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Baden-Baden

Stadt und Stadtkreis in Baden-Württemberg, Deutschland

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Baden-Baden () ist eine Stadt im Westen des Landes Baden-Württemberg. Sie ist mit 56.952 Einwohnern (31. Dezember 2025) der bevölkerungsärmste Stadtkreis des Landes. Baden-Baden ist als Kur- und Bäderstadt sowie als Medien-, Kunst- und internationale Festspielstadt bekannt. Bereits die Römer nutzten die hier am Rand des Schwarzwalds entspringenden heißen Thermalquellen. Im Mittelalter war Baden-Baden Residenzstadt der Markgrafschaft Baden und somit auch namensgebend für das Land Baden. Nach dem katastrophalen Stadtbrand 1689 verlor sie den Status der Residenzstadt an Rastatt.

Im 19. Jahrhundert wurde die Bäderstadt wiederentdeckt und entwickelte sich, auch dank der Einnahmen aus der Spielbank, zu einem international bedeutsamen Treffpunkt von Adligen und wohlhabenden Bürgern. Aus dieser Blütezeit im 19. Jahrhundert ist ein reiches, gut erhaltenes materielles und immaterielles Erbe erhalten. Am 24. Juli 2021 nahm das Welterbekomitee der UNESCO Baden-Baden als eine der elf bedeutenden Kurstädte Europas in die Liste des Weltkulturerbes auf.

Die römische Siedlung wurde, wie viele Städte mit Heilquellen, Aquae genannt, das lateinische Wort für Quelle oder Bad. Während für den Ort selbst kein Beiname bekannt ist, trug der ihn umgebende Verwaltungsbezirk im 3. Jahrhundert den Ehrentitel Civitas Aurelia Aquensis. Dies wurde von vielen Autoren mit Kaiser Caracalla (‚Marcus Aurelius Severus Antoninus‘) in Verbindung gebracht, der die Bäder ausbauen ließ. Laut einer neueren Theorie war Kaiser Elagabal (‚Marcus Aurelius Antoninus‘) der Namensgeber.

Seit dem Mittelalter hieß die Stadt schlicht Baden. Der Ortsname ging auch auf die um 1100 errichtete Burg Hohenbaden über, den neuen Herrschaftssitz Hermanns II., ursprünglich Markgraf von Verona. Im Laufe des 12. Jahrhunderts wurde Baden zum Bestandteil seines Titels; es entstand die Markgrafschaft Baden, die vom 16. bis ins 18. Jahrhundert zweigeteilt war und im 19. Jahrhundert zum Großherzogtum aufstieg. So hat der Name des Landes Baden und damit auch der des heutigen Baden-Württemberg einen Ursprung im Namen der Stadt Baden(-Baden).

Zur Unterscheidung von gleichnamigen Städten – Baden in der Schweiz und Baden bei Wien, auch Badenweiler im altbadischen Oberland hieß ursprünglich nur Baden – war oft ein Zusatz notwendig. So wurde die Stadt auch Niederbaden, Markgrafen-Baden und später Baden in Baden genannt. Der Name Baden-Baden stand zunächst für die ab 1535 vom protestantischen Gegenstück Baden-Durlach getrennte katholische Markgrafschaft (Bedeutung etwa „Markgrafschaft Baden, Residenz Baden“). Nachdem die katholischen Markgrafen im 18. Jahrhundert ihren Sitz nach Rastatt verlegt hatten, wurde Baden bei Rastatt als Bezeichnung der Stadt Baden üblich. Als 1771 die katholische Linie ausstarb und sich die Markgrafschaft Baden – nun mit Karlsruhe als Residenz – wiedervereinigte, trat Rastatt in den Hintergrund. Der Name Baden-Baden ging vom ehemaligen Territorium auf die Stadt Baden über, deren Bedeutung im 19. Jahrhundert wieder gewachsen war. Der Doppelname hatte sich durchgesetzt, lange bevor er zum 1. September 1931 amtlich wurde.

Der Stadtkreis Baden-Baden ist umgeben vom Landkreis Rastatt. Baden-Baden liegt am Westrand des nördlichen Schwarzwaldes im Tal der Oos, eines kleinen Flusses, der etwa 13 Kilometer weiter bei Rastatt in die Murg mündet. Die östlichen Stadtteile schmiegen sich in die Hänge des Schwarzwaldes. Höchster Berg des Stadtgebietes ist mit 1002 m die Badener Höhe. Die westlichen Stadtteile liegen in der Vorbergzone und der Oberrheinischen Tiefebene, wo sich die mit 112 Metern tiefste Stelle der Gemarkung in der Geggenau im Naturschutzgebiet Rastatter Ried befindet.

Baden-Baden bildet ein Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums. Zum Mittelbereich Baden-Baden gehören neben der Stadt Baden-Baden auch die Gemeinden Hügelsheim und Sinzheim, die beide im Landkreis Rastatt liegen. Darüber hinaus bestehen Beziehungen mit dem französischen Nord-Elsass.

Die Stadt Baden-Baden gliedert sich in folgende elf Stadtteile: Balg, Ebersteinburg, Haueneberstein, Innenstadt, Lichtental (mit Oberbeuern und Geroldsau), Neuweier, Oos, Sandweier, Steinbach, Varnhalt und Weststadt.

