Carl Ludwig August Hagemann, auch C. L. A. Hagemann, (* 28. Januar 1828 in Angermünde; † 13. April 1879 in Graudenz in Westpreußen) war ein deutscher Gymnasiallehrer und Philologe.
August Hagemann war der Sohn von August Ferdinand Hagemann und seiner Ehefrau Henrica, geb. Sparr.
Er war verheiratet; namentlich bekannt ist sein Sohn Paul Hagemann (* 8. September 1858), der die Schriften seines Vaters nach dessen Tod herausgab.
Nach seiner schulischen Ausbildung am Friedrichwerderschen Gymnasium in Berlin und der Reifeprüfung im März 1849 immatrikulierte August Hagemann sich im Wintersemester 1849 an der Universität Berlin. Dort verfolgte er ein Studium der Philologie, das er bis 1852 fortsetzte. Mit seiner Dissertation mit dem Titel De fato Sophocleo wurde er am 19. März 1853 zum Doktor der Philosophie promoviert.
Berufliche Laufbahn im preußischen Schulwesen
Nach Ablage der Prüfung pro facultate docendi im November 1854 begann Hagemanns beruflicher Weg im preußischen Schulwesen zum Jahreswechsel 1854/1855 als Kandidat auf Probe am Köllnischem Gymnasium in Berlin. Seine frühe Laufbahn war geprägt durch verschiedene Versetzungen an weitere Berliner Bildungseinrichtungen: Im Frühjahr 1855 erfolgte seine Überstellung an das Joachimsthalsche Gymnasium, wenige Monate später im Herbst 1855 an ein Gymnasium in Potsdam. Während des Sommersemesters 1856 war Hagemann als Mitglied des königlichen Seminars für Gelehrte Schulen am Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster tätig. Ab dem Herbst 1856 übernahm er eine Hilfslehrerposition am Gymnasium in Prenzlau.
Im Herbst 1857 erhielt Hagemann die vierte ordentliche Lehrerstelle am Gymnasium in Bielefeld. Seine Beförderungen verliefen kontinuierlich: 1859 übernahm er das Subrektorat am Gymnasium in Friedland in Mecklenburg, 1861 das Prorektorat am Progymnasium (später Gymnasium) in Spandau.
Den Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn markierte die Übernahme des Direktorats der Höheren Bürgerschule in Graudenz im Herbst 1865. Unter seiner Leitung erlebte diese Institution eine bedeutende Umwandlung: 1867 wurde die höhere Bürgerschule zu einem vollwertigen Gymnasium aufgewertet, was die Qualität und das Ansehen der Schuleinrichtung erheblich steigerte. 1874 gab es 356 Schüler am Gymnasium.
Neben seiner Tätigkeit als Lehrer und Schulleiter veröffentlichte Hagemann mehrere Arbeiten zumeist in Schulprogrammen.
De fato Sophocleo. Particula prior. Dissertation Berlin 1853 (Digitalisat; S. 97–98 Lebenslauf).
Quaestionis ‘de fato Sophocleo’ particula altera. Bericht über das Gymnasium in Bielefeld von Ostern 1857 bis Ostern 1858. Bielefeld 1858 (Digitalisat).
Mylii Passio Christi. Programm Gymnasium Friedland. Friedland i. Meckl. 1861.
Klopstockii scholae Portensi vale dicentis oratio. Jahresbericht über das städtische Gymnasium, die Vor- und Bürgerschule zu Spandau 1863. Spandau 1863 (Digitalisat).
Mephistophelis nomen unde ortum esse et quam significationem habere videatur. Programm Gymnasium Graudenz. Graudenz 1872. – Eine Untersuchung zu Ursprung und Bedeutung des Namens Mephistopheles.
Ist es rathsam die sogenannte deutsche schrift und die grossen anfangsbuchstaben der nomina appellativa aus unseren Schulen allmählich zu entfernen? Programm Gymnasium Graudenz. Graudenz 1875 (Digitalisat). – Eine Reflexion über orthographische und typografische Fragen im deutschen Schulunterricht.
Die Majuskeltheorie der Grammatiker des Neuhochdeutschen von Johann Kolrosz bis auf Karl Ferdinand Becker. Programm Gymnasium Graudenz. Graudenz 1876. – Eine grammatikhistorische Abhandlung.
Sechs und dreissig ungeharnischte Thesen. Programm des königlichen Gymnasiums zu Graudenz für das Schuljahr 1876/77. Graudenz 1877 (Digitalisat). – Eine Sammlung ungeschönter Thesen zu pädagogischen oder philologischen Themen.
aus dem Nachlass herausgegeben von Paul Hagemann