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August (Sachsen)

Kurfürst von Sachsen

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August (* 31. Juli 1526 in Freiberg; † 11. Februar 1586 in Dresden), der sich selbst Augustus nannte und unter Bezug auf seine landesväterliche Stellung im Volksmund auch Vater August hieß, war von 1553 bis zu seinem Tod Kurfürst von Sachsen aus der albertinischen Linie des Hauses Wettin. Er folgte seinem ohne männlichen Erben in der Schlacht bei Sievershausen gefallenen Bruder Moritz auf den Thron.

August wurde zuerst von dem Rochlitzer Pfarrer Martin Oberdörffer erzogen. Später wuchs er am kaiserlichen Hof in Innsbruck auf, wo er ein enger Freund des späteren Kaisers Maximilian II. wurde, und wurde unter anderem durch den Schulreformator Johannes Rivius ausgebildet. Anders als im Testament des Vaters vorgesehen, erhielt August von seinem älteren Bruder Moritz anfangs keine Territorien, sondern lediglich finanzielle Zuwendungen und bekam 1544 die Verwaltung des Bistums Merseburg übertragen.

Aus Anlass seiner ersten Heirat wurde August mit einer eigenen Hofhaltung in Dresden ausgestattet, mit Schloss Wolkenstein als Jagd- und Landsitz. Moritz hatte seinen Bruder schon 1546 mit der Verteidigung Dresdens beauftragt und ihm ein eigenes Truppenkommando gegeben. 1552 übertrug Moritz die Regentschaft seinem Bruder, der sich umgehend um ein Bündnis mit seinem Schwiegervater, dem dänischen König, bemühte.

Nach dem Tod seines Bruders Moritz wurde August 1553 Kurfürst von Sachsen. Einer Bibel aus dem Jahr 1576 ist Augusts vollständiger Titel zu entnehmen: „Augustus Herzog von Sachsen / des heiligen Römischen Reichs Erzmarschall und Churfürst / Landgraff in Döringen / Marggraff zu Meissen / und Burggraff zu Magdeburg“.

August baute den von Moritz politisch-militärisch geschaffenen Territorialstaat klug aus, allerdings verzichtete er 1554 im Naumburger Vertrag zu Gunsten der ernestinischen Linie der Wettiner auf einen großen Teil seines Territoriums. Neben den Ämtern Altenburg, Eisenberg, Herbesleben und Sachsenburg gehörte dazu fast ganz Thüringen. August erwarb aber durch Tausch und Kauf bis 1567 Domänen im Wert von mehr als 700.000 Gulden, die er zu neuen Ämtern zusammenfasste.

1555 war August zum Obersten des Obersächsischen Reichskreises gewählt worden. Unter seiner Herrschaft wurde das Bistum Meißen säkularisiert und das Stiftsterritorium 1559 (Stolpen und Bischofswerda) bzw. 1581 (Mügeln) in den sächsischen Kurstaat integriert.

Während der sogenannten Grumbachschen Händel 1567 konnte August Gotha erobern, den geächteten Ernestiner Johann Friedrich II. gefangen nehmen und auf diesem Weg einige thüringische Ämter erwerben.

Der Taler auf die Einnahme von Gotha (1567), den der Kurfürst nach seinem Sieg mit einem demonstrativ großen Kurschild prägen ließ, trägt auf der Rückseite eine Inschrift über die vom Kaiser beauftragte und von August ausgeführte Reichsexekution.

Durch die Vormundschaft über die Kinder Johann Wilhelms von Sachsen-Weimar und den Gewinn des Vogtlands und einen Teil der Grafschaft Henneberg verbuchte August weitere enorme territoriale Gewinne.

Im Reich war er der Führer der lutherischen Stände. August initiierte und unterzeichnete die Konkordienformel von 1577 und das Konkordienbuch von 1580 und leistete als Vormund auch die Unterschriften für die Herzöge Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar, Johann von Sachsen-Weimar, Johann Casimir von Sachsen-Coburg und Johann Ernst von Sachsen-Eisenach. Erfolgreich war er auf Ausgleich zu den katholischen Kaisern aus dem Haus Habsburg bedacht, mit denen er gemeinsam Front gegen die Calvinisten machte.

August verstarb 1586 in Dresden und wurde im Freiberger Dom beigesetzt.

Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft, Finanzen

August war einer der wenigen europäischen Fürsten, denen es im 16. Jahrhundert gelang, einen umfangreichen Staatsschatz anzusparen. Dies verdankte er den Anstrengungen seines Kammermeisters Hans Harrer, auch wenn dieser sich im Pfefferhandel massiv zum Nachteil der kurfürstlichen Schatulle verspekulierte und daraufhin Suizid beging. Das albertinische Sachsen erlebte unter seiner Regierung (1553–1586) eine wirtschaftliche und soziale Blüte. Innenpolitisch versuchte er, sich weitgehend von den sächsischen Landständen unabhängig zu machen. Er baute die landesherrlichen Verwaltungsstrukturen aus und regelte das Justizwesen neu. 1559 wurde das Appellationsgericht, mit Sitz in Dresden, als zweite Instanz geschaffen. Mit der Konstitution von 1572 wurde das bis dahin umfangreichste sächsische Gesetzbuch erlassen. Die Konstitution hatte einen Charakter der Streitfragengesetzgebung. Es stand nun jedem kursächsischen Untertanen, z. B. Bauern, frei, sich in Zivilgerichtssachen mit Hilfe eines Advokaten direkt nach Dresden an das Appellationsgericht zu wenden, wenn man mit dem gerichtlichen Urteil aus der ersten Instanz nicht einverstanden war.

Im Zuge seiner umfassenden Reformen reorganisierte er auch das Münzwesen. Der Kurfürst ließ alle Landesmünzen schließen und verlegte sie in eine einzige Münze nach Dresden in die unmittelbare Nähe seines Residenzschlosses, um über die Richtigkeit von Schrot und Korn besser wachen zu können. Die Landeshauptmünzstätte Freiberg musste 1556 ihren Betrieb trotz Protests des Freiberger Rates einstellen. Die Annaberger Münzstätte verlegte der Kurfürst 1557 zunächst ins dortige Kloster, bevor er sie 1558 ebenfalls mit der Dresdner Münze vereinigte. Die Schneeberger Münzstätte war noch bis 1571 in Betrieb. Die schon seit langem ruhende Münzstätte Leipzig legte der Kurfürst 1571 still. Damit war die Dresdner Münze einzige Münzstätte im Kurfürstentum Sachsen. Kurfürst August trat im Jahr 1571 der Augsburger Reichsmünzordnung von 1559 bei.

August förderte die Landwirtschaft und legte mit der 1560 gegründeten Kunstkammer den Grundstein für die kunst- und naturwissenschaftlichen Sammlungen des Dresdner Hofes. Wissenschaftlich gebildet, interessierte er sich besonders für Astronomie, Kartographie, Mathematik, Messkunst, sammelte auch astrologische Prophezeiungen. Hierfür pflegte er vielfältige persönliche und briefliche Kontakte mit Gelehrten. Als Hofbuchbinder war für ihn 1566 bis 1586 der bedeutendste deutsche Buchbinder der Renaissance tätig, Jakob Krause.

Der Katalog der Hofbibliothek auf der Annaburg erfasst einen Bestand von 1.722 Bänden. Er gilt als ältester nachgewiesener Katalog der heutigen SLUB Dresden. 1570 zählte sie bereits 2.354 Bände, bevor sie 1588 durch den Kauf der Sammlung von 3.312 Büchern Dietrich von Wertherns wissenschaftlichen Charakter erlangte.

Die Bewirtschaftung der Wälder stellte er durch die Forst- und Holz-Ordnung vom 6. September 1560 auf Gewinnerzielung ab. Auch seine Forstbeamten profitierten von dieser Ordnung, so hatten sie ein besonderes finanzielles Interesse an Holzverkauf, Verpachtung von Bäumen zum Harzen, Begrenzung der Viehtrift in den Wäldern und der Hutewaldnutzung.

August beteiligte sich persönlich an der Veredelung von Obstbäumen und Anzucht exotischer Gewächse. Augusts persönlicher, und in der Rüstkammer erhaltener Kernsetzer unterstreicht dessen persönliche Beteiligung im Feld, wovon auch ein Tagebucheintrag zeugt, nachdem er im Jahr 1572 Kerne vieler Pflanzen, wie Granatapfel und Johannisbrotbaum, setzte. Die reichen Bestände von Messinstrumenten in den Dresdner Museen gehen auch zurück auf die persönlichen Interessen Augusts, der sich an Landvermessung, zeichnen und reißen von Landkarten beteiligte. Darüber hinaus erlernte er auch das Drahtziehen, insbesondere aber das Elfenbeindrechseln, wofür die Hofdrechsler Georg Wecker und Egidius Lobenigk 1578 und 1584 berufen wurden. August fertigte verschiedene Stücke an (Kredenzbecher mit Deckeln, Schalen, Dosen, hohl gedrehte Kugeln, übereinanderstehende Gefäßkörper, 32 Spielsteine und 66 "anitquitäische becherlein und kleine kunststucklein"). Heute sind noch 28 dieser gedrechselten Kunststücke im Grünen Gewölbe in Dresden zu sehen. Seinen Sohn und Nachfolger, Kurfürst Christian I, ließ er ebenfalls in der Drechselkunst unterweisen.

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