Arend „Arie“ Haan (* 16. November 1948 in Finsterwolde, heute zu Oldambt), in anderen Quellen auch Adrianus Haan, ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler und ‑trainer.
Arie Haan stieß 1969 zum Profikader von Ajax Amsterdam. Mit Fußballgrößen wie Johan Cruyff und Johan Neeskens sollte sich der Klub in den nächsten Jahren zum besten Verein Europas und einem der besten der Welt entwickeln. Bereits nach Ablauf seines ersten Profijahres gewann Haan mit Ajax das Double (Meisterschaft und Pokal). Sein größter Vereinserfolg war der dreifache Gewinn des Europokals der Landesmeister mit dem Amsterdamer Traditionsklub. 1971 wurde Panathinaikos Athen geschlagen, 1972 Inter Mailand und 1973 Juventus Turin. Haan verpasste keines dieser Endspiele. Nur im Finale von 1971 wurde er erst zur Halbzeit eingewechselt. Mit dem Gewinn des UEFA Super Cups und des Weltpokal wurde 1972 sogar das internationale Triple perfekt gemacht. Nach sechs Jahren in Amsterdam bzw. zwei titellosen Jahren zog es Haan nach Belgien zum RSC Anderlecht. Zwischen 1975 und 1981 etablierte er sich zu einer wichtigen Stützen im Mannschaftsverbund und gewann 1976 und 1978 den Europapokal der Pokalsieger mit dem Klub. In seinem letzten Jahr bei Anderlecht gewann er die belgische Meisterschaft. Diese verteidigte Haan bei seinem neuen Arbeitgeber Standard Lüttich 1982 und 1983. Zur Spielzeit 1983/84 zog es den Defensivspieler wieder in die Niederlande, wo er sich der PSV Eindhoven anschloss. Nach Ablauf der Saison beendete Haan seine Karriere.
Haan ist zusammen mit Gianluca Vialli der Spieler mit den drittmeisten Einsätzen in Europapokalfinalen (insgesamt siebenmal, neben den fünf Siegen zwei Niederlagen 1977 mit RSC Anderlecht und 1982 mit Standard Lüttich). Francisco Gento führt diese Liste mit neun Europapokalendspielen vor Paolo Maldini (acht Europapokalfinalteilnahmen) an.
Bekannt war Haan in erster Linie wegen seiner gefürchteten harten (Weit-)Schüsse.
Haan war in den 1970er Jahren Stammspieler im Mittelfeld der niederländischen Nationalmannschaft. Mit ihr wurde er zweimal 1974 und 1978 Vize-Weltmeister, 1974 spielte er das gesamte WM-Turnier (unter seinem früheren Ajax-Vereinstrainer Rinus Michels) auf der Libero-Position. Insgesamt bestritt er 35 Länderspiele und erzielte dabei sechs Tore.
Unvergessen sind seine Tore aus großer Entfernung in der Zwischenrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien gegen Deutschland und Italien, mit denen er die Weltklassetorhüter Sepp Maier und Dino Zoff überwand und so maßgeblich zum Einzug seiner Mannschaft in das WM-Finale beitrug.
Die Niederlande bei der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland
Die Niederlande bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien
Die Niederlande bei der Europameisterschaft 1980 in Italien
Weltpokalsieger (1): 1972 mit Ajax Amsterdam
Europapokalsieger der Landesmeister (3): 1970/71, 1971/72, 1972/73 mit Ajax Amsterdam
Europapokalsieger der Pokalsieger (2): 1975/76, 1977/78 mit dem RSC Anderlecht
UEFA-Super-Cup-Sieger (4): 1972, 1973 mit Ajax Amsterdam; 1976, 1978 mit dem RSC Anderlecht
Niederländischer Meister (3): 1969/70, 1971/72, 1972/73 mit Ajax Amsterdam
Niederländischer Pokalsieger (3): 1969/70, 1970/71, 1971/72 mit Ajax Amsterdam
Belgischer Meister (3): 1980/81 mit dem RSC Anderlecht, 1981/82, 1982/83 mit Standard Lüttich
Belgischer Pokalsieger (1): 1975/76 mit dem RSC Anderlecht
Vize-Weltmeister (2): 1974, 1978