An diesem Tag

Autobahnkreuz

Planfreier Knotenpunkt zweier Autobahnen

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Ein Autobahnkreuz (Symbol in Deutschland und Österreich: ) ist ein planfreier Knotenpunkt mit zumeist zwei sich kreuzenden Autobahnen, allgemeiner mit mindestens vier verknüpften Autobahnarmen.

Im deutschen Autobahnnetz gibt es 138 Autobahnkreuze. Mindestens vierarmige Autobahnknotenpunkte werden dort als Autobahnkreuz, dreiarmige als Autobahndreieck oder Autobahngabelung bezeichnet. Dabei werden Arme, die sich nicht als durchgehende Straße fortsetzen, sondern mit dem Charakter einer Anschlussstelle lediglich eine untergeordnete Straße anbinden, nicht mitgezählt. Daher wird ein Gebilde, das baulich einem vierarmigen Autobahnkreuz entspricht, nur als Autobahndreieck bezeichnet, sobald es einen derartigen Arm aufweist. Ein Beispiel hierfür ist das Autobahndreieck Jackerath, dessen nordwestlicher Arm als Anschlussstelle in einen Kreisverkehr mündet. Sind zwei derartige Arme vorhanden, spricht man nur noch von einer Anschlussstelle. Beispiel hierfür war das Autobahnkreuz Leipzig-Süd, das bis zum Umbau und Aufstufung der autobahnähnlichen Straße B 2 zur Autobahn A 72 als Anschlussstelle gewidmet wurde. Das Wilhelmshavener Kreuz bindet nur eine autobahnähnliche Bundesstraße an und ist eines der aus Altlasten verbliebenen Gegenbeispiele. In Nordrhein-Westfalen werden hingegen wie in weiteren Bundesländern nach einem Erlass des Landesverkehrsministeriums von 2004 solche Kreuze sukzessive in Anschlussstellen umbenannt. Das Kreuz-Symbol verschwindet und die wegweisende Beschilderung wird gelb anstatt blau. Die Bezeichnung Autobahnkreuz ist heute fast vollständig von Ankündigungsschildern verschwunden und wird durch Kreuz ersetzt. Die ehemals exklusiv bei Autobahnkreuzen genutzten Bauformen werden heute zunehmend auch für die Verknüpfung mit oder unter autobahnähnlichen Straßen genutzt.

Die Begriffe Kreuz und Dreieck werden in Österreich und der Schweiz nicht verwendet. In Österreich werden die 36 existierenden Autobahnkreuze, -dreiecke und -gabelungen als Knoten bezeichnet. In der Schweiz werden sie zusammenfassend Verzweigung genannt. Autobahnkreuze in der Schweiz im Sinne der deutschen Definition sind die Verzweigungen Limmattal, Brüttisellen sowie Reichenburg.

In Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie den Benelux-Staaten haben Anschlussstellen und Autobahnkreuze Namen. Für letztere gilt das in Frankreich dagegen meistens nicht. Dort wird auf den Schildern nur angezeigt, welche Autobahnen sich kreuzen.

Autobahnkreuze sind so konzipiert, dass sowohl kreuzender als auch rechts- oder linksabbiegender Verkehr ohne verkehrsbedingten Halt das Kreuz passieren kann. Dadurch werden Unfälle und Staus vermieden. Gleichzeitig können alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere auch der abbiegende Verkehr, eine relativ hohe Fahrgeschwindigkeit beibehalten.

Bei zwei sich kreuzenden Straßen, die jeweils in beide Richtungen befahrbar sind, sind acht Verbindungsrampen notwendig, um vollständig höhenfrei aus jeder Richtung in jede weiterführende Richtung gelangen zu können.

Ein Kreuz weist je nach Bauart folgende Teile auf:

Der Einfahrbereich (Einfahrt) auf die Autobahn besteht aus dem Beschleunigungsstreifen und verbindet die Verteilerfahrbahn bzw. die Verbindungsrampe mit der Autobahn. Analog dazu besteht der Ausfahrbereich (Ausfahrt) aus dem Verzögerungsstreifen. Normalerweise besitzt jede Richtungsfahrbahn jeweils einen Ein- und Ausfahrbereich. Diese Bereiche sind so angelegt, dass der Verkehr auf der Autobahn möglichst wenig beeinträchtigt wird. Durch die Möglichkeit der Beschleunigung bzw. Abbremsung auf den Ein- und Ausfahrbereichen können die Fahrzeuge jederzeit dem Verkehrsfluss angepasst auf der Autobahn fahren.

