Die BP p.l.c., ehemals British Petroleum, ist ein international tätiges, britisches Mineralölunternehmen mit Hauptsitz in London. Weltweit erwirtschaftete BP im Jahr 2012 einen Konzernumsatz von 396 Milliarden US-Dollar und beschäftigte 2019 70.100 Menschen. Weltweit verfügt das Unternehmen über nachgewiesene Reserven in Höhe von 17,0 Mrd. Barrel Öläquivalent. Das Unternehmen besitzt rund 20.700 Tankstellen und bedient täglich 13 Millionen Kunden. Aufgrund einer Ölkatastrophe – ausgelöst am 20. April 2010 von der BP-betriebenen Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko – wurde das Unternehmen 2015 von der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA zur Rekordstrafzahlung in Höhe von 20,8 Mrd. US-Dollar verurteilt. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 ergab, dass BP mit einem Ausstoß von 34,02 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent seit 1965 das Unternehmen mit dem weltweit sechsthöchsten Ausstoß in diesem Zeitraum war.
Mit einem Umsatz von 248,1 Mrd. US-Dollar (USD), bei einem Gewinn von 25,9 Mrd. USD, steht BP laut den Forbes Global 2000 auf Platz 28 der weltgrößten Unternehmen (Stand: 2023). BP kam Anfang 2023 auf eine Marktkapitalisierung von ca. 108 Mrd. USD.
Aufsichtsratsvorsitz und Unternehmensführung
Ab 1990 bis 1992 war Robert B. Horton in Personalunion Vorstandsvorsitzender (CEO) und Aufsichtsratsvorsitzender (Chairman) der BP. Der zuvor nichtgeschäftsführende BP-Direktor John Baring hatte zwischen 1992 und 1995 das Amt des Chairman inne. Zum 1. Juli 1995 übernahm David Simon den Stuhl. Sein Nachfolger im Juni 1997 wurde Peter D. Sutherland, welcher zum Januar 2010 durch Carl-Henric Svanberg abgelöst wurde.
Dem Vorstandsvorsitzenden Robert B. Horton (1939–2011) folgte 1992 bis 1995 David Simon, der von John Browne abgelöst wurde. Browne legte sein Amt am 1. Mai 2007 nieder, nachdem er einen Prozess gegen die Presse verloren hatte, die Informationen über sein Privatleben offengelegt hatte. Ursprünglich war sein Weggang für Juli 2007 geplant. Durch den Rücktritt musste Browne auf einen Bonus von 3,5 Millionen Pfund verzichten. Sein Nachfolger Tony Hayward wurde mit sofortiger Wirkung zum neuen CEO ernannt. Nach der Ölkatastrophe durch Deepwater Horizon im April 2010 übernahm dann im Oktober 2010 der frühere Chef des britisch-russischen Ölkonzerns TNK-BP und 2008 aus Moskau geflüchtete Bob Dudley den Vorstandsvorsitz. Seit Februar 2020 bis September 2023 war der Ire Bernard Looney CEO. Vorsitzender des Board of Directors (Chairman) war seit Januar 2019 Helge Lund.
Firmenname BP und grundlegende Logoänderung 2002
BP ist eine der kürzesten und wertvollsten Marken der Welt.
Allein das Firmenlogo wird auf 211 Mio. USD taxiert. Die zwei Buchstaben weisen offensichtlich auf den Firmennamen „British Petroleum“ hin. Mit leichten Abänderungen, zuletzt durch Raymond Loewy, trug BP das Zeichen seit den 1920er Jahren. 2002 wurde das grüne Wappenschild mit gelben Großbuchstaben von Landor Associates durch eine stilisierte gelbe Sonne mit grüner Korona – an eine Sonnenblume erinnernd – ersetzt und im Außenbereich, auf 1 Uhr, die nun Kleinbuchstaben „bp“ platziert. Es soll sich laut Unternehmensangaben um ein Helios-Logo handeln und künftige Energie in ihren verschiedenen Formen symbolisieren. Auch startete das Unternehmen den Versuch, „British Petroleum“ für neue Motti umzulabeln. In einer begleitenden Pressemitteilung ließ die Gruppe zu erfolgten Änderungen verlauten, den Namen BP wegen ihrer Anerkennung in der ganzen Welt behalten zu wollen, auch da die Buchstaben „bp“ künftig für folgende Bestrebungen des „neuen Unternehmens“ stehen sollen: „better people“ (bessere Menschen), „better products“ (bessere Produkte), „big picture“ (großes Bild), „beyond petroleum“ (jenseits von Erdöl). BP verwendete zunächst dieses neue Logo auch an ihren eigenen BP-Tankstellen in Deutschland, welche jedoch dann 2002 nach der BP-Übernahme der Veba-Oel AG – und damit auch deren Tankstellentochter Aral – durch das Aral-Logo komplett ersetzt wurden.
