Audi ist eine deutsche Automarke, die 1910 eingeführt wurde. Aktueller Hersteller ist die Audi AG mit Sitz in Ingolstadt in Bayern. Die Marke wird seit den 2000er Jahren zu den Premiummarken gezählt. Der Markenclaim der Marke lautet „Vorsprung durch Technik“.
1909–1932: August Horch Automobilwerke GmbH / Audi Automobil-Werke mbH / Audiwerke AG
Die Marke Audi entstand, nachdem August Horch aus dem von ihm gegründeten Unternehmen „August Horch & Cie Motorwagenwerke“ aufgrund von „Spannungen zwischen kaufmännischer und technischer Leitung des Werkes“ ausgeschieden war und am 16. Juli 1909 zusammen mit Zwickauer Unternehmern die „August Horch Automobilwerke GmbH“ gründete. Weil ihm sein ehemaliges Unternehmen untersagte, den Namen Horch für die neue Automobilfabrik weiter zu verwenden, wurde sie am 25. April 1910 in „Audi Automobil-Werke mbH“ umbenannt – auf Vorschlag des Zwickauer Gymnasiasten Heinrich Fikentscher (Sohn des mit August Horch befreundeten Franz Fikentscher), der Horch ins Lateinische übersetzte. Audi ist der Imperativ Singular von audire (zu Deutsch hören, zuhören) und bedeutet „Höre!“ oder eben „Horch!“.
Im Juli 1910 verließ das erste Fahrzeug der Marke Audi das Zwickauer Werk. 1915 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, die „Audiwerke AG“. Während der Weltwirtschaftskrise geriet Audi 1928 in finanzielle Schwierigkeiten. Im gleichen Jahr übernahmen die Zschopauer Motorenwerke von Jørgen Skafte Rasmussen, Inhaber der Marke DKW, mit Krediten der Sächsischen Staatsbank die Aktienmehrheit der Audiwerke. 1931 wurde mit den Audi Typ P ein Mischtyp angeboten: Marke Audi, Fahrgestell vom DKW 4=8, Karosserie ebenfalls, aber optisch etwas verfeinert, Motor nach einer Peugeot-Lizenz vom Peugeot 201, Produktion im Spandauer Werk der Zschopauer Motorenwerke. Hiervon entstanden 327 Fahrzeuge.
1932–1945: Audi und die Auto Union AG
Im Juni 1932 wurden auf Betreiben der Sächsischen Staatsbank die Zschopauer Motorenwerke, die Audiwerke AG, die Horchwerke AG (ebenfalls Zwickau) und das Automobilwerk Siegmar der Wanderer-Werke in Schönau bei Chemnitz zur Auto Union AG zusammengeschlossen. Das Firmenzeichen mit den verschlungenen Ringen symbolisierte den Zusammenschluss der vier Marken, die jedoch eigenständig blieben. Durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise waren tiefgreifende Rationalisierungsmaßnahmen in allen Auto-Union-Werken notwendig. Was anfangs mit der Übernahme durch die Zschopauer Motorenwerke begann, wurde nun unter der Führung des Hauptanteilseigners, der Sächsischen Staatsbank, fortgesetzt. Im Werk Horch wurden neben den eigenen Oberklassefahrzeugen auch die Fahrzeuge der Marke Audi gebaut, während das Werk Audi fürs Volumensegment die DKW „Frontwagen“ herstellte.
1945–1968: Nachkriegszeit – Auflösung, Neugründung und erster Nachkriegs-Audi
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ruhte der Markenname Audi. Die in Westdeutschland gegründete Auto Union GmbH beschränkte sich auf die Marke DKW, die Zweitaktmotoren hatten. Allerdings war mit Beginn der 1960er-Jahre die Nachfrage nach Zweitaktfahrzeugen stark zurückgegangen. Daher wurde der DKW F 102 gründlich überarbeitet und mit einem von Daimler-Benz entwickelten Mitteldruckmotor, ein Viertakt-Ottomotor, ausgestattet.
Mit dem intern F 103 genannten Wagen brachte 1965 die Auto Union den ersten Pkw der Marke „Audi“ nach dem Krieg auf den Markt. Dieser erhielt zunächst keine weitere Verkaufsbezeichnung. Erst mit Erweiterung der Modellpalette wurden die Wagen mit Zahlen, entsprechend ihrer Motorleistung in PS, versehen (beispielsweise: Audi 60 und Audi Super 90). Der ehemalige Daimler-Benz-Mitarbeiter Ludwig Kraus präsentierte 1968 dem VW-Vorstandsvorsitzenden Heinrich Nordhoff den von Kraus ohne Wissen des Vorstandes entwickelten Audi 100. Nordhoff war von der Entwicklung begeistert und willigte in die Produktion ein.
