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Bad Reichenhall

Stadtgemeinde in Deutschland

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Bad Reichenhall ist eine Große Kreisstadt und die Kreisstadt des Landkreises Berchtesgadener Land im Regierungsbezirk Oberbayern. Die Stadt blickt auf eine viertausendjährige Siedlungsgeschichte zurück, die eng mit der Gewinnung von Salz aus Sole verknüpft ist. Das Bad Reichenhaller Alpensalz hat in Deutschland einen Marktanteil von über 50 %. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Stadt als Kur- und Urlaubsort bekannt, seit 1890 trägt sie das Bad im Namen und 1899 wurde der Stadt das Prädikat eines Königlich Bayerischen Staatsbads verliehen. Die Kurstadt liegt im Saalachtal, eingerahmt von den Ausläufern der Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen. Bad Reichenhall bildet zusammen mit Freilassing ein gemeinsames Oberzentrum, die Stadt war seit 1934 Garnisonsstadt und ist seit 1958 Bundeswehrstandort.

Die Stadt liegt im Reichenhaller Becken an der Saalach. Sie wird umrahmt vom Predigtstuhl im Süden und, etwas weiter entfernt, vom Untersbergmassiv im Osten (beide Teil der Berchtesgadener Alpen), dazu im Norden und Nordwesten vom Hochstaufen mit dem Fuderheuberg und dem Zwiesel und im Südwesten von Gebersberg und Müllnerberg (Chiemgauer Alpen). Als Hausberge der Stadt gelten der Predigtstuhl und der Hochstaufen.

Der Gemeindeteil Marzoll liegt nordöstlich von Staufen und Fuderheuberg, dort wo sich das Tal weitet.

Der Bahnhof liegt auf 470 m ü. NHN, das am höchsten liegende Gebäude der Stadt ist das Reichenhaller Haus unterhalb des Gipfels des Hochstaufen auf 1750 m, der höchstgelegene Gemeindeteil der Stadt ist Auf dem Predigtstuhl mit über 1500 m, dieser besteht allerdings nur aus der Bergstation der Predigtstuhlbahn mit Restaurant und Hotel.

Bad Reichenhall hat elf Gemeindeteile auf fünf Gemarkungen.

Die gesamte Fläche des Stadtgebiets beträgt 41,92 km², davon sind 607 ha Siedlungs- und Verkehrsflächen, 2550 ha Waldflächen, 544 ha Landwirtschaftsflächen, 85 ha Wasserflächen und 36 ha Erholungsflächen. Die größte Ausdehnung ist von Nordwesten nach Südosten 8,18 km, von Nordosten nach Südwesten 13,08 km. Das Dorf Froschham sowie die Weiler Vogelthenn und Traunfeld, die alle Teil der Gemeinde St. Zeno waren, sind heute noch in Straßennamen zu finden, zählen jedoch nicht mehr als Gemeindeteile.

Bad Reichenhall konnte aufgrund der geographischen Lage nicht unbegrenzt wachsen und war gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Vergleich mit anderen Kurorten wie dem böhmischen Karlsbad eher klein. Deshalb beschäftigte man sich zu dieser Zeit mit der Idee, die Stadt durch Eingemeindungen wachsen zu lassen. Naheliegend war zu diesem Zeitpunkt, Kirchberg mit dem dortigen Bad- und Kurbetrieb einzugemeinden, um wirtschaftliche und infrastrukturelle Gemeinsamkeiten noch besser nutzen zu können. Der Antrag der Stadt im Jahre 1890 scheiterte jedoch an den Haus- und Villenbesitzern Kirchbergs, die eine höhere Steuerlast fürchteten.

Die erste Eingemeindung erfolgte am 1. Dezember 1905. Der Bahnhof Bad Reichenhall befand sich in der damals noch eigenständigen Gemeinde St. Zeno und der Kurort Bad Reichenhall war in seiner Blütezeit um die Jahrhundertwende bis in das Gebiet der Nachbargemeinde gewachsen. Insbesondere um Verluste durch entgangene Steuereinnahmen zu verhindern, wurde die Eingemeindung seitens der Stadt vorangetrieben. Ein Großteil des Leopoldstals, damals noch Ortsteil von St. Zeno, gehört heute zu Bayerisch Gmain, am 1. Januar 1981 wurde ein Teil des gemeindefreien Gebiets Kirchholz dem Ortsteil St. Zeno zugeschlagen.

Im Zuge der Gebietsreform wurden 1978 Karlstein sowie Marzoll eingemeindet. Zu Karlstein zählt seitdem auch ein Teil des bis dahin gemeindefreien Gebiets Karlsteiner Forst.

Am 1. Januar 2011 wurde die Gemarkung Forst Sankt Zeno zur Stadt hinzugefügt, Teile davon waren bis dahin gemeindefreies Gebiet.

