Arno Hans Brandlhuber (* 15. Mai 1964 in Wasserlos) ist ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Universitätsprofessor.
Arno Brandlhuber studierte Architektur und Stadtplanung an der TH Darmstadt und der Accademia di Belle Arti in Florenz. Danach arbeitete er mit Günter Zamp Kelp und Julius Krauss zusammen, gefolgt von einer langjährigen Partnerschaft mit Bernd Kniess b&k+ (brandlhuber & kniess +) und offenen, wechselnden Projektpartnerschaften. Im Jahr 2006 gründete er das Büro Brandlhuber+ in Berlin-Mitte, das der Idee verpflichtet ist mit anderen Büros, Fachbereichen und Personen zu kollaborieren. Aus der Zusammenarbeit mit Emde und Burlon gingen Bauprojekte wie die Antivilla in Potsdam, die Brunnenstrasse 9 sowie der Umbau der Kirche St. Agnes in Berlin hervor. Brandlhuber lehrte als Gastprofessor an der TU Wien, der ETH Zürich und der Harvard Graduate School of Design, als ordentlicher Professor an der AdBK Nürnberg (2003–17) und seit 2017 als ordentlicher Professor an der ETH Zürich. Seine Arbeiten wurden auf der 9., 10., 11., 13. und 15. Architekturbiennale Venedig gezeigt.
Durch alle Projekte Brandlhubers zieht sich das Thema der Legislative, die er sich als treibende Kraft seiner Entwürfe zu eigen macht und im Rahmen von Publikationen, Ausstellungen und Filmen auch auf einer architekturtheoretischen Ebene zur Diskussion stellt. So widmete er sich ab den 2010er Jahren dem Thema Stadt, ausgehend vom 1977 während der Cornell - Summer Academy entstandenen Stadtmodell: Die Stadt in der Stadt - Berlin ein Grünes Archipel. Im Jahr 2012, in den parallelen Einzelausstellungen "Im Archipel" (KOW-Galerie, Brunnenstrasse 9) und der "Archipel" - Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein (NBK), baute Brandlhuber zum einen auf den Ideen von Oswald Mathias Ungers auf, zum anderen verwendete er teilweise im NBK vorgefundenen Elemente von Karin Sander, die er überschrieb.
Ein Jahr später lag sein Fokus auf der Erhaltung der Heterogenität und dem kostengünstigen Bauen mit möglichst geringen Mieten für die Nutzer. Eine dritte Ausstellung im Jahr 2015, von ihm mit Florian Hertweck und dem Fotografen Thomas Mayfried kuratiert, folgte in der Berlinischen Galerie: The Dialogic City: Berlin wird Berlin und einem gleichnamigen Buch. Als Künstler und Herausgeber nahm Brandlhuber dabei am Diskurs zu Stadt- und Raumpolitik teil und äußert sich immer wieder politisch zu Architektur und Stadtplanung in Berlin.
2016 wurde Brandlhuber eingeladen, einen Beitrag für den Central Pavilion der Architekturbiennale Venedig beizusteuern. Dieser umfasste unter anderem den Film Legislating Architecture, der ebenso wie die folgenden Produktionen The Property Drama (2017) und Architecting after Politics (2018) in Kooperation mit dem Künstler und Filmregisseur Christopher Roth sowie dem Architekten Olaf Grawert entstand und Themen der zeitgenössischen Architektur und Stadtplanung sowie die Idee von Architektur als gesellschaftliches Feld abbildet. Gemeinsam mit Olaf Grawert, Nikolaus Hirsch und Christopher Roth kuratierte er den deutschen Pavillon der 17. Architekturbiennale 2021 in Venedig.
1994–96: Neanderthal Museum, Neandertal mit Günter Zamp Kelp und Julius Krauss
Arno Brandlhuber & Bernd Kniess (b&k+; 1997–00):
1997: <2,56m, Eigelstein 115, Köln>
2003: b&k+; Arno Brandlhuber & Markus Emde, Björn Martenson, Martin Kraushaar: Dönges I, Köln
2004: b&k+; Arno Brandlhuber & Markus Emde, Martin Kraushaar + Jochen Lambmann: Wentzsche, Köln
2006: b&k+; Arno Brandlhuber & Markus Emde, Björn Martenson, Martin Kraushaar + Asterios Agkathidis: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Laborgebäude, Stuttgart
2006: b&k+; Arno Brandlhuber & Asterios Agkathidis, Markus Emde, Martin Kraushaar + Dorte Mandrup Arkitekter: Crystal, Kopenhagen
2010: Brandlhuber+ ERA, Emde, Schneider: Brunnenstraße 9, Berlin
2012: Brandlhuber+ Emde, Schneider: Antivilla, Potsdam-Krampnitz
2014: Brandlhuber+ Emde, Burlon / Riegler Riewe: St. Agnes, Berlin
2015: Brandlhuber+ Emde, Jürgens, Burlon / Martín Ferrari: VRM Rocha, Uruguay
2016: Brandlhuber+ Muck Petzet: 2 Bauteile (Joux, Laika) im Standquartier Am Tacheles
2018: Brandlhuber+ Emde, Burlon / Muck Petzet: Lobe Block, Berlin-Gesundbrunnen