Augustinus Karl Wucherer-Huldenfeld OPraem (* 1. Juli 1929 in Gleinstätten) ist ein österreichischer katholischer Theologe und Philosoph.
Sein Studium der Philosophie, Psychologie und Ethnologie führte ihn an die Universität Wien, wo er 1957 mit der Arbeit Die Gegensatzphilosophie Romano Guardinis in ihren Grundlagen und Folgerungen zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. Nach vor Abschluss seiner Promotion trat er 1956 in das Stift Geras ein. Mit Abschluss seiner Studien in Wien, studierte er bis 1961 Theologie in Innsbruck und wurde im selben Jahr zum Priester geweiht.
Ab 1964 bis 1969 lehrte er als außerordentlicher Professor für Philosophie an der Theologisch-Philosophischen Studienanstalt des Augustiner-Chorherrenstiftes Klosterneuburg bei Wien. Von 1967 bis 1974 war er Assistent am neu errichteten „Institut für Atheismus-Forschung“ und Lehrbeauftragter an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. 1973 habilitierte er sich in Philosophie an der Grund- und Integrativwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.
Er war von 1974 bis 1997 Professor für christliche Philosophie und Mystik sowie Vorstand des Instituts für Christliche Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Zu seinen bedeutendsten Schülern gehört der früh verstorbene Erwin Waldschütz.
Er war ab 1978 bis 1983 Konsultor des Päpstlichen Sekretariats für die Nichtglaubenden.
Seit seiner Emeritierung 2002 lehrte er an verschiedenen Hochschulen weiter.
Von 1990 bis 2002 war er Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Daseinsanalyse (ÖGDA). Wucherer-Huldenfeld war von 1996 bis 2001 Präsident der Internationalen Ferdinand-Ebner Gesellschaft. Von 1995 bis 2008 war er Vizepräsident des Österreichischen Daseinsanalytischen Institutes für Psychotherapie, Psychosomatik und Grundlagenforschung (ÖDAI). Seit 2008 Ehrenpräsident des ÖDAI.
Für seine Forschungsarbeit in den Bereichen der Philosophie („personales Sein“), Theologie und Atheismusforschung und der Daseinsanalyse erhielt er hohes ansehen.
1997: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
Die Gegensatzphilosophie Romano Guardinis in ihren Grundlagen und Folgerungen, Dissertationen der Universität Wien, Bd. 11, Wien 1968 (= Diss. an der philosophischen Fakultät der Universität Wien, Masch. Vervielf., 1953).
Spinoza und Marx. Ein Beitrag zur philosophischen Motivation des Atheismus (Philosophische Habilitationsschrift), Wien 1972 (Masch. vervielf.).
Personales Sein und Wort. Einführung in den Grundgedanken Ferdinand Ebners, Wien 1985, 309 Seiten.
Ursprüngliche Erfahrung und personales Sein. Ausgewählte philosophische Studien, Bd. 1: Anthropologie, Freud, Religionskritik, Wien 1994, 2. verbesserte Aufl. 2003, 469 Seiten. (abgekürzt als UE I)
Ursprüngliche Erfahrung und personales Sein. Ausgewählte philosophische Studien, Bd. 2: Atheismusforschung, Ontologie und philosophische Theologie, Religionsphilosophie, Wien 1997, 470 Seiten. (abgekürzt als UE II)
Befreiung und Gotteserkenntnis, hrsg. von Karl Baier, Wien 2009, 276 Seiten (Sammelband anlässlich des 80. Geburtstags, abgekürzt als BG)
Philosophische Theologie im Umbruch, Bd. 1: Standortbestimmung – Philosophische Theologie inmitten von Theologie und Philosophie, Wien: Böhlau, 2011.
Philosophische Theologie im Umbruch, Bd. II/1: Wider den ungöttlichen Gott. Die Infragestellung Philosophischer Theologie durch Fideismus und Atheismus, Wien: Böhlau, 2014, 480 Seiten.
Philosophische Theologie im Umbruch, Bd. II/2: Wider den ungöttlichen Gott. Moderner Atheismus im Raum der Metaphysik, Wien: Böhlau, 2015, 665 Seiten.