Die BNP Paribas S.A. ist eine französische Großbank, die am 23. Mai 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Bank Paribas entstand.
Vertreten in 71 Ländern, war sie gemessen an den Einlagen 2010 die größte Bank Europas, gemessen am Börsenwert im Jahr 2019 die drittgrößte Bank Europas und gemessen an der Bilanzsumme die zweitgrößte Bank in Europa. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs („les trois vieilles“).
Die Bank gehört zu den weltweit wichtigen Finanzinstituten, die vom Finanzstabilitätsrat als global systemrelevant eingestuft wurden. Sie unterliegt damit einer speziellen Überwachung und besonders strengen Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenkapital.
Die Banque de Paris wurde 1869 gegründet und fusionierte 1872 mit der 1863 in Amsterdam gegründeten Banque de crédit et de dépôt des Pays-Bas zur Banque de Paris et des Pays-Bas („Bank von Paris und den Niederlanden“). Aus ihr entstand 1968 die Finanzholding-Gesellschaft Compagnie Financière de Paris et des Pays-Bas, deren Firmennamen 1982 zur Compagnie Financière de Paribas amalgamiert wurde.
Die Bank wurde im Februar 1982 verstaatlicht. Anfang 1987 wurde sie dann erneut privatisiert. Im Jahr 1997 war sie Gegenstand eines öffentlichen Umtauschangebots ihrer Muttergesellschaft, der Compagnie Financière de Paribas, und am 12. Mai 1998 beteiligte sie sich an der Gründung der neuen Paribas durch eine Fusion mit der Compagnie Financière de Paribas, der Compagnie Bancaire und der Compagnie de Navigation Mixte.
Die Banque Nationale de Paris (BNP) entstand 1966 aus der Fusion der Banque Nationale du Commerce et de l’Industrie (BNCI) mit dem Comptoir National d’Escompte de Paris („Nationale Diskontbank Paris“; kurz CNEP). Sie wurde 1993 privatisiert.
1999 lieferte sich die BNP mit ihrer Konkurrentin Société Générale eine komplizierte Übernahmeschlacht an der Börse, wobei die Société Générale ein Gebot für Paribas abgab, das von der BNP mit einem Gegengebot für Paribas und einem Gebot für die Société Générale beantwortet wurde. Während das Gebot für die Société Générale scheiterte, führte das Gegengebot für Paribas letztlich zum Zusammenschluss von BNP und Paribas.
Bis 2001 wurden alle Einnahmen des Iraks aus dem Oil-for-Food-Programm ausschließlich auf einem Treuhänderkonto bei der BNP Paribas verwaltet. Danach wurden sie bei mehreren ungenannten internationalen Banken eingezahlt.
2002 übernahm die BNP Paribas die deutsche Direktbank Consors mit Sitz in Nürnberg und 2006 das sechstgrößte italienische Bankinstitut Banca Nazionale del Lavoro. Ab Oktober 2008 arbeitete die BNP Paribas daran, die Fortis Bank Belgium SA zu übernehmen. 2009 entstand die BNP Paribas Fortis mit einem 25-prozentigen Anteil des belgischen Staates, den BNP Paribas 2013 übernahm.
Im Rahmen der Finanzkrise erklärte die französische Regierung im Januar 2009 ihre Bereitschaft zu Finanzhilfen für die BNP Paribas. Im Dezember 2008 hatte der Staat bereits nachrangige Schuldtitel über 2,55 Mrd. Euro von der BNP übernommen, die diese nunmehr Ende März 2009 abgelöst hat. Das Finanzministerium erklärte am 31. März 2009, die staatliche Beteiligungsgesellschaft SPPE Société de Prise de Participation de l’Etat werde für 5,1 Mrd. Euro BNP Paribas ca. 187 Mio. Vorzugsaktien ohne Stimmrechte übernehmen. Dadurch steigt die Tier-1-Kapitalquote auf 8,4 Prozent und die Equity-Tier 1 Kapitalquote auf 6,5 Prozent. Ende September 2009 gab die Bank bekannt, dass sie zur Finanzierung dieser Maßnahme eine Kapitalerhöhung vornehmen werde. Dabei ist die Ausgabe neuer Aktien im Wert von 4,3 Mrd. € geplant. Danach hält der französische Staat 17,03 Prozent der Anteile und ist größter Einzelaktionär vor der AXA Versicherungsgruppe und den Beschäftigten der BNP mit jeweils 4,8 Prozent.
Bei einigen Geschäften in den Jahren 2002 bis 2009 verstieß die BNP Paribas gegen US-Wirtschaftssanktionen gegen den Sudan, den Iran und Kuba. 2014 erklärte sich die Bank schuldig. Durch die Zahlung von 8,83 Milliarden Dollar entging sie einem drohenden Gerichtsverfahren und rettete ihre US-Banklizenz, die für Geschäfte in den USA notwendig ist. BNP durfte allerdings ein Jahr lang bestimmte Geschäfte in US-Dollar nicht mehr abwickeln. Zudem mussten 13 Mitarbeiter das Institut verlassen.
2013 soll die BNP Paribas Rücklagen im Wert von 94,4 Milliarden Euro gehabt haben. 2015 verwaltete sie ein Vermögen von 582,97 Milliarden US-Dollar.
Im Dezember 2021 gab BNP Paribas bekannt, sich aus dem US-Privatkundengeschäft zurückzuziehen und ihre Bank of the West für 16,3 Mrd. Dollar an die Bank of Montreal zu verkaufen.
Im April 2024 erwarb BNP Paribas für 730 Millionen Euro den gesamten 9-prozentigen Anteil von Fosun International an dem belgischen Versicherungsunternehmen Ageas, und im Februar 2025 erhöhte BNP Paribas ihren Anteil an Ageas weiter auf 15 %. Im September 2024 übernahm BNP Paribas das Privatkundengeschäft von HSBC in Deutschland.
Am 1. Juli 2025 übernahm BNP Paribas Axa Investment Managers von Axa.
Am 22. September 2025 berichtete die Financial Times, dass BNP Paribas ihre bisherige Zusage, keine Unternehmen zu finanzieren, die an der Herstellung sogenannter „umstrittener Waffen“ beteiligt sind, aufgegeben habe. Diese Kursänderung steht im Einklang mit einem allgemeinen Wandel in der Haltung europäischer Banken zur Finanzierung des Rüstungssektors nach dem Beginn der russischen Invasion der Ukraine.
BNP Paribas beschäftigt 190.000 Mitarbeiter und erreicht eine Präsenz in 65 Ländern. Die Bank fokussiert sich auf die drei Kerngeschäftsfelder „Retail Banking“, „Corporate and Institutional Banking“ sowie „Investment Solutions“. Nach eigenen Angaben ist BNP Paribas mit über 60 Milliarden Euro der größte Asset Manager der Welt von Anlagen mit Nachhaltigkeitsthemen.
In Frankreich ist BNP Paribas mit 2.140 Filialen und 4.900 Bankautomaten im Privatkundengeschäft mit 6,9 Mio. französischen Haushalten, 500.000 Unternehmern und 20.000 Firmenkunden verbunden.