Aulis Sallinen (* 9. April 1935 in Salmi) ist ein finnischer Komponist.
Aulis Sallinen wurde 1935 in Salmi am Ladogasee (1940 von der Sowjetunion annektiert) geboren. Er studierte ab 1955 an der Sibelius-Akademie unter Aarre Merikanto und Joonas Kokkonen und machte dort 1960 seinen Abschluss. Von 1960 bis 1970 war Sallinen Intendant des Radion sinfoniaorkestri (RSO). Er unterrichtete von 1965 bis 1976 an der Sibelius-Akademie Tonsatz und Komposition. 1970 wirkte er als Juror bei den Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM World Music Days) in Basel. Von 1971 bis 1976 war er Präsident des finnischen Komponistenverbandes.
1978 erhielt Sallinen für seine Oper Ratsumies den Musikpreis des Nordischen Rates. 1983 wurde er zusammen mit Krzysztof Penderecki mit dem Wihuri-Sibelius-Preis ausgezeichnet.
Ratsumies (Der Reitersmann), Oper in 3 Akten (1973/74), Paavo Haavikko, Auftragswerk der Stadt Savonlinna zur 500-Jahr-Feier der traditionsreichen Burg Olavinlinna, ein Festivalort
Punainen viiva (Der rote Strich), Oper in 2 Akten (1976–1978), basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ilmari Kianto; Uraufführung 1978 in der Nationaloper Helsinki; später auch im Covent Garden Opera House, London
Der König geht nach Frankreich, Oper in 3 Akten (Zwei Teilen), Libretto Paavo Haavikko, Uraufführung am 7. Juli 1984 bei den Savonlinna-Opernfestspielen
Kullervo, Oper in 2 Akten (1986–1988), basiert auf einer Episode des finnischen Nationalepos Kalevala von Elias Lönnrot und dem Schauspiel gleichen Namens aus dem Jahre 1864 von Aleksis Kivi. Die Oper wurde am 25. Februar 1992 in Dorothy Chandler Pavillon in Los Angeles uraufgeführt
Elämän ja kuoleman lauluja (Songs of Life and Death), Oper (1994)
Palatsi (Der Palast), Oper in 3 Akten (1993, Uraufführung 1995 in Savonlinna), Libretto Irene Dische und Hans Magnus Enzensberger nach Ryszard Kapuścińskis Roman König der Könige
Kuningas Lear (König Lear), Oper (1999), basiert auf dem Schauspiel König Lear von William Shakespeare
Barabbas-Dialoge, Oratorium für Sänger, Erzähler und Kammerensemble, opus 84. Auftragswerk für das Musikfestival in Naantali, Finnland 2003, deutsche Erstaufführung als Kammeroper: Juni 2011, Oper Frankfurt, Bockenheimer Depot, Frankfurt am Main, Inszenierung: Ute E. Engelhardt
Sinfonie Nr. 2 Symphonic Dialogue, op. 29 (für Schlagzeug und Orchester) (1972)
Sinfonie Nr. 5 Washington Mosaics, op. 57 (1985–1987)
Sinfonie Nr. 6 From a New Zealand Diary, op. 65 (1990)
Sinfonie Nr. 7 The Dreams of Gandalf, op. 71 (1996)
Sinfonie Nr. 8 Autumnal Fragments, op. 81 (2001)
Variations for Orchestra, Op. 8 (1963)
Violin Concerto, Op. 18 (1968)