An diesem Tag

Armin Wolf (Journalist)

Österreichischer Fernsehmoderator

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Armin Wolf (* 19. August 1966 in Innsbruck) ist ein österreichischer Journalist und Fernsehmoderator. Seit 2002 ist er Moderator des Nachrichtenjournals Zeit im Bild 2 (ZiB 2) und seit 2010 zudem auch stellvertretender Chefredakteur der ORF-Fernsehinformation.

Armin Wolf ist der Sohn einer Lebensmittelverkäuferin und eines Hausmeisters, Betriebsrats und christlichen Gewerkschafters. Er absolvierte in Innsbruck eine kaufmännische Ausbildung an einer Handelsakademie. Dort unternahm er als Mitbegründer einer Schülerzeitung auch erste journalistische Schreibversuche. Er war im Vorstand der Schülerunion und Mitglied der JVP, aus der er mit 18 Jahren austrat, da er die Parteimitgliedschaft nicht mit seiner Arbeit als Politik-Berichterstatter vereinbaren konnte. Nach eigenen Angaben war dieses jugendliche Engagement wichtig für die Entwicklung seines Politikverständnisses. Mit der Schülervertretung nahm er an Rhetorik-Schulungen und Schreibworkshops teil und konnte Anmerkungen zum Lehrplan an den Handelsschulen machen, die auch umgesetzt wurden. Über die JVP konnte er an den Sitzungen der Tiroler ÖVP teilnehmen und lernte, wie Politik an der Basis funktioniert und das Denken der Parteifunktionäre.

Unmittelbar nach der Matura begann Wolf 1985 im Tiroler Landesstudio des ORF als freier Mitarbeiter in der Hörfunk-Redaktion. 1988 übersiedelte er nach Wien zum Radiosender Ö1, wo er sieben Jahre lang als außenpolitischer Journalist tätig war (unter anderem 1991/1992 als USA-Korrespondent in Washington, D.C.). 1995 wechselte er zum Fernsehen als Redakteur der Zeit im Bild 2 und war von 1998 bis 2001 Redaktionsleiter der ZiB 3, die er auch mitentwickelt hat.

Sein nebenberufliches Studium der Politikwissenschaft (mit einer Kombination aus Soziologie, Pädagogik, Zeitgeschichte und Medienkunde als Nebenfach) beendete Wolf im Dezember 1999 an der Universität Wien mit einer Magisterarbeit über „Der Sieg ist das Bild“. Die Inszenierung von Politik in der Mediengesellschaft. 2005 promovierte er an der Universität Innsbruck mit einer Dissertation über prominente Quereinsteiger in der Politik, die 2007 unter dem Titel Image-Politik. Prominente Quereinsteiger als Testimonials der Politik veröffentlicht wurde.

2010 beendete Wolf während einer neunmonatigen Bildungskarenz mit einem Stipendium ein Executive-MBA-Studium an der Berlin School of Creative Leadership mit einer Arbeit über junges Publikum und politische Information („News kind of comes to me…“ Young Audiences, Mass Media, and Political Information). Er war in der Vergangenheit Lehrbeauftragter an den Universitäten Innsbruck und Wien und hielt dort Vorlesungen über Politische Kommunikation und Journalismus.

Seit dem 18. Juli 2002 präsentiert Wolf die ZiB 2 (erst alternierend mit Ingrid Thurnher, später mit Marie-Claire Zimmermann, von 2010 bis 2021 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, seit 2022 mit Margit Laufer und seit 2019 mit Martin Thür). Von 2002 bis 2005 moderierte er auch die Diskussionssendung Offen gesagt, 2005 und 2012 leitete er die traditionellen Sommergespräche mit den Vorsitzenden der Parlamentsparteien. Insbesondere eine Szene des Gespräches mit Heinz-Christian Strache wurde nicht nur zu einem Klassiker auf der Video-Plattform Youtube, sondern wurde von Strache in der Ausgabe mit ihm im Jahr 2012 neuerlich ins Gespräch gebracht: Strache behauptete im Vorfeld in seinem Facebook-Auftritt, dass Wolf im Jahr 2005 ihn mit einer Unwahrheit konfrontiert hatte. Wolf seinerseits brachte in seinem Weblog den Gegenbeweis, der Strache am nächsten Tag zu einer halbherzigen Entschuldigung, wiederum in seinem Facebook-Account, veranlasste.

Im Jahr 2017 wählte das englischsprachige Politik-Magazin Politico Europe Armin Wolf auf Platz 11 einer Liste von 28 Persönlichkeiten, die die höchste Wahrscheinlichkeit aufweisen, Europa im Jahr 2018 zu gestalten.

Wolf bezog im Jahr 2023 vom ORF ein Brutto-Jahresgehalt in Höhe von 252.780 Euro.