Im Bereich des Hochstaufens ereignen sich immer wieder sogenannte Schwarmbeben. Diese sind meist zu schwach, um bewusst wahrgenommen zu werden, erreichen aber manchmal Stärken von bis zu 3,5 auf der Richterskala. Nach der Stadt ist die Reichenhall-Formation benannt, eine lithostratigraphische Formation der unteren und mittleren Trias der Nördlichen Kalkalpen.

Bedingt durch die geschützte Lage im Flusstal der Saalach verfügt Bad Reichenhall trotz seiner alpinen Lage über ein Schonklima. Wegen der Lage und des Klimas wird Bad Reichenhall mitunter als Meran des Nordens beworben.

Die Saalach, die früher in mehreren Armen durch das heutige bewohnte Stadtgebiet floss und dieses in eine weitverzweigte Auenlandschaft verwandelte, durchfließt das Bad Reichenhaller Gebiet auf einer Länge von knapp 9 km, knapp 4 km davon ist sie Grenzfluss zur benachbarten Gemeinde Piding. Bereits zur Zeit der Römer begannen erste Bemühungen, die Stadt und die Solequellen vor dem Wasser der Saalach und vor allem vor Überschwemmungen nach Unwettern oder der Schneeschmelze zu schützen. Deshalb fließt der Fluss heute im Bereich der Luitpoldbrücke in einem Bogen am historischen Stadtkern vorbei. Die Saalach speiste auch mehrere Mühl- und Stadtbäche, für die nach dem Bau des Saalachkraftwerkes und der Staumauer in Kibling jedoch das Wasser fehlte und die in der Folge dann verfüllt wurden. Der Kirchberger Mühlbach, der am Salzburger Wehr abzweigte, versorgte neben mehreren Mühlen in Kirchberg auch die Elektricitäts-Werke Reichenhall mit Wasserkraft. Die Elektricitäts-Werke waren das erste öffentliche Wechselstromkraftwerk Deutschlands und das erste E-Werk in Bayern und lieferten ab dem 15. Mai 1890 Strom für 2000 Glühlampen nach Karlstein und Bad Reichenhall. Das Wasser der Saalach wurde auch genutzt, um dringend benötigtes Brenn- und Bauholz für die Saline nach Reichenhall zu schaffen, von den ehemaligen Triftanlagen sind heute noch viele Mauerreste, Schleusen sowie das Triftwehr an der Luitpoldbrücke erhalten. Zuflüsse der Saalach innerhalb des Stadtgebietes sind die Hosewasch, der Grabenbach sowie der Wasserbach.

Der Grabenbach wurde ab 1520 künstlich angelegt, um Süßwasser, das die Solequellen in der Saline verwässert hätte, sowie Aufschlagwasser von Wasserrädern aus dem Quellenbau abzuleiten. Der Grabenbach trat bis in die 1960er Jahre im Bereich der heutigen Münchner Allee auf Höhe des heutigen Klingerwegs an die Oberfläche, beim Bau der Münchner Allee wurde der Kanal bis zum Verkehrsverteiler Nord verlängert.

Der Thumsee ist der größte See im Stadtgebiet, liegt in einem Landschaftsschutzgebiet im Gemeindeteil Karlstein und ist zwischen Mai und September ein beliebter Badesee. Der See wird überwiegend durch unterirdische Quellen gespeist. Der Ablauf erfolgt über den (auch das) Seemösl, ein kleiner Sumpfweiher mit Seerosenfarm, in der früher bis zu einem Dutzend verschiedener Seerosen gezüchtet wurden, und den Seebach der sich am Schönauer Weg mit dem Hammerbach zur Hosewasch vereinigt.

Der Listsee liegt im Nonner Oberland und wird ausschließlich unterirdisch gespeist. Der Ablauf erfolgt über den Hammerbach.

Weitere Bäche im Stadtgebiet sind der Kesselbach im Lattengebirge; Amerangbachl, Gfällgraben und Kirchbergquelle am Müllnerberg, der Wappach aus Bayerisch Gmain sowie Weißbach, Kohlerbach, Sandbach und Schwarzbach in Marzoll. Die Kirchbergquelle ist eine Heilquelle, die Grundlage für den Kurbetrieb in Kirchberg war. Die Quelle, die zur damals eigenständigen Gemeinde Karlstein gehörte, ist ab 1713 – mehr als 100 Jahre, bevor das damals noch benachbarte Reichenhall langsam zu einem Kurort wurde – historisch als Heilquelle belegt.

Das Landratsamt Berchtesgadener Land weist für Bad Reichenhall fünf Landschaftsschutzgebiete aus, die sich ganz oder teilweise auf dem Gebiet der Stadt befinden.

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