Aurich (ostfriesisches Platt: Auerk; saterfriesisch: Aurk) ist die Kreisstadt des Landkreises Aurich in Ostfriesland im Nordwesten Niedersachsens. Aurich ist die zweitgrößte Stadt Ostfrieslands – sowohl nach Einwohnern (hinter Emden) als auch nach der Fläche (hinter Wittmund). Mit 42.575 Einwohnern ist Aurich eine selbständige Gemeinde sowie eine Mittelstadt und wird in der Raumordnung des Landes Niedersachsen als Mittelzentrum geführt.
Aurich war im Laufe der Jahrhunderte nacheinander die Residenz der ostfriesischen Fürsten, der Sitz der preußischen, hannoverschen und wiederum preußischen Verwaltungen Ostfrieslands. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war die Stadt der Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirks bis zu dessen Verschmelzung mit dem Verwaltungsbezirk Oldenburg und dem Regierungsbezirk Osnabrück zum Regierungsbezirk Weser-Ems (1978) mit Sitz in Oldenburg (Oldb), der 2004 aufgelöst wurde.
Aurich ist bis zum heutigen Tage Sitz zahlreicher Behörden, darunter auch Bundes- und Landesbehörden. Außerdem hat die Ostfriesische Landschaft, das Kulturparlament Ostfrieslands, in der Stadt ihren Sitz.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich in Aurich nach und nach eine Industrialisierung vollzogen und damit ein Wandel weg von einer reinen Beamtenstadt. In den 1990er Jahren wurde dies besonders durch den Aufstieg des Windenergieanlagenherstellers Enercon deutlich, der mittlerweile mit mehr als 2800 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber der Stadt ist und in Aurich seinen Sitz hat.
Seit 2004 ist Aurich berechtigt, zweisprachige Ortsschilder in Hochdeutsch und Plattdeutsch aufzustellen.
Aurich liegt inmitten der Ostfriesischen Halbinsel und hat eine Fläche von 197,29 Quadratkilometern bei einer Nord-Süd-Ausdehnung von 16 Kilometern und einer Ost-West-Ausdehnung von 19 Kilometern.
Das Einzugsgebiet Aurichs reicht weit über die Stadt hinaus. Sowohl die Auricher Behörden als auch die Unternehmen beschäftigen nicht nur Arbeitnehmer aus der Stadt und den direkten Umlandgemeinden, sondern auch von weiter her. Als Einkaufsstandort strahlt Aurich zudem – besonders durch seine zentrale Lage innerhalb Ostfrieslands bedingt – weit über die Stadt und ihre unmittelbaren Nachbargemeinden hinaus.
Aurich wird in der Raumordnung des Landes Niedersachsen als Mittelzentrum geführt. Eine Aufstufung zu einem Mittelzentrum mit oberzentralen Teilfunktionen, wie sie 2007 die Nachbarstadt Emden erfuhr, wurde von der Ratsmehrheit und dem Bürgermeister gefordert, aber vom Land abschlägig beschieden. Auch lehnte das Land den Vorschlag ab, dass Aurich, Leer und Emden ein gemeinsames Mittelzentrum mit oberzentralen Teilfunktionen bilden.
Das mittlere Ostfriesland war einst stärker von Mooren bedeckt, als es aktuelle Landkarten erahnen lassen. Zwischen den Niedermooren am Rand der Geest und den vor allem auf den Scheitellagen des Ostfriesischen Geestrückens befindlichen Hochmooren wurden sandige Geestdurchragungen der Grundmoräne für Siedlungsgründungen genutzt. Auf einer solchen, etwa drei bis neun Meter über dem Meeresspiegel, liegt die Auricher Kernstadt.
Geest und Moor prägen weite Teile des Stadtgebiets, das zu fast drei Vierteln landwirtschaftlich genutzt wird. Aurich verfügt zudem über eine – im innerostfriesischen Vergleich – überdurchschnittlich große Waldfläche. Gut ein Zehntel der Stadtfläche ist bewaldet, was Aurich nach der Samtgemeinde Hage und der Nachbargemeinde Friedeburg zur ostfriesischen Kommune mit dem dritthöchsten Waldanteil an der Gesamtfläche macht. Neben Forsten machen Wallhecken einen Gutteil des Baumbestandes der Stadt Aurich aus. Sie prägen die Landschaft in den auf der Geest liegenden Außenbereichen des Stadtgebiets.
Umliegende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen) sind Südbrookmerland und Großheide (beide Landkreis Aurich), Eversmeer, Westerholt, Neuschoo und Blomberg (alle Samtgemeinde Holtriem im Landkreis Wittmund), Dunum (Samtgemeinde Esens im Landkreis Wittmund), die Kreisstadt Wittmund selbst sowie Friedeburg (Landkreis Wittmund) und schließlich noch Wiesmoor, Großefehn und Ihlow (wiederum alle im Landkreis Aurich). Aurich ist damit die Kommune mit den meisten Nachbargemeinden in Ostfriesland. Dies gilt auch dann, wenn die Mitgliedsgemeinden der genannten Samtgemeinden nicht einzeln gezählt werden.
Durch die Gemeindegebietsreform 1972 sind viele ehemals selbstständige Gemeinden in die Stadt Aurich eingegliedert worden. Aus den dadurch entstandenen 21 Ortsteilen wurden 11 Ortschaften gebildet, in denen die örtlichen Belange durch Ortsräte vertreten werden.
Die Bevölkerungsdichte in der Stadt Aurich ist – eine Auswirkung der Kommunalreform – äußerst ungleich verteilt. Im Stadtkern, der bis 1972 die Stadt Aurich darstellte, ist eine Bevölkerungsdichte vorzufinden, die großstädtisches Niveau hat: mehr als 2.000 Einwohner pro Quadratkilometer. Am anderen Ende der Skala erreicht der von Wald, Moor und landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägte Stadtteil Brockzetel mit rund 20 Einwohnern pro Quadratkilometer nicht einmal ein Elftel des deutschen Durchschnitts.
Aurich liegt in der gemäßigten Klimazone. Das Stadtgebiet steht hauptsächlich im direkten Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Inland. Das Klima ist insgesamt von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt. Klimatisch besondere Verhältnisse herrschen hingegen in den Hochmoor-Gebieten, die sich vor allem im Osten und Südosten des Stadtgebietes befinden. Wegen der Untergrundverhältnisse in einem Regenmoor sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht extrem. Im Sommer kann es tagsüber zu sehr hohen Temperaturen am Boden kommen, so dass Moorbrände entstehen können. Zudem sind Moorgegenden sehr viel nebelintensiver als die Umgebung.
Nach der Klimaklassifikation von Köppen befindet sich Aurich in der Einteilung Cfb.
Klimazone C: Warm-Gemäßigtes Klima
Klimatyp Cf: Feucht-Gemäßigtes Klima
Das durchschnittliche Jahrestemperaturmittel liegt bei 8,4 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einem Monatstemperaturmittel von 16 °C. Der kälteste Monat ist der Januar mit 1,0 °C im Durchschnitt.