An diesem Tag

Atlantische Hurrikansaison 2004

Tropische Wirbelsturmsaison

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Die Hurrikansaison 2004 begann offiziell am 1. Juni 2004 und dauerte bis zum 30. November 2004. Diese Daten grenzen für gewöhnlich die Zeitspanne jedes Jahres ab, in der sich die meisten tropischen Wirbelstürme im Atlantischen Ozean bilden. Dennoch dehnte die Saison 2004 diese üblichen Grenzen etwas aus, weil sich der tropische Sturm Otto am letzten Tag der Saison bildete und bis zwei Tage in den Dezember hinein anhielt. Die Saison war ein gutes Stück oberhalb der Durchschnittsaktivität mit fünfzehn benannten Stürmen und einer der höchsten Accumulated Cyclone Energy (ACE), die jemals gemessen wurde.

Die Saison war eine der opferreichsten und kostspieligsten Hurrikansaisons seit Beginn der Aufzeichnungen; Winde und Fluten waren für mindestens 3132 getötete Personen und einen Sachschaden von etwa 50 Milliarden US-Dollar (in Preisen von 2004) verantwortlich. Die bedeutendsten Stürme der Saison waren die vier Hurrikane, die über die Vereinigten Staaten zogen, drei davon haben für Winde mit mindestens 185 km/h gesorgt: Charley, Frances, Ivan und Jeanne. Alle vier trafen Florida – zum ersten Mal wurde der Bundesstaat durch vier Hurrikane in einer Saison getroffen. Jeanne richtete auf Haiti verheerenden Schaden an und tötete geschätzte 3000 Menschen, während Ivan durch Grenada, Jamaika und den Kaimaninseln tobte; Frances und Jeanne trafen beide die Bahamas mit voller Kraft, während Charley auf Kuba bedeutsamen Schaden verursachte. Weiterhin trafen alle vier Hurrikane sowie ein tropischer Sturm den US-Bundesstaat Florida. Frances und Jeanne trafen beinahe denselben Ort innerhalb von drei Wochen; Fluten im Südosten der Vereinigten Staaten brachten fast Rekordstände.

Am 17. Mai, vor dem Beginn der Saison, prophezeiten Meteorologen der NOAA eine Wahrscheinlichkeit von 50 % für eine überdurchschnittliche Aktivität. Demnach sollten 12–15 tropische Stürmen auftreten, von denen 6–8 Hurrikane werden und 2–4 von diesen mindestens die Kategorie 3 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala erreichen sollten.

Die Vorhersage vom 28. Mai des bekannten Hurrikanexperten William Gray vom 28. Mai war ähnlich. Dessen Prognose beruhte auf 14 benannten Stürmen, 8 davon würden Hurrikane werden und 3 davon mindestens die Kategorie 3 erreichen.

Am 6. August verkündete Gray, dass er seine Vorhersagen wegen eines weniger ausgeprägten El Niño etwas nach unten korrigiert hätte, auf 13 benannte Stürmen, 7 Hurrikane und 3 schwere Hurrikane. Einige Tage später veröffentlichte auch die NOAA eine aktualisierte Vorhersage mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % für eine überdurchschnittliche Aktivität, ohne aber die Anzahl der erwarteten Stürme zu verändern. Eine normale Hurrikansaison umfasst nach der NOAA 6–14 tropische Stürme, von denen 4–8 die Stärke eines Hurrikane erreichen und 1–3 schwere Hurrikane. Die Saison endete mit 16 Tiefdruckgebieten, 15 benannten Stürmen, 9 Hurrikanen und 6 schweren Hurrikanen und übertraf damit alle Vorhersagen.

Die Saison hatte 16 tropische Tiefdruckgebiete, 15 benannte Stürme, 9 Hurrikane und 6 schwere Hurrikane (Kategorie 3 oder höher auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala). Mit einer Accumulated Cyclone Energy von 225 rangiert die Saison als die viertaktivste Saison seit 1950, nach den Jahren 2005, 1950 und 1995.

Der erste benannte Sturm bildete sich erst am 1. August, was der Saison den fünfspätesten Start seit der Hurrikansaison 1952 gab. Die Saison begann somit sehr spät, aber die Bildung von gleich acht benannten Stürmen im August brach die alte Rekordmarke von sieben, die während der Hurrikansaisons 1933 und 1995 gesetzt wurde. In einem Durchschnittsjahr bilden sich nur drei oder vier Stürme im August.

Tropischer Sturm Bonnie und Hurrikan Charley waren die ersten direkt aufeinanderfolgenden Stürme, die innerhalb von vierundzwanzig Stunden denselben Bundesstaat der Vereinigten Staaten – Florida – trafen. Während des Restes der Saison wurde Florida von drei weiteren Hurrikanen getroffen, Frances, Ivan und Jeanne. Es war das erste seit der Saison 1886, das ein Bundesstaat von vier Hurrikanen getroffen wurde. 1886 war das Jahr, in dem der Indianola-Hurrikan die Stadt Indianola zerstörte.