Außerdem gibt es zahlreiche weitere Wohnplätze oder Wohngebiete mit eigenem Namen, die teilweise sehr verstreut sind: Gaisbach, Gallenbach (Varnhalt), Hungerberg, Malschbach, Mührich, Müllenbach, Schmalbach, Schneckenbach (Neuweier), Seelach, Umweg (Steinbach) und Unterer Plättig.

Die Stadtteile Ebersteinburg, Haueneberstein und Sandweier haben jeweils eine eigene Ortsverwaltung mit einem Ortsvorsteher. Die Stadtteile Steinbach, Neuweier und Varnhalt haben eine gemeinsame Ortsverwaltung (Rebland) ebenfalls mit einem Ortsvorsteher.

Im Stadtkreis Baden-Baden liegen drei unbewohnte Exklaven der Nachbargemeinde Sinzheim, darunter das Klostergut Fremersberg.

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Baden-Baden. Sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Norden, und gehören alle zum Landkreis Rastatt: Rastatt, Kuppenheim, Gaggenau, Gernsbach, Weisenbach, Forbach, Bühl, Bühlertal, Sinzheim, Hügelsheim und Iffezheim.

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2017.

Die Kurstadt Baden-Baden hat den größten Gemeindewaldbesitz. Um 1952 waren es 5650 Hektar. Mit 85,26 Quadratkilometern oder 60,8 Prozent der Stadtfläche (Landesdurchschnitt für Baden-Württemberg: 37,8 Prozent) ist ein überdurchschnittlich großer Flächenanteil mit Wald bedeckt. Davon sind etwa 75 Quadratkilometer in kommunalem Besitz, womit der Baden-Badener Stadtwald einer der größten in Deutschland ist.

Im Bereich zwischen Badener Höhe und Schwarzwaldhochstraße hat Baden-Baden Anteil am Nationalpark Schwarzwald. Sieben Naturschutzgebiete liegen ganz oder teilweise auf der Gemarkung der Stadt und nehmen knapp fünf Prozent der Gemeindefläche ein. Mehr als 60 Prozent der Fläche stehen unter Landschaftsschutz, überwiegend im Landschaftsschutzgebiet Baden-Baden. Zu den sechs flächenhaften Naturdenkmalen in Baden-Baden zählen der Geroldsauer Wasserfall und die Wolfsschlucht. Über hundert Einzelbäume in den Gärten, Parks und Wäldern sind als Naturdenkmale geschützt.

Erste Spuren der Besiedlung des Oostals finden sich aus der Mittelsteinzeit um 8000 bis 4000 v. Chr., Grabfunde in der Rheinebene und im Übergang zum Schwarzwald sind auch für die nachfolgenden Epochen der Stein- und der Bronzezeit belegt. Auf dem Battert finden sich noch Überreste eines vermutlich keltischen Ringwalls.

Vor allem mit den Römern, die die bis zu 68 Grad Celsius heißen Thermalquellen schätzten, kam Baden-Baden zu seiner Bedeutung. Nach der Besetzung der rechtsrheinischen Gebiete unter Kaiser Vespasian gründeten sie um die Mitte der 70er-Jahre n. Chr. zunächst ein Militärlager südlich der heutigen Altstadt bei der Realschule auf dem „Rettig“-Plateau. Nachdem von dort aus die Siedlung und Badeanlagen im Gebiet der Altstadt angelegt wurden, wich das Lager einem Repräsentationsbauwerk für Verwaltungszwecke. Der Ort trug den Namen Aquae (lateinisch für Wasser/Bad). Er entwickelte sich zum Militärkurbad und umfasste mehrere Bäder. Die Kaisertherme lag im Bereich der heutigen Stiftskirche (Umrisse in der Pflasterung dargestellt). Laut einer Steininschrift ließ Kaiser Marcus Aurelius Antoninus (Caracalla) sie im Jahr 213 luxuriös ausbauen. Der Grundriss des Bauwerks ist im Pflaster des heutigen Marktplatzes markiert. Die Soldatenbäder befanden sich im Bereich des heutigen Friedrichsbades und die Ruinen sind öffentlich zugänglich. Der Kern der stadtartigen Siedlung befand sich nach aktuellem Kenntnisstand entlang des Rotenbachs. Gemäß den Keramikfunden dürfte sich Aquae entlang einer gebogenen Straße etwa zwischen der Lange Straße 16 und der Gernsbacher Straße 42 aufgebaut haben. Dieser Aufbau war wahrscheinlich schon zur Gründungszeit um 75 n. Chr. vorhanden und später kamen wohl nur noch vereinzelte Häuser südlich davon hinzu. Des Weiteren deuten die Ausgrabungen auf die Existenz eines Weihebezirks südöstlich der Bäder (Römerplatz) sowie eines Schuttplatzes östlich des Orts im Rotenbachtal hin. Nachgewiesen sind zudem auch eine Garküche in der Gernsbacher Straße sowie ein Kanal, welcher vom Rotenbach kommend südlich entlang der Gernsbacher Straße verlief und zur Ableitung von Abwasser diente. Nordwestlich der Siedlung lag an der Oos beim heutigen Hindenburgplatz ein römisches Gräberfeld mit mehreren Grabdenkmalen sowohl von Militär- als auch von Zivilpersonen.

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