Die Bahamas, englisch The Bahamas, amtlich Commonwealth der Bahamas, englisch The Commonwealth of The Bahamas, sind ein Inselstaat im Atlantik und Teil der Westindischen Inseln. Sie liegen südöstlich der Vereinigten Staaten sowie nordöstlich von Kuba und werden geographisch zu Mittelamerika gezählt. Von den mehr als 700 Inseln sind nur 30 bewohnt.
Die Inselgruppe erhielt ihren Namen durch die spanischen Konquistadoren. Sie nannten die Gewässer um die Inseln Baja Mar (spanisch für ‚flaches Meer‘), woraus später Bahamas wurde. Seit 1973 sind die Bahamas vom Vereinigten Königreich unabhängig. Sie sind als parlamentarische Monarchie mit Charles III. als König der Bahamas organisiert und Mitglied des Commonwealth of Nations. Das politische System basiert auf dem britischen Westminstersystem. Englisch ist Amtssprache, und auf den Inseln herrscht Linksverkehr.
Die Bahamas erstrecken sich von der Südostküste der USA entlang der Nordostküste Kubas bis zur Nordwestküste der Turks- und Caicosinseln, mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 650 km und einer West-Ost-Breite von bis zu 750 km.
Die Bahamas bilden den Großteil der Lucayischen Inseln.
Die Bahamas setzen sich aus den Inseln und mehr als 2400 Korallenriffen, den sogenannten Cays, zusammen. In vielen Fällen trennt nur ein wenige Zentimeter tiefer Meeresarm zwei Inseln beziehungsweise Cays voneinander. Daher schwanken die Zahlen abhängig davon, ob in diesem Fall zwei Inseln oder eine Insel mit einer leicht unter Wasser gesetzten Landbrücke gezählt werden.
Die Inseln werden unterteilt in die beiden am stärksten bewohnten Inseln New Providence sowie Grand Bahama und in die sogenannten Out Islands oder Family Islands. Die flächengrößte Insel ist Andros mit 5957 km². Der höchste Punkt der Bahamas ist der Mount Alvernia mit 63 m auf Cat Island.
Die Bahamas weisen ein für einige Regionen der Subtropen typisches Ostseitenklima auf, da sie durch die Luftsysteme des nordamerikanischen Kontinents abgekühlt werden. Im Sommer liegt die Durchschnittstemperatur bei ca. 28 °C, im Winter lässt der warme Golfstrom (Wassertemperaturen zwischen 24 und 29 °C) die Temperatur selten unter 20 °C sinken. Im Jahresmittel liegt die Temperatur bei 26 °C.
Seit 1999 sind die Bahamas durch den Local Government Act von 1996 in 31 Kommunalverwaltungsdistrikte und New Providence, das von der nationalen Regierung verwaltet wird, aufgeteilt.
Im Jahr 2023 lebten 84 Prozent der Einwohner der Bahamas in Städten. Die beiden mit Abstand wichtigsten Städte der Bahamas sind die Hauptstadt Nassau und Freeport. In beiden zusammen leben mehr als drei Viertel der Bevölkerung der Bahamas. Nassau ist mit seinen mehr als 200.000 Einwohnern die mit Abstand größte Stadt des Inselstaates.
Bahamas hatte 2025 410.862 Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug 1,1 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 11,4 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 7,3 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,4. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 30,7 Jahren. Im Jahr 2025 waren 21,4 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 8,6 Prozent der Bevölkerung betrug. Die Lebenserwartung der Einwohner der Bahamas ab der Geburt lag 2025 bei Frauen 78 Jahre und bei Männern 75 Jahren.
Menschen afrikanischer Herkunft bilden mit 85 % den größten Anteil der Inselbevölkerung. Die restlichen 15 % teilen sich in 12 % europäischer Herkunft sowie 3 % asiatischer und lateinamerikanischer Herkunft auf.
Neben der Amtssprache Englisch wird noch haitianisches Kreol gesprochen, allerdings hauptsächlich von den zahlreichen Einwanderern aus Haiti. Nach dem Erdbeben in Haiti 2010 stieg die Immigration aus Haiti sprunghaft an. Im Jahre 2017 waren 15,6 % der Bevölkerung Migranten.
Die Bahamas sind christlich geprägt: Die wichtigsten Glaubensrichtungen sind laut Zahlen von 2010 die Protestanten mit 69,9 % (Baptisten 34,9 %, Anglikaner 13,7 %, Pfingstbewegung (Pentecostalism) 8,9 %, Siebenten-Tags-Adventisten 4,4 %, Gemeinde Gottes (Church of God) 1,9 %, Methodisten 3,6 %) und die römisch-katholische Kirche mit 12,0 % sowie andere Christen mit 13,0 % Anteil an der Bevölkerung.
Die durchschnittliche Schulbesuchsdauer der über 25-Jährigen lag 2019 bei 11,4 Jahren. Die nachwachsende Generation erreicht voraussichtlich 12,9 Jahre.
Die einzige Hochschule, die ihren Sitz ausschließlich auf den Bahamas hat, ist die University of The Bahamas, die 2016 aus dem 1974 gegründeten College of The Bahamas hervorging. Es sind über 5000 Studenten an ihr eingeschrieben.
Auch die University of the West Indies hat einen Open Campus auf den Bahamas.
Die frühesten Spuren einer Besiedlung gehen in das 4. Jahrhundert zurück. Dauerhaft besiedelt wurden einige der Inseln aber erst im 9. und 10. Jahrhundert durch die Lucayan, ein zum Volk der Arawak zählender Stamm.
Nachdem Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 die Bahamainseln als erster dokumentierter Europäer betreten hatte, wurden die etwa 40.000 Inselbewohner bis 1520 nach Hispaniola verschleppt und versklavt, wo sie in den Minen durch Krankheit und Auszehrung umkamen.