Einfahrten, die die Anzahl der durchgehenden Fahrstreifen vermehren, bewirken eine Fahrstreifenaddition (Spuraddition). Im Gegenzug dazu wird eine Verminderung der durchgehenden Fahrstreifen bei Ausfahrten als Fahrstreifensubtraktion (Spursubtraktion) bezeichnet.

Die Verteilerfahrbahnen stellen die Verbindung zwischen den Ein- bzw. Ausfahrbereichen und den Verbindungsrampen her. Sie sind notwendig, damit nur jeweils eine Ein- und Ausfahrt auf der Autobahn vorhanden ist, wodurch die Verkehrssicherheit und die Leistungsfähigkeit des Autobahnknotens erhöht werden. Normalerweise zweigen von einer Verteilerfahrbahn mindestens zwei Verbindungsrampen ab. Nur in speziellen Fällen existiert keine Verteilerfahrbahn, weil der Knotenpunkt mehrere Ein- oder Ausfahrbereiche besitzt oder nur eine Verbindung in eine Richtung vorhanden ist. Das Kleeblatt hat die aufwändigste Bauweise, mit jeweils zwei abgehenden und auftreffenden Rampen sowie einer Ein- und Ausfahrt.

Die Aus- und Einfahrten werden mittels Verbindungsrampen miteinander verbunden. Dabei wird bei den drei Grundformen zwischen einer direkten, halbdirekten und indirekten Verbindungsrampe unterschieden, die ausschlaggebend für die Bauform des Autobahnkreuzes sind. Allerdings werden auch alternative Bezeichnungen verwendet, was insbesondere bei der Direktrampe für Verwirrung sorgen kann:

Auf Verflechtungsstrecken kreuzen sich Einfahr- und Ausfahrverkehr eines Autobahnkreuzes: Von rechts kommt der Verkehr einer Verbindungsrampe (im Bild blau) und wechselt nach links auf die durchgehende Fahrbahn, auf derselben Strecke wechselt Verkehr von der durchgehenden Fahrbahn (im Bild rot) auf den rechten Fahrstreifen, um an der nächsten Rampe abzufahren.

Verflechtungsstrecken an Autobahnkreuzen sind üblicherweise um 100 bis 150 Meter lang und bilden bei hohem Verkehrsaufkommen Unfallschwerpunkte, da sich die Abstände der Einzelfahrzeuge im Durchdringungsbereich der verflochtenen Verkehrsströme stark verringern (bei gleichmäßigem Tempo auf die Hälfte des vorher eingehaltenen Abstandes minus eine Fahrzeuglänge).

Kurze Verflechtungen können nur zwischen zwei einstreifigen Fahrbahnen erfolgen, mehrstreifige Fahrbahnen benötigen eine Parallelentflechtung.

Die planfreie Ausführung von Knotenpunkten ist nur mit Hilfe von Überführungsbauwerken (Brückenbauwerken) zu realisieren. Sie sind der größte Kostenfaktor bei einem Autobahnkreuz und daher ein wichtiger Aspekt bei der Wahl der Bauform. Neben der Anzahl der notwendigen Bauwerke sind auch die Spannweite, Länge und Höhe relevant. Einfache Überführungen überbrücken lediglich eine Fahrbahn, während sehr aufwändige Bauwerke mehrere Fahrbahnen tragen und überbrücken können und sogar zur Überquerung mehrerer anderer Überführungsbauwerke dienen können.

Die Flächen zwischen den verschiedenen Fahrbahnen und Verbindungsrampen werden als Verkehrsinseln bezeichnet, die in der Regel mit Wald, Tümpeln und/oder Wiese bestückt sind, bzw. wird beim Bau von Autobahnkreuzen in jenen Bereichen der ursprüngliche Naturbestand nach Möglichkeit beibehalten. In manchen Fällen sind hier Autobahnpolizei und -Meisterei untergebracht.

Es existieren verschiedene Grundformen von Autobahnkreuzen, die sich in folgenden Aspekten unterscheiden:

Raumbedarf (in Fläche und Höhe)

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