Au in der Hallertau (amtlich: Au i.d.Hallertau) ist ein Markt im Norden des oberbayerischen Landkreises Freising im südlichen Bereich der Hallertau. Da in den Auer Gemeindefluren der Hopfenbau seit Jahrhunderten eine bedeutende Stellung einnimmt und speziell der Auer Hopfen sich in Deutschland und darüber hinaus einen Weltruf erworben hat, wird häufig die Ortsbezeichnung von Au noch mit der Bezeichnung das Herz im Hopfengau ergänzt. Damit soll die zentrale Bedeutung des Marktes Au innerhalb der Hallertau herausgehoben werden. Der Markt Au in der Hallertau ist in einer langgezogenen Talmulde zu beiden Seiten des Flüsschens Abens ausgebreitet. Das Ortsbild ist von stattlichen Bürgerhäusern und die Umgebung von Hopfenanlagen und Wäldern geprägt.
Es gibt 42 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Gemeinde besteht aus acht Gemarkungen (in Klammern zugehörige Gemeindeteile):
Gemarkung Abens (Abens, Hemhausen, Hirnkirchen, Herbersdorf, Trillhof, Grubanger, Holzhof, Piedendorf, Harham, Kranzberg, Mooshof und Neuhub)
Gemarkung Günzenhausen (Günzenhausen, Halsberg, Seysdorf, Holzschmud und Rohregg)
Gemarkung Haslach (Haslach, Leitersdorf, Wolfersdorf, Kürzling und Königsgütler)
Gemarkung Osseltshausen (Osseltshausen, Reith und Neuhub)
Gemarkung Osterwaal (Osterwaal, Haarbach, Hofen, Kreiden und Schausgrub)
Gemarkung Reichertshausen (Reichertshausen, Sindorf, Mösbuch, Holzmair und Dobl)
Gemarkung Sillertshausen (Sillertshausen und Held)
Au in der Hallertau grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Rudelzhausen, Nandlstadt, Attenkirchen, Wolfersdorf, Schweitenkirchen, und Wolnzach.
Das Gebiet um Au war schon frühzeitig besiedelt, was die keltische Ringwallanlage auf dem Schlossberg nördlich des Marktes belegt, die wahrscheinlich der Hallstadt-Kultur 650–400 v. Chr. zuzurechnen ist.
Die Aussage, Au wurde vermutlich um das Jahr 500 n. Chr. gegründet, ist nicht belegbar. Obwohl es Quellen aus vielen Nachbarorten des Markts gibt, die aus dem 8.–10. Jahrhundert stammen, tauchte Au erstmals gesichert 1140 auf: In einer Schenkungsurkunde vermacht Wolvolt ze Owa (Wolvot von Au) ein Gut dem Kloster Weihenstephan. Frühere Annahmen einer älteren Erwähnung von Au dürften auf Verwechslungen mit dem häufig vorkommenden Ortsnamen (wie Au, Aw, Awe, Ouwe, …) beruhen. Das Geschlecht derer von Au verwaltete die Herrschaft Au für das Kloster Weihenstephan. Gesichert ist jedoch, dass 1272 die Grafen von Moosburg Au zu Lehen hatten und es dort eine kleine Burg gab, die bis zum Aussterben des Geschlechts 1281 (Tod Kondrads IV. des Jüngeren) in ihrer Hand blieb. Erben der Moosburger waren die Herren von Stein und Randegg, die seinerseits 1306 von den Grafen von Abensberg beerbt wurden. Am 12. September 1349 erwarb Graf Ulrich III. von Abensberg für Au bei Kaiser Ludwig dem Bayern das Marktrecht: …das Recht, sich mit Zäunen und Gräben zu umfangen, auch daß sie Stock und Galgen und eine Wochenmarkt haben sollen. Nach dem Tode Ulrich III. von Abensberg 1385 wurden Markt und Veste Au für 950 ungarische Gulden an die Preysinger, Grafen von Wolnzach, verkauft. Im Jahre 1448 wurde Au von Friedrich III. das heute noch gültige Wappen verliehen.
