Arielle, die Meerjungfrau (Originaltitel The Little Mermaid) ist der 28. abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios, der im Jahr 1989 erschien. Er basiert auf den Motiven des Märchens Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen und ist der letzte Disney-Trickfilm, der mit Hilfe von Elektrofotografie hergestellt wurde.
Mit ihm kehrte die Walt Disney Company zu dem 1937 mit Schneewittchen und die sieben Zwerge eingeführten Musical-Filmformat zurück, dessen vorherige Wiedereinführung mit Oliver & Co. erfolgreich getestet wurde. Premiere des Films war am 13. November 1989 in New York, ehe Arielle, die Meerjungfrau vier Tage später landesweit in die Kinos der USA, Kanadas und Mexikos kam. In Österreich startete er am 17. Oktober 1990 in den Kinos, in Deutschland am 29. November 1990.
Am 2. November 2006 erschien Arielle, die Meerjungfrau als Special Edition auf DVD. 2000 produzierte Disney einen zweiten Teil unter dem Namen Arielle, die Meerjungfrau 2 – Sehnsucht nach dem Meer, der allerdings nur für den Video-Verkauf animiert wurde. Am 11. September 2008 erschien der dritte Teil Arielle, die Meerjungfrau – Wie alles begann in den USA auf DVD.
2023 erschien eine gleichnamige Neuverfilmung als Realfilm mit Halle Bailey in der Titelrolle.
Arielle (im englischen Original Ariel), die jüngste Tochter von König Triton, Herrscher über das Meeresvolk, ist mit ihrem Leben im Meer unzufrieden. Sie sehnt sich danach, einmal ein Mensch zu sein, und gerät mit ihrem Vater oft in Streitereien über diese „barbarischen Fischfresser“. Häufig muss dessen Hofmusikant Sebastian, die Krabbe, der unternehmungslustigen Arielle und ihrem Freund Fabius (Flounder), einem Doktorfisch, nachspionieren, um zu gewährleisten, dass Arielle nicht entgegen den Anweisungen ihres Vaters zur Meeresoberfläche schwimmt.
Von allen unbemerkt beobachtet die Seehexe Ursula das Treiben von Arielle und ihren Freunden und sieht in ihr die perfekte Chance, Rache an König Triton zu üben, der sie einst aus dem Königreich verbannt hatte.
Eines Abends beobachten Arielle und Fabius an der Oberfläche ein Feuerwerk zu Ehren des Prinzen Erik (Prince Eric), der seinen Geburtstag auf einem Schiff feiert. Zu seinem Unglück gerät das Schiff in einen Sturm und Erik wird von Bord geschwemmt. Arielle kommt ihm zu Hilfe und verliebt sich in den Prinzen. Als dieser jedoch erwacht, verschwindet sie und Erik hat keine Erinnerung an sie, außer an ihren wunderschönen Gesang.
Als Arielles Vater erfährt, dass sie einen Menschen vor dem Ertrinken gerettet und sich dabei in ihn verliebt hat, ist er außer sich vor Wut und zerstört mit seinem goldenen Dreizack eigenhändig Arielles geheimes Versteck, wo sie ihre gefundenen Souvenirs aus der Menschenwelt aufbewahrte.
Nun sieht Ursula ihre Chance gekommen und verspricht, Arielle für drei Tage in einen Menschen zu verwandeln. In diesen drei Tagen muss sie von Erik geküsst werden, nur dann kann sie für immer ein Mensch bleiben. Schafft sie es nicht, verwandelt sie sich wieder in eine Meerjungfrau und ihre Seele gehört Ursula. Als „Bezahlung“ erhält die Hexe ihre Stimme, da sie weiß, dass Erik Arielle nur an ihrer Stimme erkennen kann.
Sebastian und Fabius bringen die in einen Menschen verwandelte Arielle schnellstens an die Oberfläche, wo sie Prinz Erik sogleich am Strand trifft. Wie von Ursula geplant, kann er nicht ergründen, wer sie ist und wo sie herkommt. Arielles Freunde bemühen sich, die beiden zum Küssen zu bewegen, während Ursula genau das Gegenteil versucht. Arglistig geht sie als wunderschöne Vanessa an Land und betört Erik mit Arielles Stimme. Erik glaubt, in Vanessa seine Lebensretterin gefunden zu haben, und die Hochzeit wird für den Abend festgelegt, an dem Arielles Arrangement mit Ursula ausläuft.
