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Auguste Quiquerez

Schweizer Ingenieur, Politiker, Archäologe, Historiker und Geologe

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Guillaume Xavier Auguste Quiquerez auch August Quiquerez (* 8. Dezember 1801 in Pruntrut; † 13. Juli 1882 in Courroux) war ein Schweizer Ingenieur, Politiker, Archäologe, Historiker und Geologe.

Quiquerez entstammte einer Familie aus Grandfontaine und war der Sohn des Maire von Pruntrut, Jean-Georges Quiquerez (* 28. August 1755 in Grandfontaine; † 29. April 1832 in Soyhières), der bis 1792 Finanzrat beim Fürstbischof des Hochstifts Basel, Sigismund von Roggenbach, war; als Bürgermeister wurde er 1807 vom französischen Innenminister abgesetzt, weil er illegal Gemeindegüter veräussert hatte. Seine Mutter, Francoise (1760–1838), die Tochter von Conrad Joseph Keller (1700–1800), gehörte einer angesehenen Belforter Familie an; ihr Grossvater mütterlicherseits, Jean Francois Choulat, war dort Bürgermeister. Er hatte noch neun Geschwister.

Der Onkel seiner Mutter war der Vorsitzende der Landstände des Bistums Basel, Jean-Jacques Keller (1717–1801).

Seine Neffen waren der Sprachlehrer und Politiker Alexandre Favrot (1828–1897) und der Hochschullehrer Alexandre Daguet (1816–1894).

Im Jahr 1832 heiratete er Thérèse (1800–1892), die Tochter des Gerbers Fidèle Chariatte, mit der er vier Kinder hatte, zu diesen gehörte unter anderem der Ingenieur und Fotograf Edouard Quiquerez.

Inzwischen hatte sein Vater Pruntrut verlassen und sich auf das Landgut Pre-de-Vouete bei Delsberg zurückgezogen, das er vollständig neu gestaltete und Bellerive nannte.

Nach einem ersten Unterricht durch seinen Vater, besuchte Quiquerez von 1816 bis 1817 das Kollegium St. Michael in Freiburg, wo er unter anderem von den Lehrern Jean Baptiste Girard und dem Chorherrn Charles-Aloyse Fontaine unterrichtet wurde. Darauf besuchte er noch die Schulen von Pruntrut und Delsberg, bevor er ein Ingenieurstudium in Paris begann.

1821 kehrte er nach Bellerive zurück, um im väterlichen Gut zu arbeiten. In dieser Zeit bildete er sich praktisch zum Landwirt, Gärtner und Baumzüchter aus. Gleichzeitig widmete er sich den historischen Studien, was durch den Einfluss seines Vaters, einem geschichtsinteressierten Mann, gefördert wurde. Sein Engagement für die Forschung wurde 1828 mit dem Diplom als Mitglied der Schweizerischen Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft anerkannt.

Sein geschichtliches Interesse führte dazu, dass er das örtliche Schloss Soyhières näher kennenlernen wollte und er sich einen Weg zur alten Schlossruine schuf, selbständig eine Brücke über den Schlossgraben legte und den Platz herrichtete. Er baute eigenhändig einen Pavillon, der später seine Sammlungen aufnehmen sollte. Das „Altertumskabinett“ wurde später ein Vorgänger des Musée Jurassien d'Art et d'Histoire in Delsberg.

Berufliche Laufbahn und Engagement

Im Jahr 1832 übernahm Quiquerez das väterliche Gut und leitete es zusammen mit einem Bruder bis 1842, bevor er es verpachtete. Während dieser Zeit betrieb er autodidaktisch Studien in verschiedenen Bereichen, darunter Landwirtschaft, Geologie, Naturwissenschaften, Geschichte und Nationalökonomie.

Quiquerez war auch politisch aktiv. Gemeinsam mit Xavier Stockmar, Olivier Seuret (1795–1861) von Delsberg und seinem älteren Bruder Louis Quiquerez schwor er am 31. Juli 1826 auf der elsässischen Burg Morimont feierlich, den Jura "von der Berner Oligarchie zu befreien" und gehörte damit zu den Begründern der ersten jurassischen Unabhängigkeitsbewegung. Dies führte zu einem bedeutenden politischen Umbruch, als sie während der Julirevolution von 1830 aktiv wurden. Während der Revolution von 1830 bis 1831 kommandierte er die Truppe von Freiwilligen, die die Regierungstruppen in Courrendlin vertrieb. Er spielte auch eine zentrale Rolle in der Bewegung zur Schaffung eines neuen politischen Systems im Jura.

Er gehörte 1831 zu den Architekten der liberalen Revolution im Jura, die das bernische Patriziat stürzte. Ab 1837 wurde er durch Kooptation in den Grossen Rat des Kantons Bern gewählt und übernahm 1838 das Amt des Regierungsstatthalters im Amtsbezirk Delsberg. In dieser Funktion setzte er sich für den Schutz der Wälder ein sowie 1845 für die Gründung des Bezirksspitals.

Auguste Quiquerez war Mitarbeiter des Feuilletons des Pruntruter Charivari. Die erste Nummer erschien am 27. Juni 1835 und in dieser begann er seine, die Unsitten des Mönchswesens geisselnden Erzählungen: Le Château de Pleujouse, Les Moustaches (Schauplatz das Schloss Morimont) und Le Château de Roche d’Or.

Durch diese Erzählungen galt Auguste als Religionsspötter, und durch das Abstimmverhalten seines Bruders Louis im Grossen Rat, der für die Artikel der Badener Konferenz (Badener Artikel) gestimmt hatte, schien das Landgut Bellerive der Regierung besonders verdächtig. Sie beide waren einer Menge Anfeindungen ausgesetzt und die Feindseligkeiten verstärkten sich noch, nach der Herausgabe seines politischen Romans Jean de Vienne, ou l’Evêché de Bâle au XIV. siècle, der gegen den Klerus gerichtet war.

Auguste Quiquerez wurde wiederholt in öffentliche Ämter berufen. So wurde er 1837 durch das Wahlkollegium des Rats der Zweihundert in den Grossen Rat gewählt und gehörte diesem bis 1846 an.

Nach dem politischen Umbruch von 1846, wurde er 1847 zum Stellvertreter des kantonalen Bergbauingenieurs ernannt und war bis zu seinem Tod Ingenieur der Eisenminen des Berner Juras. Er erforschte die Geologie des siderolithischen Geländes, um die verbleibenden Erzvorkommen zu evaluieren, und interessierte sich auch für alte Eisenhütten.

Neben seiner akademischen Laufbahn begann Quiquerez eine militärische Karriere. Er trat als Kadett in die Artillerie ein und besuchte die Militärschule in Thun, wurde 1827 Leutnant, 1834 Hauptmann und stieg bis zum Major auf, den er bis 1855 bekleidete. In dieser Zeit erlebte er mehrere militärische Einsätze, am Sonderbundsfeldzug konnte er jedoch wegen einer Krankheit nicht teilnehmen. Während seiner Dienstzeit unter Oberst Guillaume Henri Dufour lernte er auch den späteren Kaiser Napoleon III. kennen.

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