Im Jahre 1463 heiratete Kaspar Herr von Turn Barbara, die Tochter des letzten Preysingers, und so kam das Geschlecht Turn in den Besitz von Au. Während des Landshuter Erbfolgekriegs wurde der Ort geplündert und die Burg 1503 zerstört. Die Burg wurde als Schloss Au 1554–1578 in der heutigen Form wieder aufgebaut. 1560 wird die Hofmark Hettenkirchen (bis 1752 bei Au), 1565 die Hofmark Pfettrach erworben (bis 1818 bei Au) und der Herrschaft Au angeschlossen. 1590 wird zum ersten Male ein Braumeister erwähnt, dies gilt als ältester Beleg für die Schlossbrauerei Au. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Au 1633 von den Schweden gebrandschatzt; einzig das Schloss blieb unversehrt. 1642 starben die Turner im Mannesstamme aus und die letzte Tochter, Marianna Freifrau von Turn heiratete Johann Freiherrn von Fraunhofen. 1688–1689 wurde die Pfarrkirche Sankt Vitus neu errichtet. Im Rahmen des Spanischen Erbfolgekriegs drangen im Juli 1704 ungarische Husaren in Au ein und erpressten Kriegskontributionen von 5000 Gulden. Mauritia, die letzte Freiin von Fraunhofen heiratete 1709 Graf Philipp Joseph von Toerring-Seefeld; die Toerring-Seefeld blieben bis 1735 Herren von Au. Durch Heirat der hinterbliebenen Tochter kamen die Grafen von Preysing-Hohenaschau in den Besitz der Herrschaft Au. Im Jahre 1752 bestand Au aus 97 Anwesen; zur Herrschaft Au gehörten auch die Orte Osseltshausen, Günzenhausen, Wolfersdorf, Pfettrach, Hirnkirchen und Haslach.
Im Jahre 1818 wurde im Zuge des Zweiten Gemeindeedikts Au zum Patrimonialgericht ernannt. Die Herrschaft Au wurde aufgehoben und entstand als Markt Au in den Grenzen des alten Marktbezirkes. Au gehörte schon immer zum Landgericht Moosburg an der Isar, das niederbayerisch war. 1808 kam Au mit dem Landgericht nach Oberbayern; am 8. August 1857 wurde Au in das Landgericht Mainburg verlegt und somit wieder niederbayerisch. 1845 wurde Au ein eigener Siegelbezirk in der Hallertau und es wurden 227 Zentner Hopfen gesiegelt. Im Jahre 1864 hatte Au 760 Einwohner. 1898 erfolgte der Bau der ersten Hopfenhalle, die 1928 erweitert wurde. Von 1907 bis 1909 wurde die als Hallertauer Lokalbahn bezeichnete Bahnstrecke Langenbach–Enzelhausen errichtet und Au erhielt einen eigenen Bahnhof. Die Bahnstrecke wurde Ende 1970 stillgelegt. Au beherbergte vor dem Ersten Weltkrieg 1214 Einwohner, von denen 71 ihr Leben im Krieg lassen mussten. Die Jahre nach dem Krieg, die Inflation mit ihren wirtschaftlichen Sorgen lasteten schwer auf Au. Es folgte jedoch ein kaum geahnter Aufschwung. Der zweite Krieg der Jahre 1939–1945 schlug jedoch wieder tiefe Wunden ins wirtschaftliche Leben des Marktes, die erst allmählich überwunden werden konnten. Der Hopfen wurde in steigendem Maße die Hauptarbeits- und Einnahmequelle von Au. Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Mainburg im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst, und Au kam zum Landkreis Freising und wurde oberbayerisch. Durch zahlreiche Eingemeindungen wurde Au mit 54,99 km² zur flächenmäßig zweitgrößten Gemeinde im Landkreis.
Im Landesentwicklungsprogramm ist der Markt Au in der Hallertau als Kleinzentrum ausgewiesen.
1306–1385 Freiherren von Abensberg
1385–1472 Preysinger, Grafen von Wolnzach und Moos