Nun werden von Eriks Hund Max und der Seemöwe Scuttle alle möglichen Vorkehrungen getroffen, damit die Hochzeit nicht wie geplant stattfinden kann. So kommt es, dass die falsche Braut von Seevögeln attackiert wird und Max schließlich durch einen Biss in Ursulas Hinterteil deren Identität aufklärt. Damit erhält Arielle ihre Stimme wieder und Erik begreift, dass sie das Mädchen ist, das ihn einst rettete. Er will sie küssen, doch es ist zu spät. Mit dem Untergehen der Sonne verwandelt sich Arielle wieder in eine Meerjungfrau und die zurücktransformierte Ursula entführt sie in die Tiefen des Meeres.
Nun schaltet sich König Triton ein, der zwar den Handel nicht brechen kann, sich aber für seine Tochter bei Ursula aufopfert, indem er seine Seele gegen die Arielles austauscht. Ursula nimmt Tritons Krone und ernennt sich selbst zur Herrscherin der Meere. Unter der Wasseroberfläche entdeckt Erik Ursula, während sie Arielle bedroht, und trifft Ursula mit einer Harpune am Arm. Diese will ihn mit dem Dreizack vernichten, doch Arielle verursacht, dass Ursula versehentlich ihre beiden Haustier-Muränen tötet, und nun soll auch Arielle beseitigt werden. Vor lauter Zorn verwandelt die Seehexe sich in einen Riesenkraken und zieht in einem gewaltigen Wirbel den herbeigesegelten Erik in Richtung Meeresgrund. Doch er wächst über sich hinaus, als Arielle in den Strudel gerät. Er geht auf ein herbeigewirbeltes Schiffswrack an Bord und steuert es Richtung Ursula. Als sie kurz davor ist, Arielle zu töten, rammt Erik Ursula den Bug des Schiffes mitten ins Herz.
Mit ihrem Tod werden all ihre ehemaligen Opfer inklusive Triton wieder zu Meeresbewohnern. Als der Meereskönig erkennt, wie unglücklich Arielle als Meerjungfrau ist, und wie sehr sie Erik liebt, gibt er schließlich nach und schenkt Arielle ein Leben als Mensch.
Der Grundstein zu Arielle wurde bereits 1985 gelegt, als Ron Clements, Co-Regisseur von Basil, der große Mäusedetektiv, in einem Buchladen auf ein Buch mit einigen Geschichten von Hans Christian Andersen stieß. Während er das Märchen der kleinen Meerjungfrau las, hatte er die Filmidee. Kurz darauf verfasste er ein kleines, zweiseitiges Drehbuch. Disneys Vorstandsvorsitzender Michael Eisner und der damalige Leiter von Walt Disney Pictures, Jeffrey Katzenberg, zeigten sich beeindruckt und gaben Clements grünes Licht für eine mögliche Veröffentlichung nach Oliver & Co.
Dabei war die Idee einer filmischen Umsetzung von Arielle bei Disney nicht neu. Bereits Ende der 1930er Jahre hatte man den Plan gefasst, eine Silly Symphony zu dieser Thematik zu erstellen, was jedoch nach einigen Bedenken wieder aufgegeben wurde. Dennoch gab es bereits einige für den Arielle-Cartoon fertiggestellte Bilder, die den Animatoren in den 1980er Jahren als Inspiration dienten.
Nachdem Ron Clements die Zustimmung der Studiobosse erhalten hatte, begann er mit seinem Freund John Musker, das kurze Script auszuarbeiten und einige der Grundideen zu verändern. So fiel die ursprünglich geplante Rolle der Großmutter Arielles weg, während Ursula und Triton einen größeren Part zugestanden bekamen. Schlussendlich umfasste das Drehbuch rund 20 Seiten, bis Clements vollständig zufrieden war. Er plante, so schnell wie möglich mit der filmischen Umsetzung zu beginnen, doch Disneys geschäftliches Hauptaugenmerk lag zu dieser Zeit fast gänzlich auf Falsches Spiel mit Roger Rabbit und Oliver & Co.
1987 erhielt das Projekt durch die Beteiligung von Komponist Howard Ashman neuen Aufschwung, der als Produzent angestellt wurde. Er war für einige der gewichtigsten Veränderungen verantwortlich, unter anderem machte er aus der von Clements erdachten englischen Krabbe Clarence eine jamaikanisch angehauchte und änderte auch die von ihm vorgetragenen Lieder dementsprechend, was am deutlichsten bei Unter dem Meer erkennbar ist. Außerdem plante er mit Arielle die Rückkehr der Disneyfilme zum klassischen Musicalstil, der in den Filmen zu Walt Disneys Lebzeiten sehr populär gewesen war. Um dieses Ziel zu erreichen, begann er mit Alan Menken zusammenzuarbeiten. Sie komponierten gemeinsam sieben verschiedene Songs. Der Film war nicht nur die Rückkehr des Musicals, sondern auch der Beginn einer einträglichen Karriere Menkens bei Disney, die ihm mehrere Auszeichnungen einbrachte.