An diesem Tag

Bahnhof Basel SBB

Grösster Grenzbahnhof Europas

Anúncio

Der Bahnhof Basel SBB (auch Centralbahnhof oder Schweizer Bahnhof genannt) ist der grösste Grenzbahnhof Europas sowie der grösste und wichtigste Bahnhof der Stadt Basel. Es fahren Züge in die Schweiz, nach Italien und nach Deutschland sowie die TGVs nach Frankreich. Regionalzüge ins Elsass fahren von Basel SNCF, dem elsässischen Bahnhof, der dem Bahnhof SBB angegliedert ist, aber über eine eigene Bahnsteighalle mit eigenen Gleisen verfügt und durch eine Zollschranke vom Bahnhof SBB getrennt ist. Ein Grossteil der Fernverkehrszüge sowie eine S-Bahn-Linie und einzelne andere Nahverkehrszüge nach Deutschland enden oder beginnen hier. Sie halten zusätzlich im Badischen Bahnhof, dem zweitgrössten Bahnhof der Stadt, welcher von der Deutschen Bahn betrieben wird.

Das repräsentative Gebäude mit neobarocker Fassade wurde zwischen 1905 und 1907 von Emil Faesch und Emanuel La Roche erbaut.

Mit durchschnittlich rund 140'000 Bahnhofbenutzern pro Werktag war Basel SBB 2023 auf Platz fünf der meistfrequentierten Bahnhöfe der Schweiz.

Das Bahnhofareal liegt am südlichen Stadtrand in einem langgezogenen Gebiet zwischen dem Zoologischen Garten im Westen und der Brüglinger Ebene im Osten. Beim Bahnhofareal laufen die Grenzen von vier Stadtteilen zusammen; gemäss Statistischem Amt wird das Areal aber auf zwei Stadtteile aufgeteilt: der Bahnhof selbst befindet sich im Stadtteil Gundeldingen, die meisten Gleise im Osten (Güterbahnhof) sowie der Centralbahnplatz vor dem Bahnhof (inklusive BIZ-Turm) werden dem St. Alban-Quartier zugerechnet. Die Elisabethenanlage vor dem Centralbahnplatz gehört bereits zu den Vorstädten, während die Markthalle gegenüber dem französischen Bahnhof noch zum Ring-Quartier gehört.

Die erste Eisenbahn, die Chemin de fer Strasbourg-Bâle (StB), erreichte Basel im Jahr 1844. 1845 baute die Elsässerbahn den ersten Bahnhof auf Stadtgebiet, innerhalb der Stadtmauern. Basel war damit als erste Schweizer Stadt durch das neue Verkehrsmittel erschlossen (siehe auch Bahnhof Basel SNCF). Nach der Ankunft der Eisenbahn wurde in Basel leidenschaftlich über das Für und Wider der Eisenbahn und über eine Fortsetzung der Bahn in das Mittelland und zum Gotthard diskutiert. Von Norden näherte sich zudem die Rheintal-Eisenbahnlinie von Mannheim–Karlsruhe der Rheinstadt und erreichte 1851 Haltingen (einen Ortsteil von Weil am Rhein) an der Schweizer Grenze. 1855 wurde der erste Badische Bahnhof in Basel bei der heutigen Mustermesse eröffnet. Vor 1858 bestand kein Bahn-Anschluss Basels in andere Regionen der Schweiz.

1853 wurde in Basel die Eisenbahngesellschaft «Schweizerische Centralbahn» (SCB) gegründet, mit dem Zweck, einen Anschluss der Stadt Basel an die Wirtschaftszentren der Mittellandkantone herzustellen und später vielleicht auch die Verkehrsachse von Luzern zum Gotthard auszubauen. Die Viaduktstrasse in Basel – inklusive des Birsigviadukt, welches an den Parkplatz des Basler Zoos angrenzt – war bis 1902 das Trassee der damaligen Elsässerbahn. Heute dient das Viadukt den Tramlinien 1 und 8 sowie dem Autoverkehr. Eine Plakette am Brückengeländer erinnert daran.

Provisorischer Bahnhof der «Schweizerischen Centralbahn» von 1854

Im Jahr 1854 begannen die Bauarbeiten an der künftigen Stammlinie durch den Hauenstein. Bis zur Eröffnung des ersten Streckenteils von Basel nach Liestal blieb die kontrovers diskutierte Frage des Standortes und der Gestaltung des Basler Bahnhofs noch ungelöst. Um den Bahnbetrieb am 19. Dezember 1854 dennoch aufnehmen zu können, errichtete die Centralbahn an der Engelgasse/Lange Gasse ein einfaches Provisorium in Holzbauweise nach Plänen des Direktionsarchitekten Ludwig Maring. Am Eröffnungstag waren bis auf die hölzerne Bahnhalle die Hochbauten erstellt. Dieser bescheidene, mit behelfsmässigen Einrichtungen versehene Bahnhof bestand aus einzelnen Gebäuden und wurde während knapp sechs Jahren benützt. Die Bahnanlage bestand aus dem Aufnahmegebäude, einem Güterschuppen, einer Wagen- und Lokomotivremise und einer Drehscheibe am Gleisende. Da das Aufnahmegebäude auf der Nordostseite neben den Gleisanlagen stand, galt der Bahnhof nicht als Kopfbahnhof. Der Bahnhof bildete nur den Ausgangspunkt der Strecken der SCB und hatte weder einen Anschluss an den von 1845 bis 1860 bestehenden französischen Bahnhof beim heutigen Biozentrum noch an den im Jahre 1855 erstellten Badischen Bahnhof der Rheintalbahn bei der heutigen Mustermesse.