Journalistischer Stil und Kritik

Armin Wolf ist für seine Live-Interviews mit Politikern bekannt. Für seinen Interviewstil ist er geachtet und zahlreich ausgezeichnet, ist dafür aber auch gefürchtet und vielfach kritisiert.

Michael Frank charakterisierte Wolf in einem Bericht über den Wiener Opernball 2008 in der Süddeutschen Zeitung als einen TV-Moderator, der „mit bissigem Witz und inquisitorischer Fragetechnik die Hohlheiten der Politik abklopft.“ Hans-Peter Siebenhaar formulierte 2017 im deutschen Handelsblatt: „Armin Wolf ist die journalistische Ikone des ORF. In der ZIB 2, dem Nachrichtenflaggschiff des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich, fühlt der populäre Journalist den Politikern der Alpenrepublik auf den Zahn bis es schmerzt. Der Träger des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises lässt sich bei seinen gefürchteten Interviews nicht mit den Nullaussagen, Worthülsen und Ausflüchten seiner Studiogäste abspeisen. Er fragt nach. Er stellt die gleiche Frage auch dreimal, wenn es sein muss. Das gefällt nicht jedem in Österreich, vor allem traditionell nicht den Regierungsmitgliedern.“ Dem englischsprachigen Politik-Magazin Politico nach hat sich Wolf zu „einem der fähigsten (und gefürchtetsten) politischen Journalisten Europas etabliert, der jeden, von Ministerpräsidenten bis zu lokalen Politikern, unter den Lichtern seines TV-Studios zum Schwitzen bringt.“

Wolf war seit 2009 auf Twitter aktiv und hat dort eine große Anzahl von Followern. In einer Podiumsdiskussion anlässlich des Erscheinens einer Studie an der Universität Wien zum Thema „Twitterpolitik“ im Jahr 2012 meinte Wolf, der seit Februar 2009 twittert und wie „[alle] Diskutanten […] fest in der ‚Twitteria‘ verankert“ ist: „Ein Redakteur, der keinen Twitter-Account hat und das nicht zumindest als Recherche-Quelle benutzt, ist so wie ein Journalist ohne Handy.“ Der Journalist Christian Ortner titulierte Wolf in der Tageszeitung Die Presse ironisch als „spirituelles Oberhaupt der Wiener Twitteria“.

Nachdem die Nationalratsabgeordnete Susanne Winter im November 2015 wegen ihrer ausdrücklichen Zustimmung zu einem antisemitischen Posting auf Facebook, dass „zionistische Geldjuden“ an der Flüchtlingskrise schuld seien, von der FPÖ ausgeschlossen worden war, war sie danach bei Wolf im ZIB-2-Studio zu Gast, der sie mit dieser und anderen „zahlreichen Verschwörungstheorien“ ihrer Facebookseite konfrontierte, um sie mit der provokanten Frage „Was hat jemand wie Sie im Parlament verloren[?]“ aufzufordern, ihr Mandat im Parlament niederzulegen.

Wolf erhielt für den Stil dieses Interviews viel Zustimmung, jedoch gab es auch Kritik. Die SPÖ-Nationalratsabgeordnete Daniela Holzinger bezeichnete Winters Posting zwar als „inakzeptabel, rassistisch und zum Schämen“, kritisierte aber die Interviewführung als „niveaulos“ und behauptete, von „neutralem Journalismus“ könne keine Rede sein. Der ehemalige Grünen-Europaabgeordnete Johannes Voggenhuber bezeichnete das Interview als „Lynchjustiz“ und „lustvoll inszenierte mediale Hinrichtung“. Wolf verwahrte sich gegen Voggenhubers Vorwürfe und warf hingegen ihm vor, „eigene Fakten“ über das Interview zu verbreiten. So habe Wolf keineswegs, wie von Voggenhuber behauptet, Winter als „Schmarotzerin“ tituliert. Unterstützung erhielt Wolf vom ZiB-Redakteursvertreter Dieter Bornemann: Journalisten hätten nicht die Aufgabe, bei Interviews nur Stichwortgeber zu sein, außerdem seien kritische und auch harte Fragen selbstverständlich erlaubt.

Der Medienunternehmer Christian W. Mucha und Herausgeber des Monatsmagazins ExtraDienst (ED) warf Wolf 2017 „überheblichen Journalismus“ und „Parteilichkeit“ vor. Letzteres entstehe auch dadurch, dass dieser seit Jahren selbst entscheide, wen er gut oder schlecht dastehen lasse. Wolf berichte tendenziös und gebe dabei vor, unabhängig zu sein. Mucha fragte, ob man „auf alle, die man in die Sendung kriegt, so richtig fest drauftreten muss?“ Die Mehrheit der ZIB-Konsumenten, „vor denen er sich breitmacht und seine Wichtigkeit dreimal wöchentlich zelebriert, ist angewidert von dem Schauspiel, das er liefert.“

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