Arnold Stadler (* 9. April 1954 in Meßkirch) ist ein deutscher Schriftsteller, Essayist und Übersetzer, der im Jahre 1999 den bedeutendsten deutschen Literaturpreis, den Georg-Büchner-Preis, erhielt.
Stadler wuchs im 500-Seelen-Ort Rast im Landkreis Sigmaringen, zwischen Bodensee und Donau gelegen, auf.
Nach dem Abitur am Martin-Heidegger-Gymnasium in Meßkirch studierte Stadler in München und Rom Katholische Theologie und daran anschließend Germanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Universität zu Köln und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Es folgte 1986 die Promotion zum Dr. phil. mit der Dissertation Das Buch der Psalmen und die deutschsprachige Lyrik des 20. Jahrhunderts. Im Jahre 2006 erhielt er überdies die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin.
Nach langen Reisen, die ihn unter anderem nach Südamerika (Feuerland) und in den Nahen und Fernen Osten (Volksrepublik China) führten, machte Stadler in den 1980er Jahren das Schreiben zu seinem Beruf. 1986 erschien sein Erstlingswerk, der Lyrikband Kein Herz und keine Seele. 1989 folgte mit Ich war einmal sein erster Roman, den er in den folgenden Jahren mit Feuerland und Mein Hund, meine Sau, mein Leben zur Trilogie vervollständigte. In allen drei Romanen machte er die oberschwäbische Heimat zum Gegenstand der Handlung. Mit dem Erscheinen der Romantrilogie wurde Stadler im deutschsprachigen Raum bekannt.
Martin Walser beschrieb 1994 in einem Spiegel-Essay Stadlers Stil als unverwechselbar und würdigte seine Sprache als Beginn einer epischen Entfaltung. Stadler wurde vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg in „die vorderste Reihe der deutschsprachigen Autoren seiner Generation“ eingeordnet. Im Jahr der Veröffentlichung seines ersten Romans erhielt er mit dem Förderungspreis der Jürgen-Ponto-Stiftung seine erste Auszeichnung.
Neben dem Heimatlob kennen die Romane auch die Satire, die Ironie und Lakonik, vor allem aber Sarkasmus und schwarzen Humor – in seinem Geburtsort Meßkirch wurde Stadlers „Soziogramm eines real existierenden Mikrokosmos“ (Dietmar Grieser) lange als bloße Abrechnung verstanden.
Er lebte einige Jahre in dem kleinen Dorf Sallahn der Gemeinde Küsten im Wendland. Inzwischen ist der Wahl-Berliner wieder in sein Elternhaus in Rast umgezogen. Seine teilweise autobiographisch geprägten Werke spielen häufig in seiner Heimat. Sie thematisieren oft seine empfundene Heimatlosigkeit und die Veränderung dieser ländlichen, katholisch geprägten Gegend im Süden Deutschlands zwischen Oberer Donau und Bodensee, von ihm selbst als schwäbisch Mesopotamien bezeichnet. Der Autor reist mit seinen Werken durch die Welt, liest und verkauft seine Bücher in Buchhandlungen und in Goethe-Instituten des Auslands. Stadler schreibt handschriftlich mit dem Füller.
Im Jahre 2009 erschien das Autorenbuch „Als wäre er ein anderer gewesen: Zum Werk von Arnold Stadler“, herausgegeben von Pia Reinacher.
Stadler ist Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt sowie der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Außerdem ist er Mitglied im Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.
Eines seiner jüngeren Werke, Auf dem Weg nach Winterreute: Ein Ausflug in die Welt des Malers Jakob Bräckle (2012 erschienen im Jung und Jung Verlag), ist eine Hommage an Jakob Bräckle, einen oberschwäbischen Landschaftsmaler. Beide verbindet in ihrem Werk eine intensive Beschäftigung mit ihrer oberschwäbischen Heimat, ihrer persönlichen Seelenlandschaft. Stadler nennt dies die „Vergegenwärtigung einer Landschaft“.
Stadler ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.
1989 Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung für Ich war einmal
1990 Stipendium Künstlerhaus Edenkoben
1993 Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg (Förderpreis)
1994 Hermann-Hesse-Preis – Förderpreis für Feuerland
1995 Nicolas-Born-Preis für Lyrik der Hubert-Burda-Stiftung
1996 Kulturpreis „Der Feldweg“ von der Museumsgesellschaft Wald
1997 Märkisches Stipendium für Literatur