An diesem Tag

Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010

Vulkanausbruch, der zu einem großen Flugverkehrschaos in Europa führte

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Der Ausbruch des Vulkan-Systems Eyjafjallajökull ([ˈɛɪjaˌfjatl̥aˌjœkʏtl̥] ) im Jahr 2010 fand in den Monaten März bis Mai an zwei etwa 8 km voneinander entfernten Stellen statt. Die ersten Eruptionen gab es am 20. März am Fimmvörðuháls (Ostrand der Gletscher-Hochebene Eyjafjallajökull), und am 14. April am Rande der Gipfel-Caldera. Weitere Eruptionen, in deren Folge erhebliche Asche-Mengen in die Atmosphäre geschleudert wurden, ereigneten sich bis zum 24. Mai. Dampfwolken über den Vulkanen bildeten sich noch bis zum Juli 2010.

Eyjafjallajökull ist sowohl der Name eines Gletschers (jökull) als auch des Vulkan-Systems, das von diesem Gletscher bedeckt ist.

Der Ausbruch des Eyjafjallajökull hatte über Island hinaus großräumige Auswirkungen. Insbesondere musste Mitte April 2010 auf Grund der ausgetretenen Vulkanasche der Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas eingestellt werden, was eine bis dahin beispiellose Beeinträchtigung des Luftverkehrs in Europa infolge eines Naturereignisses darstellte. Am 19. April 2010 konnte die aus nordwestlicher Richtung eintreffende Aschewolke vom 517 Meter hohen Berg Melibokus an der Hessischen Bergstraße deutlich wahrgenommen werden.

Überwachung des Gebietes des Eyjafjallajökull und Herkunft der wissenschaftlichen Daten

In Island arbeiten zwei Institutionen zusammen an der Überwachung der Vulkane und damit auch des Eyjafjallajökull. Dies ist einerseits das Vulkanologische Institut der Universität Island (Nordic Volcanological Center) und andererseits das Isländische Wetteramt, das z. B. für Erdbebenmessungen, Wasserstandsmessungen und die Voraussage von Bewegungen der Aschewolken zuständig ist. So erklärt sich auch, dass die beiden Institutionen gemeinsame tägliche Berichte zum Stand der Eruption auf Isländisch und Englisch veröffentlichten.

Schon 1999 hatte man erhöhte Erdbebenaktivität am Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull festgestellt. Im Winter 1999 auf 2000 konzentrierten sich diese Erdbeben auf den Eyjafjallajökull, und man stellte im Herbst 2000 einen kleinen Gletscherlauf im Fluss Lambfellsá fest, der von der chemischen Zusammensetzung her vom Vulkan stammte. Aus beiden Ereignissen schlossen die Vulkanologen, dass sich Magma im südlichen Eyjafjallajökull ansammelte.

Seit Ende Januar 2002 waren zwei neue Spalten am Gipfelkrater des Eyjafjallajökull zwischen Goðasteinn und Guðnasteinn bekannt, aus denen schwefeldioxidgesättigter Dampf aufstieg. Seither war die Überwachung des Berges intensiviert worden.

Ostern 2009 begann eine Phase erhöhter seismischer Aktivität im Bereich des Eyjafjallajökull mit Tausenden kleiner Erdbeben, die meist eine Magnitude zwischen 1 und 2 erreichten und ihr Hypozentrum vorwiegend in Tiefen von sieben bis zehn Kilometern unter dem Vulkan hatten.

Ab Anfang Februar 2010 zeigten GPS-Messungen deutliche Veränderungen der Oberfläche des Vulkans. Die Geräte hatten das isländische Wetteramt und die Universität Island an zahlreichen Stellen um den Vulkan, unter anderem bei dem Bauernhof Þorvaldseyri etwa 15 Kilometer südwestlich der Ausbruchsstelle am Fimmvörðuháls, aufgestellt. Bei der Auswertung der Ergebnisse zeigte sich eine Verformung der Erdkruste unmittelbar am Eyjafjallajökull um bis zu 15 Zentimeter, wobei sich die Kruste innerhalb der letzten vier Tage vor dem Ausbruch stellenweise um mehrere Zentimeter deformiert hatte.

Die ungewöhnlich hohe Anzahl an Erdbeben zeugte zusammen mit der schnellen Krustenausdehnung von einströmendem Magma unterhalb der Erdoberfläche.

In den folgenden Wochen erhöhte sich die Anzahl der gemessenen Erdbeben noch und erreichte mit 3000 Erdbeben, die zwischen dem 3. und 5. März 2010 festgestellt wurden, einen vorläufigen Höhepunkt. Die meisten Erdstöße waren relativ schwach (weniger als Magnitude 2); wobei aber gerade diese oft Indikatoren für einen sich vorbereitenden Ausbruch sind. Einige lagen auch über Magnitude 2 und konnten in nahegelegenen Orten gespürt werden.

Am 19. März verlagerte sich die Erdbebenserie leicht nach Osten und nach oben (Erdbebenherde in vier bis sieben Kilometer Tiefe).

Am 21. März stellte man eine weitere Verschiebung nach Osten fest; die Erdbebenherde befanden sich teilweise in Oberflächennähe.

Eruptionen am Fimmvörðuháls: 20. März bis 12. April 2010

Am 20. März 2010 begann kurz vor Mitternacht eine Eruption des Vulkans, eine effusive Eruption, wie sich erweisen sollte. Die Ausbruchsstelle lag auf der Hochebene Fimmvörðuháls zwischen Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull. Die angrenzende Region Fljótshlíð und die Südküste zwischen Hvolsvöllur und Vík í Mýrdal mit rund 500 Bewohnern wurden zeitweilig evakuiert.

Die Messgeräte stellten am 21. März 2010 gegen 22:30 Uhr schwache Unruhe und vulkanischen Tremor an drei Orten fest, die dem Eyjafjallajökull nächstgelegen waren. Etwa zur gleichen Zeit kam die Nachricht, dass ein Vulkanausbruch oben am Gletscher begonnen habe. Bald darauf stellte sich heraus, dass die Ausbruchsstelle auf der Hochebene Fimmvörðuháls zwischen Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull lag.

Vorsichtshalber wurde die unmittelbare Umgebung des Vulkans in den Bezirken Fljótshlíð, Eyjafjöll und Landeyjar evakuiert, wobei 500 Menschen in Sicherheit gebracht wurden. Kurzfristig schloss man die Flughäfen von Reykjavík und Keflavík. Der internationale Flughafen wurde jedoch am Abend des 21. März wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Einwohner der Zone rund um den Vulkan konnten fast alle am 22. März 2010 wieder in ihre Häuser zurückkehren. Allerdings waren die Wege in die Þórsmörk und auf den Pass Fimmvörðuháls am 27. März 2010 noch gesperrt.

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