An diesem Tag

Asafa Powell

Jamaikanischer Leichtathlet

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Asafa Powell (* 23. November 1982 in Linstead, Saint Catherine Parish) ist ein ehemaliger jamaikanischer Leichtathlet. Er ist ehemaliger Weltrekordhalter im 100-Meter-Lauf. Seine offizielle Bestzeit von 9,72 s macht ihn zum viertschnellsten Sprinter aller Zeiten hinter Usain Bolt, Tyson Gay und Yohan Blake.

Bei den jamaikanischen Meisterschaften im Juni 2013 wurde Powell positiv auf das Stimulanzmittel Oxilofrin getestet und anschließend für 18 Monate für Wettkämpfe gesperrt. Der Internationale Sportgerichtshof reduzierte die Sperre im Juli 2014 auf sechs Monate, nachdem Powell ihn im April angerufen hatte, da er die Länge der Sperre als ungerecht empfand.

Asafa Powell wurde am 23. November 1982 in Linstead im Saint Catherine Parish als jüngster von insgesamt sechs Söhnen von William Powell (* 1946) und Cislin Joyce Powell (* 1951) geboren. Beide Eltern von Powell sind Pastoren einer denominationslosen Kirche in Linstead. Powell besuchte die Charlemount High School in St. Catherine. Dort wurde sein Talent von der Lehrerin Elaine Fraser bemerkt, die ihm dazu verhalf, sein Potential als Sprinter zu erkennen. Powell sah zu dieser Zeit seine Zukunft im Fußball. Powells Interesse für den 100-Meter-Lauf wurde 2000 durch die Teilnahme seines ältesten Bruders Donovan Powell bei den Olympischen Spielen geweckt. 2001 begann Powell ernsthaft für die Leichtathletik zu trainieren. Im selben Jahr trat Powell dem MVP Track & Field Club bei, dem Leichtathletikverein der Technischen Universität von Kingston, wo er Elektrotechnik studierte. Dort wurde Powell von dem Leiter des Vereins Stephen Francis trainiert, bis 2013 ein durch die Dopingaffäre ausgelöster Streit ihre Wege trennte.

Zu Beginn seiner Karriere musste Powell schwere Schicksalsschläge bewältigen. Im Juni 2002 wurde in New York City sein zweitältester Bruder Michael, als er Taxi fuhr, von einem Fahrgast erschossen. Im Juni 2003 erlitt Powells Bruder Vaun einen Herzinfarkt, während er Football spielte, und starb. Powell ist sehr religiös und betont öfter, wie viel Kraft ihm die Bibel gebe.

Er steht beim Sportagenten Paul Doyle unter Vertrag und wurde bis 2011 von Nike als Ausrüster gesponsert, am 26. Juli 2011 unterschrieb er einen Vertrag mit dem chinesischen Sportartikelhersteller Li-Ning, der aber nach Öffentlichwerden der positiven Dopingproben am 18. Juli 2013 gekündigt wurde. Sein Sponsorvertrag mit NUTRILITE endete Ende 2008.

Seit 2013 lebt Powell in Austin (Texas), wo er gemeinsam mit seinem Bruder Donovan trainiert.

Powell wurde 2001 auf seiner Heimatinsel Juniorenmeister Jamaikas im 100-Meter-Lauf.

Sein Debüt bei großen Meisterschaften gab er bei den Weltmeisterschaften in Paris/Saint-Denis im Jahr 2003. Im Viertelfinale des 100-Meter-Laufs wurde er wegen Fehlstarts disqualifiziert, da die Startelektronik bei ihm und dem US-Amerikaner Jon Drummond eine Reaktionszeit unterhalb der erlaubten Marke meldete. Mit der jamaikanischen 4-mal-100-Meter-Staffel belegte er den siebten Rang. Eine Woche später lief Powell die 100 Meter in einer persönlichen Bestleistung von 10,02 s beim Golden-League-Meeting Memorial Van Damme in Brüssel. Powell beendete die Saison enttäuschend mit einem siebten Platz über die 100 Meter beim ersten IAAF-Weltfinale in Monaco.

Im Jahr 2004 blieb Powell das erste Mal bei einem 100-Meter-Lauf unter 10 Sekunden. Am 12. Juni 2004 lief Powell in seiner Heimat in Kingston eine Zeit von 9,99 s über die 100 Meter. Mit einer weiteren persönlichen Bestleistung von 9,91 s, die Powell beim IAAF-Super-Grand-Prix-Meeting Norwich Union London Grand Prix lief, machte er sich zu einem Favoriten über die 100 Meter für die Olympischen Spiele von Athen. In Athen brillierte Powell in fast sämtlichen Läufen. So lief er sowohl im Viertelfinale als auch im Halbfinale eine Zeit unter 10 Sekunden, obwohl er die 100 Meter nicht voll auslief. Im Finale wurde er aber nach einem schwachen Start nur Fünfter in 9,94 s. Beim Meeting Memorial Van Damme am 3. September 2004 lief Powell dann zum ersten Mal unter 9,9 Sekunden. Zum Saisonende konnte Powell noch mit dem Gewinn des 100-Meter-Laufs beim IAAF-Weltfinale in Monaco am 18. September 2004 einen großen Erfolg im Jahre 2004 für sich verbuchen. Bemerkenswert war, dass er bei mehr als eineinhalb Meter pro Sekunde Gegenwind noch unter 10 Sekunden blieb.