Die Geschichte der British Petroleum Company beginnt in Deutschland. 1904 wurde in Berlin die Deutsche Petroleum-Aktiengesellschaft (DPAG) gegründet, die 1906 in die Europäische Petroleum-Union (EPU) überging. Diese gründete 1906 für den Vertrieb ihrer Produkte in Großbritannien eine Tochtergesellschaft namens British Petroleum Company. Damit wurde die Abkürzung BP zum Markennamen für die Vermarktung der Ölprodukte des Unternehmens.
Nach der Beschlagnahmung der in deutschem Eigentum befindlichen British Petroleum Company durch die britische Regierung bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde diese Firma 1917 in das Eigentum der Anglo-Persian Oil Company überführt. Die Anglo-Persian Oil Company (APOC) war 1909 gegründet worden, nachdem Bohrungen im Iran auf der Basis einer von William Knox D’Arcy erworbenen Förderkonzession auf Öl gestoßen waren. 1914 erwarb auf Betreiben von Winston Churchill die britische Regierung für zwei Millionen Pfund die Mehrheit an der APOC, um das Unternehmen finanziell abzusichern. Ferner wurde mit der APOC ein langfristiger Liefervertrag zur Versorgung der britischen Flotte geschlossen.
1935 wurde die Anglo-Persian Oil Company nach dem Abschluss eines neuen Konzessionsvertrages mit dem Iran in Anglo-Iranian Oil Company (AIOC) umbenannt. Mehrheitseigentümer der AIOC blieb weiterhin der britische Staat. Nachdem im März 1953 die Anlagen der AIOC im Iran durch einen Beschluss des iranischen Parlaments verstaatlicht worden waren, organisierte die CIA den Sturz Mossadeqs und die Rückkehr von Mohammad Reza Pahlavi. Danach wurden die außerhalb Irans gelegenen im britischen Eigentum verbliebenen Firmenanteile zusammen mit den durch die neuen iranischen Machthaber retournierten Anteile in British Petroleum Company umbenannt.
1998 eroberte BP den US-amerikanischen Markt, fusionierte mit American Oil Company (Amoco) zunächst zur BP Amoco, firmierte jedoch dann auf BP um.
2000: Nach weiteren Zusammenschlüssen, unter anderem mit dem Schmierstoffspezialisten Burmah Castrol, wechselte das Unternehmen, das inzwischen zu einem weltweit führenden Energieunternehmen aufgestiegen war, seine Außendarstellung in „bp“. Als neues Marken-Logo wählte das Unternehmen das Helios-Zeichen.
Im März 2010 kaufte BP für sieben Milliarden US-Dollar von Devon Energy Ölfelder in Brasilien, Mexiko und in Aserbaidschan. Damit verschaffte sich BP einen Platz in einer Region, in der die letzten großen Ölfunde der vergangenen zehn Jahre gemacht wurden, wie zum Beispiel das Ölfeld Tupi mit einer erwarteten Kapazität von fünf bis acht Milliarden Barrel Öl.
Im Oktober 2010 verkaufte BP in zahlreichen afrikanischen Ländern das Geschäft komplett oder teilweise an die in Genf sitzende Puma Energy, ein Gemeinschaftsunternehmen der Trafigura und Sonangol Holdings.
Im Geschäftsjahr 2015 verzeichnete der BP-Konzern wegen eines weltweiten Öl-Überangebots und Preisverfalls den größten Jahresverlust seiner Firmengeschichte in Höhe von 6,5 Mrd. USD (sechs Mrd. Euro).
Im Jahr 2020 setzte sich der Konzern von allen großen Öl- und Gasförderunternehmen die ehrgeizigsten Ziele beim Einstieg in die erneuerbaren Energien. Die Förderung von Öl und Gas sollte bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent zurückgefahren werden, und im Gegenzug plante BP umfangreiche Investitionen in erneuerbare Energien. Nachdem BP aufgrund der nach dem russischen Überfall auf die Ukraine in die Höhe geschnellten Energiepreise im Jahr 2022 einen Rekordgewinn von 27,7 Milliarden US$ erzielt hatte, ruderte die Konzernführung wieder zurück und erklärte, eine Reduktion um 20 bis 30 Prozent bis zum Jahr 2030 anzustreben.
Nach einem Gewinnrückgang in den Jahren 2023 und 2024 kündigte BP im Februar 2025 Investitionssteigerungen von 20 Prozent auf 10 Milliarden US$ in den Öl- und Gassektor an und Investitionskürzungen von mehr als 5 Milliarden US$ bei den erneuerbaren Energien. Bereits zuvor war berichtet worden, dass der Konzern unter Führung von CEO Auchincloss das Ziel, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2030 um das 20-fache zu steigern, aufgeben wolle. Kerngeschäft sollen wieder fossile Brennstoffe sein.