Hurrikan Alex war der stärkste bisher aufgezeichnete Hurrikan, der sich nördlich des 38. Breitengrades bildete. Ein Sturm – Tropischer Sturm Earl – starb im atlantischen Becken ab, sein Resttief wanderte ins ostpazifische Becken und wurde dort zum Hurrikan Frank.

Der ungewöhnlichste Sturm der Saison war Hurrikan Ivan, der die Meteorologen zunächst damit beeindruckte, dass er der erste schwere Hurrikan (höher als Kategorie 3) war, der sich südlich des 10. Breitengrades bildete. Ivan war mit einem Zentralluftdruck von 910 hPa damals der sechstintensivste tropische Wirbelsturm seit Beginn der verlässlichen Beobachtungen (inzwischen auf dem 10. Rang angelangt). Ebenfalls sehr unüblich war das Verhalten des Resttiefs von Ivan, das nach dem Zug über den Osten der Vereinigten Staaten wieder nach Süden wanderte und in einem großen Kreis erneut in den Golf von Mexiko gelangte. Dort intensivierte sich das Resttief am 22. September zu einem passablen tropischen Sturm, der nochmals Windgeschwindigkeiten von 100 km/h erreichen konnte, bevor er an der Küste von Texas geringe Schäden anrichtete.

Die Opferzahl der atlantischen Hurrikansaison 2004 lag mit 3000 Todesfällen durch von Stürmen verursachten Überflutungen oder dem Wind selbst sehr hoch. Nahezu alle Todesfälle wurden auf Haiti registriert, die sich aus den Sturzfluten und Erdrutschen ergaben, die durch Jeanne verursacht wurden.

Ein Tiefdruckgebiet im Mai brachte ebenfalls sintflutartige Regenfälle über Haiti und die Dominikanische Republik. Dabei verloren rund 2000 Menschen ihr Leben. Obwohl das System nicht offiziell als tropisch klassifiziert wurde, wies es eine Zirkulation und eine schlecht organisierte Konvektion auf, ähnlich einem subtropischen Wirbelsturm.

Obwohl nicht zur atlantischen Hurrikansaison gehörend, war auch ein Sturmereignis im Südatlantik so unüblich, dass es hier Erwähnung verdient. Am 25. März bildete sich ein tropischer Wirbelsturm (inoffiziell Zyklon Catarina genannt) im Südatlantik. Catarina wird als erster tropischer Wirbelsturm seit Beginn der Satellitenbeobachtung angesehen, der sich im Südatlantik gebildet hat. Er kam spät am 27. März im brasilianischen Staat Santa Catarina an Land. Der Sturm tötete mindestens drei Menschen und richtete über 350 Millionen US-Dollar (2004) an Schaden an.

Der erste Sturm der Saison bildete sich Ende Juli vor der Küste von South Carolina. Alex verstärkte sich in einen Hurrikan der Kategorie 2 und streifte am 3. August die Outer Banks von North Carolina, ohne dass das Zentrum über Land zog. Der Schaden begrenzte sich auf Fluten und Windschäden und in Dare County, North Carolina wird er auf 2,4 Millionen US-Dollar geschätzt. Eine kleine Verletzung wurde registriert.

Alex steuerte später auf das Meer hinaus und verstärkte sich dort zu einem Hurrikan der Kategorie 3. Alex wurde damit zum zweiten Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen, der der sich nördlich des 38. Breitengrades zu einem schweren Hurrikan entwickelte, bevor er über dem Nordatlantik außertropisch wurde.

NHC-Archiv zu Hurrikan Alex (englisch)

Am 3. August näherte sich eine tropische Welle den Kleinen Antillen und entwickelte sich zum zweiten tropischen Tiefdruckgebiet der Saison. Als der Sturm westwärts über die Inseln zog, löste er sich am 4. August zunächst auf. Das Resttief wanderte weiter westwärts und verstärkte sich am 9. August in der Yucatánstraße zum Tropischen Sturm Bonnie. Obwohl er wenig ausgebildet schien, wies Bonnie eine außerordentliche, geschlossene Wolkenwand um das Auge, das einen Durchmesser von rund 15 km hatte und spät am 9. August sowie früh am 10. August von Hurrikanjägern gesichtet wurde, ein Charakteristikum, das bei tropischen Wirbelstürmen dieser Intensität nahezu unbekannt war. Bonnie war ein sehr kleiner Sturm, dessen Winde in der Stärke eines tropischen Sturmes sich lediglich 50 km vom Zentrum weg ausdehnten. Windscherung in der Höhe schwächte den Sturm ab und Bonnie gelangte als tropischer Sturm etwas südlich von Apalachicola, Florida am 12. August über Land. Bonnie beschleunigte nordostwärts und wurde am 14. August im Südosten von New Jersey zu einem Resttief.

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