Schon früh in der Leichtathletik Saison 2005 machte Powell seine Ambitionen auf den Weltrekord deutlich. In Kingston lief Powell am 7. Mai 2005 die 100 Meter in 9,84 s (bei regulärem Rückenwind von 1,8 Metern pro Sekunde) und war der bis dahin drittschnellste Mensch auf dieser Distanz. Bemerkenswert war, dass er diese Zeit trotz eines lockeren Auslaufs auf den letzten Metern erzielte und so eine mögliche Weltrekordzeit auf der Bahn liegen ließ. In Ostrava lief Powell dann beim Golden Spike Meeting am 9. Juni 2005 trotz Regens und bei kühlen Temperaturen 9,85 s bei leichten Rückenwind. Nur ein paar Tage zuvor am 4. Juni 2005, verlor Powell ein sehr enges Rennen gegen Justin Gatlin. In Eugene (USA) kamen beide Athleten in 9,84 s bei zu großen Rückenwind ins Ziel.

Danach kam Powell nach Athen mit dem Vorhaben, den aktuellen Weltrekord von 9,78 s des unter Dopingverdacht stehenden Tim Montgomery zu verbessern. Am 14. Juni 2005 schaffte es Powell, dieses Vorhaben zu verwirklichen. Im Finale des IAAF Super Grand Prix im Athener Olympiastadion unterbot Powell mit einer Zeit von 9,77 (9,768) s Montgomerys Zeit um eine Hundertstelsekunde. Beim IAAF Super Grand Prix Meeting Norwich Union London Grand Prix am 22. Juli 2005, wo es zu einem Aufeinandertreffen von Powell, dem amtierenden Weltrekordhalter, und Justin Gatlin, dem amtierenden Olympiasieger, kam, zog Powell sich einen Muskelriss im Adduktorenbereich zu. Durch diese Verletzung gehandicapt, musste Powell die Weltmeisterschaften in Helsinki absagen.

Im Jahr 2006 egalisierte er seinen eigenen Weltrekord zweimal. Zuerst am 11. Juni beim Super Grand Prix in Gateshead (Norwich Union British Grand Prix) im Juni 2006, trotz gemächlichen Auslaufens und vorangegangenen Fehlstarts

und dann am 18. August 2006 bei Weltklasse Zürich (bei 1,0 Meter pro Sekunde Rückenwind). Allerdings erzielte auch Justin Gatlin die gleiche Zeit. Gatlin lief am 12. Mai 2006 in Doha die 100 Meter in 9,766 s. Vom Veranstalter wurde die Zeit von 9,76 s genannt, was ein neuer Weltrekord gewesen wäre. Die Regel 165.23(a) der IAAF jedoch besagt, dass die Zeit, wenn sie nicht auf Hundertstel genau ist, zur nächsten Hundertstel aufgerundet werden muss. Daher wurde auch Gatlins Zeit auf 9,77 s aufgerundet und war somit eine Einstellung des Weltrekords. Powell selbst lief bei den zwei Einstellungen seines Rekords 9,7629 s in Gateshead und 9,762 s in Zürich. Um einen neuen Weltrekord von 9,76 s zu erzielen, hätte einer der beiden Athleten eine Zeit zwischen 9,760 und 9,751 s laufen müssen.

Außer den Siegen gegen die Uhr konnte Powell in der Saison 2006 auch eine Reihe sportlicher Erfolge vorzeigen. So gewann Powell die 100 Meter bei den Commonwealth Games in Melbourne und holte auch Gold mit der Staffel. Prestigeträchtig war auch Powells Erfolg bei der IAAF Golden League. Wie Jeremy Wariner und Sanya Richards konnte auch Powell bei allen sechs Meetings der Golden League gewinnen. Powell bekam für diesen sportlichen Erfolg eine Gesamtsumme von 249.999 US-Dollar ausgezahlt. Powell gewann auch das IAAF-Weltfinale in Stuttgart.

Zusammen mit Sportgrößen wie Roger Federer, Michael Schumacher und Tiger Woods wurde Powell für die Ehrung zum Weltsportler des Jahres nominiert und im November 2006 zum Weltathlet des Jahres gekürt – eine Ehrung verbunden mit einem Scheck über 100.000 US-Dollar. Ausschlaggebend dafür war wohl auch, dass er 2006 insgesamt zwölf Mal unter 10 Sekunden blieb und damit einen neuen Rekord aufstellte. Außerdem blieb er in allen 16 Rennen ungeschlagen.

In die Leichtathletiksaison 2007 startete Powell verhalten. Mit Zeiten von 9,97 s in Belgrad am 29. Mai 2007 und 9,94 s beim Golden League Meeting Bislett Games am 15. Juni 2007, lief Powell anfangs noch seiner alten Form hinterher. Zudem verletzte sich Powell im Finale des 100-Meter-Laufs der jamaikanischen Meisterschaften in Kingston am 23. Juni 2007. Powell gewann zwar den Lauf in 10,04 s aber zog sich dabei auf den letzten Metern eine Oberschenkelzerrung zu. Powell meldete sich dann beim Golden League Meeting in Rom mit der zweitschnellsten Zeit der Saison zurück. Er lief bei der traditionsreichen Golden Gala 9,90 s.

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