Augsburg (im schwäbischen Dialekt Augschburg, lateinisch Augusta Vindelicum und Augusta Vindelicorum) ist eine kreisfreie Großstadt im Südwesten Bayerns und eine der drei Metropolen in diesem Bundesland. Sie ist Universitätsstadt und Sitz der Regierung des Bezirks Schwaben sowie des Landratsamtes des die Stadt im Westen umgebenden Landkreises Augsburg.
Die Stadt wurde 1909 zur Großstadt und ist mit rund 301.000 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) nach München und Nürnberg die drittgrößte Stadt im Bundesland Bayern. Der Ballungsraum Augsburg steht bezüglich Bevölkerung und Wirtschaftskraft in Bayern ebenfalls an dritter Stelle und ist Teil der Planungsregion Augsburg, in der etwa 885.000 Menschen leben. Augsburg hatte im Jahr 2017 unter den deutschen Großstädten über 200.000 Einwohnern die zweitgeringste Rate aller Straftaten.
Augsburg hat einen eigenen, auf das Stadtgebiet beschränkten gesetzlichen Feiertag, das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August. Damit ist Augsburg die Stadt mit der größten Anzahl gesetzlicher Feiertage in Deutschland.
Bekannt ist Augsburg vor allem für die Fuggerei, die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt, die Jakob Fugger im Jahr 1521 gegründet hat. Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten sind der Augsburger Dom, das prachtvolle Rathaus mit dem Goldenen Saal, und die Augsburger Puppenkiste, ein berühmtes Marionettentheater.
Das Augsburger Wassermanagement-System ist seit 2019 ein Weltkulturerbe der UNESCO.
Die Stadt liegt an den Flüssen Lech, Wertach und Singold. Der älteste Teil der Stadt sowie die südlichen Viertel liegen auf dem nördlichen Ausläufer einer Hochterrasse, die zwischen dem steilen Hügelrand von Friedberg im Osten und den hohen Riedeln des westlichen Hügelrandes entstanden ist.
Im Süden erstreckt sich das Lechfeld, eine nacheiszeitliche Schotterebene zwischen den beiden großen Flüssen Lech und Wertach, in der sich seltene Urlandschaften erhalten konnten. Der Augsburger Stadtwald und die Lechtalheiden zählen zu den artenreichsten mitteleuropäischen Lebensräumen.
An Augsburg grenzt der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, ein großes Waldgebiet. Daneben ist aber auch das Stadtgebiet selbst stark begrünt, weshalb die Stadt im europaweiten Wettbewerb Entente Florale Europe 1997 als erste deutsche Stadt als grünste und lebenswerteste Stadt ausgezeichnet wurde. Die Stadt ist der größte kommunale Waldbesitzer in Bayern und der drittgrößte in Deutschland.
Die Stadt wird im Osten vom Landkreis Aichach-Friedberg und im Westen vom Landkreis Augsburg umgeben. Durch das in Nord-Süd-Richtung langgestreckte Stadtgebiet grenzen viele Städte und Gemeinden an Augsburger Flur.
Den Ballungsraum bilden im Osten beginnend und dem Uhrzeigersinn folgend Friedberg (Landkreis Aichach-Friedberg), Königsbrunn, Stadtbergen, Neusäß und Gersthofen (alle Landkreis Augsburg), die alle mit ihrem Siedlungskern direkt an die bebaute Fläche Augsburgs angrenzen.
Daneben grenzen die Gemeinden Rehling, Affing, Kissing, Mering und Merching (alle Landkreis Aichach-Friedberg) sowie Bobingen, Gessertshausen und Diedorf (alle Landkreis Augsburg) an die Stadt (von Norden im Uhrzeigersinn).
Das Stadtgebiet besteht aus 42 Stadtbezirken, die 17 Planungsräume bilden. Diese Art der Stadtgliederung besteht seit 1938. Die Gesamtfläche beträgt 147 Quadratkilometer (Platz 39 der deutschen Großstädte).
Die Stadtteile sind teilweise ehemals selbstständige Gemeinden, teilweise neu gegründete Wohngebiete. Einige Stadtteile haben räumlich getrennte Siedlungen (Wohnplätze) mit eigenem Namen. Nicht in der Verwaltungsgliederung genannte Stadtviertel sind die Augsburger Altstadt als Teil der Innenstadt und das Augsburger Textilviertel, das teilweise in Spickel-Herrenbach, teilweise in der Innenstadt liegt.
Die ehemaligen Kasernen- und Wohngebiete der US-Armee haben nach dem Truppenabzug 1998 ihre Namen behalten, darunter Centerville, Cramerton, Reese, Sheridan, Sullivan Heights und Supply-Center. Viele dieser Kasernen sind heute Wohngebiete.
Die Stadt liegt an drei Flüssen: Der Lech ist das größte fließende Gewässer und wird durch den Zufluss der Wertach, die nördlich des Landschaftsschutzgebietes Wolfzahnau einmündet, verbreitert. Der dritte Augsburger Fluss, die Singold, entspringt im Ostallgäu und mündet in der Stadt in das weit verzweigte künstliche Bach- und Kanalsystem. Die zahlreichen Kanäle in Augsburg – die meisten fließen durch das Lechviertel in der Altstadt – werden von 500 Brückenbauwerken überspannt. Sie sind Teil der am 6. Juli 2019 ins UNESCO-Welterbe aufgenommenen Stätte „Das Augsburger Wassermanagement-System“.
Der Fabrikkanal, in den die Singold mündet, wird in Göggingen von der Wertach abgeleitet, fließt als Wertachkanal, Holz- bzw. Senkelbach nach Norden und gelangt nach der Ballonfabrik Augsburg zurück in die Wertach.
Am Hochablass werden der Hauptstadtbach und der Neubach vom Lech abgeleitet, die sich nach wenigen hundert Metern wieder vereinigen, um kurz flussabwärts in den nach Norden fließenden Herrenbach (flussabwärts Proviantbach mit seinen Ab- und Zuleitungen Hanreibach und Fichtelbach) und den nach Westen geleiteten Kaufbach zu gabeln. Der Kaufbach speist den Schäfflerbach und die Stadtgräben und Innenstadtkanäle, die sich nach Norden fließend auf dem Gelände der UPM-Kymmene wieder vereinen und als Stadtbach im westlichen Bereich der Wolfzahnau wieder mit dem Proviantbach zusammenfließen, um wenige Meter vor der Wertachmündung in den Lech zu gelangen. Der Mühlbach fließt durch den Stadtteil Pfersee.
Der Brunnenbach, der Reichskanal und der Lochbach (ein Lechkanal) durchströmen den Stadtwald. Dabei verzweigen sie sich in weitere kleine Bäche, um sich kurz vor der Innenstadt wieder zu vereinen.