Am 29. Juni 1857 stimmte der Grosse Rat von Basel dem Bau einer Verbindung der französischen Linie mit der Centralbahn und dem Bau eines durchgehenden Bahnhofs auf dem Feld vor dem Elisabethen-Bollwerk zu. Die Kosten des Landkaufs trug die Stadt. Anfang 1859 begann die SCB mit den Bauarbeiten der von Maring entworfenen Bahnhofanlagen, der neben dem Personenbahnhof den gegen das Gundeldingerquartier versetzten Güterbahnhof und zwei Lokomotivremisen umfasste. Eine Lokomotivenhalle war für die SCB, die andere für die französische Ostbahn bestimmt.

Am 4. Juni 1860 wurde der Bahnbetrieb im neuen Basler «Centralbahnhof» aufgenommen. Es dauerte aber noch bis Mai 1861, bis alle Einrichtungen vollständig waren. Die Architektur des Bauwerks fand in ganz Europa Beachtung:

Der Bahnhof war ein Gemeinschaftsbahnhof. Das zentrale Aufnahmegebäude stand mit seiner nördlichen Front gegen den neu geschaffenen Centralbahnplatz. Rechts und links davon lagen die Einsteigehallen mit je zwei Gleisen, nach Osten für die schweizerischen Züge und nach Westen für die französischen. Auf der Südseite, dem Aufnahmegebäude gegenüber, befanden sich der Güterschuppen und zwei grosse Lagerhäuser mit Zufahrt von der Güterstrasse. Über dem Haupteingang befanden sich Medaillons mit Büsten der Wissenschaftler Laplace, Newton, Humboldt und Euler sowie bekrönende Figurengruppen Merkur und Industrie, geschaffen 1863 von Heinrich Rudolf Meili. Im 1859 dafür ausgeschriebenen Wettbewerb hatte sich auch der damals in Rom tätige Ferdinand Schlöth beteiligt.

Weitere Veränderungen für den Centralbahnhof von Basel erlaubten in den darauf folgenden Jahren die Bewältigung des markant steigenden Verkehrsaufkommens:

Am 3. November 1873 wurde die Verbindungsbahn zwischen dem Badischen Bahnhof und dem «Centralbahnhof» in Basel dem Betrieb übergeben.

Am 2. August 1875 öffnete die von der Centralbahn und der Nordostbahn als Gemeinschaftswerk erbaute Bözberglinie via Pratteln und Rheinfelden eine neue Strecke zwischen Basel und Zürich.

Seit dem 25. September 1875 bildete die Jurabahn mit den Linien nach Biel/Bienne und Delle, mit dem Treffpunkt in Delsberg, eine Verbindung von Basel in die Westschweiz und in die Franche-Comté.

Bei dem zusätzlichen Verkehr genügte die Kapazität des «Centralbahnhofs» nicht mehr. Als erste Entlastungsmassnahme wurde das Zerlegen und Bilden von Güterzügen in den am 10. März 1876 eröffneten provisorischen Rangierbahnhof auf das freie Feld «auf dem Wolf», östlich des Bahnhofs, verlegt. Um diese Zeit begannen Gespräche mit dem Ziel, die für den Stadtverkehr hinderlichen Bahnübergänge an der Elsässerbahn und im «Centralbahnhof» durch eine Tieferlegung der Bahn und durch Strassenüberführungen zu ersetzen. Schon 1874 baute man für die Fussgänger provisorische, hölzerne Passerellen bei der Margarethenstrasse und der Heumattstrasse, die später durch Eisenkonstruktionen ersetzt wurden. Seit 1879 führte die Pfeffingerstrasse im Bereich der heutigen Peter-Merian-Brücke unter dem Bahnhof hindurch.

Die ursprüngliche Holzkonstruktion der Haupthalle von 1860 im Schweizer Chaletstil ist bis auf einige der originalen Holzornamente erhalten. Sie wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts in zerlegter Form wiederentdeckt und durch den Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland in Bauma am dortigen Bahnhof wieder aufgebaut, wobei die fehlenden Originalteile neu gefertigt wurden.

Nach der Volksabstimmung über die Verstaatlichung der Bahnen in der Schweiz 1898 beschloss der Bundesrat …

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Bahnhof Basel SBB | World in Stories