Seit 1969: Fusion mit NSU und Gründung der heutigen AUDI AG
1969 fusionierte die Auto Union GmbH mit der NSU AG aus Neckarsulm. Das Unternehmen hieß nun Audi NSU Auto Union AG. Im Januar 1971 fand der Slogan „Vorsprung durch Technik“ zum ersten Mal Verwendung, und zwar in Anzeigen für den Audi 100 und den NSU Ro 80. Seit dem 1. Januar 1985 firmiert die Audi NSU Auto Union AG als Audi AG.
Zunächst wurden ausschließlich Fahrzeuge der Mittelklasse und der oberen Mittelklasse angeboten. In den 1970er Jahren gab es mit dem Audi 50 einen Kleinwagen. 1984 erschien mit dem Audi Sport quattro der erste Sportwagen. Seit 1988 stehen auch Oberklassefahrzeuge im Sortiment. 2005 folgten Sport Utility Vehicles.
Im Jahr 2005 feierte Audi 25 Jahre quattro und 2006 mit einem Tag der offenen Tür und dem Start der Produktion des Audi R8 das Jubiläum 100 Jahre Automobilbau in Neckarsulm. Mehrfach ausgezeichnet sind Fernseh- und Zeitschriftenwerbungen, darunter auch einzelne mit Kultstatus, zum Beispiel der von Audi ins Leben gerufene Wackel-Elvis oder der Werbespot, in dem ein Audi mit Quattro-Antrieb eine schneebedeckte Skischanze hinauffährt. Seit 2005 fertigt Audi mit dem Audi Q7 das erste eigene SUV. Diese Produktreihe wurde später erweitert: Audi Q5 (2008), Audi Q3 (2011), Audi Q2 (2016) und Audi Q8 (2018).
Entgegen der Standardbauweise mit Längsmotoren haben die kleineren Q-Modelle keinen permanenten Allradantrieb, sondern optional den kostengünstigeren Allradantrieb, der sich bei Bedarf zuschaltet und von Volkswagen entwickelt ist. Diesen Antrieb, den auch Škoda und Seat einsetzen, nutzt Audi auch bei den Modellen A1 und A3.
Seit Beginn der 2020er Jahre betreibt Audi die Umstellung seiner Produktpalette auf Elektromobilität und konzentriert sich bei der Produktentwicklung auf elektrifizierte Modelle. Bis ca. 2026 sollen 20 Elektromodelle angeboten werden. Ende 2021 hat Audi in Nürnberg einen ersten Lade-Hub für Elektroautos eröffnet. Als nächste Standorte sollen Zürich, Salzburg und Berlin folgen. Ziel sei 200 bis 300 solcher Stationen in Europa zu bauen.
Mitte März 2021 ließ Vorstandsvorsitzender Markus Duesmann verlautbaren, dass das Unternehmen die Entwicklung von Benzin- und Dieselantrieben einer weiteren Generation stoppe. Die EU-Pläne für eine noch strengere Abgasnorm Euro 7 verursachten technisch erhebliche Schwierigkeiten bei gleichzeitig geringem Nutzen für die Umwelt. Das schränke den Verbrennungsmotor extrem ein. Man werde daher keinen neuen Verbrennungsmotor mehr entwickeln, sondern die bestehenden Verbrennungsmotoren an neue Emissionsrichtlinien anpassen.
Für den chinesischen Markt wurde im Jahr 2025 die Submarke AUDI eingeführt, die auf die vier Ringe als Markenlogo verzichtet. Das erste Modell ist der Audi E5, der im April 2025 auf der Shanghai Auto Show 2025 präsentiert wurde.
Am 28. Mai 2026 wurde bekannt, dass Audi am Standort Neckarsulm die verbliebenen Zeitarbeitsverhältnisse zum 30. Juni 2026 beendet. Hintergrund ist der Abschluss der Modellwechsel der Baureihen A5 und A6, wodurch der erhöhte Personalbedarf entfällt. Zuvor waren etwa 200 bis 300 Zeitarbeiter in unbefristete Arbeitsverhältnisse übernommen worden. Für die restlichen rund 150 Beschäftigten enden die Arbeitseinsätze.