbote in Kroatien, der Föderation Bosnien und Herzegowina und der Schweiz (2016) erhalten.

Pajčin debütierte 1991 während des Zerfalls Jugoslawiens unter dem Künstlernamen Baja Mali Knindža mit dem Album Ne dam Krajine („Ich gebe die Krajina nicht her“). Knindža ist ein Kofferwort aus dem Namen der Stadt Knin und der serbischen Bezeichnung für den japanischen Ninja-Kämpfer. Es ist eine Anspielung auf die paramilitärische Einheit „Knindže“ der Republik Serbische Krajina, die unter dem Kommando von Dragan Vasiljković (Kapetan Dragan) während des Kroatienkrieges für Kriegsverbrechen an Nicht-Serben verantwortlich war.

Sein erster Erfolg war 1992 das Lied Vrati se Vojvodo (Komm zurück, Woiwode), in dem er sich an den serbischen Tschetnik-Führer und Kriegsverbrecher Momčilo Đujić (1907–1999) wendet und ihn bittet, in die Krajina zurückkehren. Auf dem Titelbild seines Albums Pobijediće istina (Es wird die Wahrheit gewinnen) aus dem Jahr 1994 posiert Pajčin mit Šajkača, einer Steinschlosspistole und in einem T-Shirt, welches das Abzeichen von Đujićs Dinarischer Tschetnik-Division trägt. Pajčins Musik diente als omnipräsente akustische Untermalung, also ‚emotionaler Teppich‘ der nationalen Euphorie und wurde mit religiösen und nationalistischen Symbolen der Tschetnik-Bewegung auf politischen Kundgebungen verkauft.

Serbische Militärführer schrieben Pajčins Liedern einen hohen Stellenwert zu. Der Schriftsteller Dragoslav Bokan (* 1961) behauptete, dass die Effektivität der serbischen Kriegsführung vielleicht 30 Prozent niedriger gewesen wäre ohne Pajčins Album Stante paše i ustaše (Stoppt die Paschas [= Bosniaken] und Ustaschas [= Kroaten]) aus dem Jahr 1992.

Der Serbischen Radikalen Partei (SRS), die einer extrem-nationalistischen Ideologie folgt und für die Schaffung eines Großserbien eintritt, widmete er 1998 das Album Srpskim Radikalima („Den Serbischen Radikalen“), unter anderem mit einer Parteihymne (Himna Srpskim Radikalima). Pajčin sang mehrfach kostenlos für die SRS und steht ihr politisch weiterhin nahe. Auf der Belgrader Buchmesse im Oktober 2018 war Pajčin Gast am Stand des SRS-Parteiführers Vojislav Šešelj und ließ sich dessen Buch Srpski narod mora da oslobodi Kosovo i Metohiju (Das serbische Volk muss Kosovo und Metochien befreien) widmen.

Pajčins nationalistische, rechtsextreme und großserbische Gesinnung zeigt sich häufig in den politischen Texten seiner Lieder.

Im Refrain seines Liedes Ne volim te Alija (Ich mag dich nicht Alija) aus dem Jahr 1993, welches sich gegen den ehemaligen Präsidenten von Bosnien und Herzegowina Alija Izetbegović (1925–2003) richtet, heißt es:

Das Ziel des serbischen Kampfes sieht Pajčin in der Verteidigung der Orthodoxie („als einzig wahrem Glauben“) und verknüpfte in seinen Liedtexten das religiöse Bekenntnis mit nationaler Identität:

Sowie im Lied Živeće ovaj narod (Dieses Volk wird leben) aus dem Jahr 1993:

In dem Lied Moj je tata zločinac iz rata (Mein Vater ist ein Kriegsverbrecher) aus dem Jahr 1994 verherrlicht Pajčin serbische Kriegsverbrecher mit den Worten:

Über die mehrheitlich kroatischen Wähler der Partei Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) singt er in seinem Lied Ja ne volim ljude te koji vole HDZ (Ich mag diese Leute nicht, die die HDZ mögen):

Während des Kosovokriegs und der Operation Allied Force sang Pajčin in seinem Lied Tesla (1999) gegen die NATO und die USA:

Mit der Gruppe Braća sa Dinare

1995: Bila jednom jedna zemlja

1997: Ja se svoga, ne odričem do groba

Seine Cousine Ksenija Pajčin (1977–2010) war eine serbische Sängerin, Tänzerin und ein Model.

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