Assar Thorvald Nathanael Gabrielsson (* 13. August 1891 in Korsberga, Provinz Skaraborgs län; † 28. Mai 1962 in Göteborg) war ein schwedischer Autoindustrieller. Er gründete im Jahre 1926 zusammen mit Gustaf Larson die schwedische Automarke Volvo, der er bis 1956 als Generaldirektor vorstand.
Gabrielssons Eltern waren Gabriel Nathanael Gabrielsson (1866–1943) und Anna Helmina geb. Larsson (1867–1937). Der Vater leitete eine Ziegelei in Korsberga, später pachtete er einen Bauernhof in Tibro. Assar Gabrielsson hatte zwei Geschwister, sein fünf Jahre jüngerer Bruder Börje war Geschäftsführer bei Astra. Assar Gabrielsson schloss 1911 sein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Stockholm School of Economics mit dem Examen ab. Danach arbeitet er im Verkauf, ab 1922 als Vertriebsleiter, des Wälzlagerherstellers SKF in Göteborg.
Gabrielsson erkannte in den 1920er Jahren die unternehmerischen Chancen im Automobilbau. Er plante deshalb, in Schweden ein Automobilwerk zu gründen. Sein Versuch, seinen Arbeitgeber SKF für den Plan zu gewinnen, war anfangs allerdings erfolglos. Bisher wurden Autos überwiegend importiert, vor allem aus den USA, und waren oft für die schwedischen Straßenverhältnisse ungeeignet. Aus gemeinsamen Zeiten bei SKF kannte er den Diplomingenieur Gustaf Larson (1878–1968), den er in seine Plane einweihte. Es dauerte rund ein Jahr, dann konnte er Larson für sein Vorhaben gewinnen und die beiden unterzeichneten am 16. Dezember 1925 einen Vertrag, um das Vorhaben auf privater Basis anzugehen. Larson sollte die technische Entwicklung eines neuen Wagens sowie die Ausarbeitung eines Investitionsplans für ein neues Fertigungswerk übernehmen. Dabei wurde vereinbart, dass er für seine Arbeit nur dann eine Vergütung erhalten würde, wenn das Projekt erfolgreich war und in dem neuen Werk mindestens 100 Fahrzeuge produziert wurden – und zwar vor dem 1. Januar 1928. Gabrielsson trug das wirtschaftliche Risiko und Larson hätte im schlimmsten Fall ohne zusätzliche Vergütung an dem Projekt gearbeitet. Den Großteil des für das Projekt vorgesehenen Startkapitals bestritt Gabrielsson aus eigenen Ersparnissen. Nach der Herstellung einer Vorserie von 10 Fahrzeugen konnte er SKF als Partner für den weiteren Aufbau gewinnen. Am 10. August 1926 wurde Volvo als Tochtergesellschaft von SKF gegründet, Gabrielsson wurde von SKF für seine unternehmerischen Vorleistungen vergütet und Larson erhielt sein vereinbartes Entgelt.
Gabriellson wurde Generaldirektor und Larson Vizepräsident des neuen Unternehmens. In einem leerstehenden Werk der SKF in Hisingen begann die Fertigung. Der Start verlief schwieriger als geplant. Im ersten Jahr wurden 300 Fahrzeuge verkauft, geplant waren 1000. Gabriellson wusste, dass er gegen die in Serienfertigung herstellende Konkurrenz aus dem Ausland nur erfolgreich sein konnte, wenn er auch auf hohe Stückzahlen kommen würde, was in dem vergleichsweise kleinen Markt Schweden aber nicht einfach war. Er importierte deshalb viele Komponenten von ausländischen Herstellern, die dank größerer Stückzahlen günstige Preise bieten konnten, aber die Anfangsjahre blieben schwierig. Ein wichtiger Schritt war 1931 der Mehrheitserwerb des Motorenherstellers Pentaverken, um den Fahrzeugbau um eine eigene Motorenherstellung zu ergänzen. Die große Erfolgsgeschichte von Volvo begann erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Modell PV444.
Gabriellson blieb bis 1956 Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Danach war er bis zu seinem Tod Aufsichtsratsvorsitzender.
Gabriellson war mit Anna Theresia, geborene Andreasson, (1889–1964) verheiratet. Der Ehe entstammen vier Kinder. Seine Grabstätte ist auf dem Friedhof in Partille.
Kommandeure mit Großkreuz des Nordstern-Ordens
Mitglied der Königlichen Schwedischen Akademie der Ingenieurwissenschaften
Mitglied der Königlichen Wissenschafts- und Literaturgesellschaft in Göteborg
Ehrendoktor der Handelshochschule Stockholm
Verdienstorden der Stadt Göteborg
Björn-Eric Lindh: Volvo : personvagnarna - från 20-tal till 80-tal. Norden, Malmö 1984, ISBN 91-86442-06-6 (schwedisch).
Christer Olsson, Henrik Moberger: Volvo Göteborg Sverige. 2. Auflage. Norden Publishing House, St. Gallen 1996, ISBN 3-907150-57-0 (schwedisch).
The 30 year history of Volvo, by Assar Gabrielsson, 1959.